CaMa08

Bo Peep Tiger Head / Horse Brand Paket Cracker G.R. Hamburg

Herstellung Mitte der 80er (links), um 1990 (rechts).

Bo Peep Tiger Head / Horse Brand Paket Cracker G.R. Hamburg
CaMa08, 3. Feb. 2019
widofnir, keamoner, ronny5048 und 7 anderen gefällt das.
    • CaMa08
      Knallkörper Chinesische FIRECRACKERS 1 ½“ x ¼“ 20s

      BAM-PII-0836

      Art.-Nr.: YL (410-3)

      Herst.: Yuen Loong Hong, Hgk. (Tiger Head/ Horse Brand)

      Imp. G.R. Hamburg


      China Böller mit dem Mädchen und ihren Schafen sind wohl einer der klassischsten Feuerwerkartikel. Seit 1930 ist das Bo Peep Mädchen eine eingetragene Marke der Yuen Loong Hong Firecrackers Limited mit Sitz in Hongkong und hat seitdem sicherlich Generationen von Feuerwerksbegeisterten geprägt. Die Gestaltung des Labels wurde im Laufe der Zeit immer wieder geändert, bleib aber immer vom Grundaufbau her gleich.

      Die gezeigte Version unterscheidet hauptsächlich im unteren Drittel des Covers von anderen Varianten, die beiden Schriftfelder für Größe und Inhalt sowie amerikanischer Gebrauchsanweisung entfielen und wurden neben den Mädchen platziert. Zudem ist die Schrift eckiger und der Himmel im Hintergrund und das Gras heller. Aufgrund dieser Farbabweichung wird dieses Label umgangssprachlich auch als „blasses Cover“ bezeichnet, andere nennen es „billig Offset Druck“, da bei fast allen Päckchen deutlich die Rasterung zu sehen ist. Ausnahme bilden wohl die Päckchen aus den ersten Jahren, hier ist die Rasterung deutlich feiner, wodurch das ganze Label sehr scharf und sauber gedruckt ist.

      Erstmalig ist diese Version im 1983er Depyfag Katalog zu sehen, die in den großen Sortimenten enthaltenen Kaskade Blister enthalten jeweils ein Päckchen dieser Cover Variante mit den auffälligen dicken weißen Rand. Kürzlich aufgetauchte Weco Super Böller II, welche aus den gleichem Jahr sind, besitzen ebenfalls das Cover mit den Tiger Head Brand Logo. Ab da an sind sie immer wieder in Katalogen und Einkaufsbildern vertreten. Der große Verbreitungsgrad liegt einerseits an den langen Verwendungszeitraum, denn dieses Cover wurde vermutlich zehn Jahre (bis 1993) genutzt, zum anderen an einer großen Anzahl an Importeuren, die Päckchen mit diesem Cover vertrieben. Neben den alteingesessenen Hamburger Importeuren wie Georg Richter, Jebsen & Co. und Pyrotechnik Hamburg hat vermutlich auch Feistel seine ersten Eigenimporte mit diesem Bo Peep Label bezogen.

      Anfangs waren diese wahrscheinlich immer von Tiger Head und deshalb mit dem kleinen Brandlogo auf dem Cover versehen, ehe dann die ersten Versionen von Horse Brand auf dem Markt kamen. Gegen Ende der 80er Jahre erschienen Cover ohne jegliches Brandlogo auf den Markt, diese sollten sich, ebenso wie die mit Horse Brand Logo bis zum Ende Anfang der 90er Jahre halten.

      Ein weiteres Charakteristikum ist die Bauart der Böller. Da diese immer in der Provinz Guangdong produziert wurden, kam ein sehr heller mineralischer Dämmstoff (vermutlich ein Tongemisch) zum Einsatz, der zum Verschluss der Hülse verwendet wurde. Ab der Größe D kam dieser auch luntenseitig zum Einsatz, ohne jegliche Krempelung, was seiner Zeit einmalig war. Die lange Produktionsdauer bedingt natürlich auch Böller unterschiedlicher Qualität, wobei zum Ende hin diese immer schlechter wurde, wie aber auch bei allen anderen Böller dieser Zeit (Ende 80er-Anfang 90er).

      Bei den beiden gezeigten Päckchen sieht man die angesprochenen Merkmale recht deutlich. Das linke mit Tiger Head Brand Logo dürfte mit zu den ersten zählen, das rechte mit Horse Brand Logo ist dagegen deutlich jünger und wird wohl um 1990 zu uns gekommen sein. Beide besitzen dasselbe Backcover, dort werden sie als Knallkörper Chinesische FIRECRACKERS bezeichnet, eine Nomenklatur wie sie bei Georg Richter üblich war. Dort hießen Böller der Größen 440, 450, 460, 480 und eben die 20er Paket Cracker so, erst durch die Größenangabe wurde ersichtlich um welches Format es sich handelte.
    • Bewertung:
      5/5,
      HVPyro
      Wunderschön
    • Bewertung:
      5/5,
      Ben1977
      Bezüglich Deiner Vermutung das es sich bei der Verschlussmasse um ein Tongemisch handeln könnte liegst Du genau richtig. Es handelt sich dabei um sogenannten " Schlicker". Ohne zu tief in die Materie einzusteigen- Schlicker ist im Prinzip ein mit entsprechendem Wasseranteil verdünnter Ton, ein Verfahren das in der Keramik Verwendung findet.
    • CaMa08
      Bist du dir sicher das es sich dabei um Schlicker handelt? Ich frage mich schon lange was für eine Materialzusammensetzung für die Verdämmung genutzt wurde, Ton gibt es mit unzähligen Arten und Eigenschaften, dass ist mir zu allgemein. Zudem wäre Schlicker ja nicht verarbeitungsfähig, da viel zu feucht, die Hülse quellt auf und beim trocknen zieht sich dann wieder alles zusammen und der Verschluss würde somit kaum halten. Selbst wenn mit einer geringen Feuchte der Ton verarbeitet wird glaube ich nicht das er die erforderliche Festigkeit aufweisen würde.
      Bei den ganzen alten Knallern ist der Verschlussstopfen sehr klein, doch trotzdem stabil und er haftet fest am Papier. Man sieht anhand Bilsom seiner Röntgenbilder, dass ab Ende der 80er Jahre das Material immer grober und in immer größeren Mengen eingesetzt wurde. Heutzutage sind mittlerweile Kieselsteine drin. Daher meine Vermutung das ein Stoffgemisch aus mehreren mineralischen Stoffen verwendet wurde, welches mit geringer Feuchte und durch Druckeinwirkung verarbeitet wurde. In Betracht kommt u.a. auch Kaolin (kommt ursprünglich aus der Provinz Jiangxi) und wird wohl heute noch für die Düse der Raketen genutzt. Ist aber auch wieder Ton;) Man bräuchte schon Stoffanalysen der einzelnen Verschlüsse, aber das würde wohl zu weit führen.:rolleyes:
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    • Ben1977
      Es handelt sich zumindest definitiv um eine tonartige Substanz;) Ob jetzt Schlicker exakt oder was sonst auf Tonbasis genau ist die Frage- aber wie gesagt das würde zu tief in die Materie Keramik führen. Ich komme deswegen zu der Aussage weil ich aus einer Töpferfamilie stamme und dadurch bedingt mir die Beschaffenheit und auch der typische Eigengeruch der Verschlussmasse bekannt vorkam. Schlicker ist im Prinzip ja ein Überbegriff,gibt es als sehr flüssige Gießmasse oder auch als Verarbeitungsart von herkömmlichem Ton indem dem Ton Feuchtigkeit zugefügt wird- und schon wird es zu speziell;) Wenn man etwas von der Verschlussmasse eines alten Knallers anfeuchtet wird diese wieder formbar. Da meine Neugier jetzt auch geweckt ist ob es sich exakt um Schlicker handelt oder sonstige Beimengungen beigefügt sind werde ich die Tage mal Vaddern fragen was er dazu meint;)
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    • Extremspätzünder
      Als ich in den 80ern Böller geöffnet hatte, war da immer so eine graue Substanz die sich fast wie Knete kneten ließ.
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  • Album:
    Detailbilder alter China Böller
    Hinzugefügt von:
    CaMa08
    Datum:
    3. Feb. 2019
    Aufrufe:
    664
    Anzahl der Kommentare:
    6

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