31.12.2002

Streichholzschachtel

Heute kam mein Arbeitskollege her, um mir mal einen "anderen" Dachbodenfund zu zeigen. Ich dachte, es wäre nicht verkehrt euch dieses richtig alte Stück mal zu zeigen. (zensiert): Waffen SS & das Hakenkreuz unter dem Reichkriegsadler Eine Bitte: keine unnötige Diskussion über irgendwelche 2. Weltkriegsgeschichten - Danke !!

Streichholzschachtel
31.12.2002, 6. Mai 2014
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      5/5,
      Wischmob
      Och ja...damals an der Ostfront.......Spass beiseite.
      Solche Streichholzschachteln hat meine Großmutter bis vor einigen Jahren auch noch im Besitz gehabt und fleissig verwendet. Allerdings waren die Hölzer wesentlich größer. Damit hat sie immer den Ölofen angefeuert.
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    • mondfeuer
      Komischer Aufdruck - "Zündhölzer für des deutschen Soldaten", das macht grammatikalisch keinen Sinn. Da ist dem gutdeutschen Setzer wohl das Blei verrutscht, oder vielleicht war das ja subversiv gemeint, so 'ne Art kleiner orthographischer Widerstand.... :D Ja nee, noch geiler wäre ja "Waffel-Ess Ess: Streichhölzer, was dem deutschen Soldaten seine sind" gewesen. Hach, da könnte man ja glatt 'ne schöne Persiflage draus machen...

      Spaß beiseite, die Geschichte des deutschen Zündwarenmonopols aus den 1930er Jahren ist recht interessant, könnt ihr euch hier durchlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndwarenmonopol . Die haben damals schon komische Geschäfte gemacht...
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    • Pyro-Dan
      @mondfeuer: und der Seitenaufdruck:

      "Aus der Fabrik vom Führer seine Omma"


      :D
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    • Darnoc
      Vielleicht sollte die Aufschrift noch mal die Verbundenheit des normalen Deutschen mit den Soldaten betonen?
      Also Zündhölzer für die Soldaten des Deutschen?
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    • mondfeuer
      Ah, jau, jetzt habe ich den Satz verstanden, du hast recht. Ist recht verquer geschrieben, macht so besehen aber Sinn, gerade in der martialischen Diktion der Herren von damals. "Deutschen" ist als Hauptwort mit großem "D" zu lesen. "Der Deutsche", "Der Russe", usw. Kapiert! :)

      Egal, der brave Landser wird die Dinger auch so angekriegt haben... ;)
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    • Pyro
      Es steht zu erwarten, dass die offene Symbolik irgendwann aus dem Zusammenhang gerissen und irgendwo (TV-Bericht, Screenshot...) dafür verwendet wird, FEUERWERK.net in ein braunes Bild zu stellen. Genau das gilt es zu verhindern.

      Ich habe das Foto deshalb verändert und 31.12.2002 informiert. Bitte keine Diskussionen, ob das nötig war. 31.12.2002 wird das Foto ggf. nochmals anders bearbeiten. Ich denke, für historische / Archiv-Zwecke reicht auch die verfremdete Version.
    • 31.12.2002
      Bin vollkommnen zufrieden mit deiner Bearbeitung. Ist ja alles kein Problem :)
    • Bewertung:
      5/5,
      Stoppinchen
      Einfach mal interessant zu sehen, dass selbst auf einer schnöden Zündholzschachtel heroische Kriegsdarstellung abgebildet war. Aber so war das wohl in dieser Zeit mit vielen Alltagsutensilien. Jedenfalls auch ein Stück Pyro-Geschichte!
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    • mondfeuer
      Wenn die bedauerliche Zensur schon sein muß (was ich juristisch bezweifle), sollte im Text dieses Albumbildes wenigstes der originale Inhalt reproduziert werden, damit der Sinn und Nutzen für Sammler und Kenner gewahrt bleibt.
    • unkrautEx
      @Panzerabbildung:
      Ich meine neben dem Schachtellaufwerk 'ne 8.8er zu erkennen.
      Angeberei mit dem "best of" kannte ich bisher nur aus amerikanischer Kriegspropaganda.
      Ein sehr interessantes Stück Geschichte - Danke.
    • mondfeuer
      Naja, das 8.8er war konstruktionstechnisch ein echtes Pfund, damit konnte man schon mal ein bisserl angeben. :)
    • Bewertung:
      5/5,
      Mulchhüpfer
      Ob die Veränderung des Fotos nötig war, soll ja nicht diskutiert werden - gut. Aber für die Zukunft ein Hinweis: Im historischen Kontext wäre die Originalwiedergabe ok (juristisch meine ich). Einen Strick dreht man vielleicht draus, wenn sich jemand mit diesen Zündhölzern in der Hand an der polnischen Grenze fotografiert... das ist ja immernoch ein deutlicher Unterschied. Ich finde es eher kontraproduktiv, hier diese NS-Symbolik durch Vertuschung von Zeichen zu mystifizieren. Das machts für den einen oder anderen nur noch spannender und bringt im Sinne von antifaschistischer Arbeit rein gar nichts. Soweit jedenfalls meine Erfahrung dazu.

      @Mondfeuer: "Für des Deutschen Soldaten" - das macht schon Sinn. Sagt man bloß heutzutage nicht mehr so. Gemeint ist >der Deutsche, und dessen Soldaten< ähnlich wie "des Vaters Leidenschaft" usw.
    • Bewertung:
      4/5,
      Adnan Meschuggi
      Interessantes Stück Geschichte. Diskussionen um die Verfremdung schenke ich mir.

      Auffallend ist doch eher die "trübsinnige" Stimmung...

      die Bäume tot, tiefer Schnee.
      Da das ganze 1943 hergestellt wurde ist es sehr passend zur "Gesamtlage".
      Der abgebildete Panzer ist fiktiv - wer da ein Schachtellaufwerk sieht darf mir das gerne erklären. Das ist schlicht ein Panzer wie ihn sich der Zeichner vorstellte. Mit Realismus wäre es wohl ein Panzer IIIJ, IIIM, IVH oder Tiger (VIa) gewesen...

      Im übrigen stimme ich mit Mondfeuer überein, der Zeichner scheint tatsächlich die Moral untergraben zu wollen :)
      Der rote HImmel ("rote Flut" = böser sowjetischer Untermensch), die toten abgestorbenen Bäume... der tiefe Schnee und zwei armselige Hanseln mit einem fiktiven Panzer.... also Endsiegeuphorie sieht da anders aus.

      Wer sich auskennt damit könnte ja mal suchen wer diese Zeichner waren.... heute findet man ja fast alles....

      Nachtrag: Die Kanone des Panzers hat zwar eine Mündungsbremse, die KwK 8,8 L56 vom Tigerpanzer (43 war ja noch kein Köngstiger mit der KwK 8,8 L71 bekannt) war dicker und abgestuft. Wer den mal im Modell gebaut hat weiss dies.
      Und ja, die 8,8L56 war ganz brauchbar.... die 75er L70 vom Panther hatte gegen Panzer bessere Durchschlagswirkung... die 8,8L71 hingegen war dann wieder deutlich stärker.... ist aber nicht ganz Thema von Feuerwerk....
    • mondfeuer
      Ich habe mal in meinen alten Büchern gekramt und mir das 88er nochmals angesehen, das Panzergeschütz hier ist sicher keines. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Panzer-Version eine Adaption der Flak/Pak gleichen Kalibers.

      Das Setting ist kriegsmäßig, und beblätterte Bäume gibts im Winter halt nicht. :)
    • Adnan Meschuggi
      Naja,

      ich dachte auch eher "tatsächliche Frontlage (aufgerissener Analbereich) authentisch rübergebracht" - ob der KÜnstler im KZ arbeiten musste? Oder danach in selbiges wanderte? Ich hoffe nicht.

      Die 8,8 Flak 18/36 wurde tatsächlich modifiziert und im Tiger verbaut.
      Die 8,8 PAK L 71 war hingegen eine Eigenentwicklung.

      Die 8,8 Flak 43 wäre interessant gewesen... aber zu teuer und zu wenige Exemplare.

      Die Deutschen setzten auf 75mm/88mm, die Russen auf 76/100/122/152mm, die USA auf 75/76/90mm usw.
      Von der 8,8 gab es
      die Flak 18/36/37/41/43, die PAK L70, die KWK L56, L70 bei Nashorn und Elefant und noch mal abgeändert als L70 im Tiger2 und Jagdpanther

      Gute Geschütze, allerdings durch die britische 105/L7 kurz nach dem Krieg komplett veraltet. Ein Standard-Sherman mit der 75er Kanone hingegen sah recht erbärmlich aus.... allerdings im Rudel mit 40 anderen verteilte sich die Abschussgefahr :)
    • mondfeuer
      Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen des Themenkomplexes der Volks- und Trivialkunst während der Hitlerzeit. Manche dieser Werke waren meist viel näher an der Wirklichkeit, als sich das ein normaler Künstler damals hätte erlauben können. In diesem Fall sehe ich aber kein "subversives" Element, eher das Gegenteil ist der Fall, da hier Soldaten mit Winteraussrüstung gezeigt werden...

      Nochmal zum Thema AchtAcht, das Geschütz war eigentlich schon 1943 ziemlich in die Jahre gekommen, die ursprüngliche Entwicklung ging auf die Marine und ihre üblichen 3.x"-Kanonen zurück, und das schon um 1900. Es hielt sich so lange, weil es eine gute Kombination aus Wirkung und Ökonomie bot und die Mun der Russen, Amerikaner und Engländer nicht reinpaßte.
    • Adnan Meschuggi
      Schon klar - ich bezog mich auf UNSER Wissen - wir wissen dass 43 das Jahr Nr1 der "vom Russen fett Prügel beziehen"-Nazirestlaufzeit war, daher die trübsinnige Stimmung "passend" zur Realität.

      Bezüglich der 8,8...

      jein... das Kaliber war alt - richtig ist dass bereits 1890 8,8cm Schiffsgeschütze im Einsatz waren. die waren aber sowohl vom Aufbau als von der Einsatzmöglichkeit was anderes.

      Die 8,8-Familie basiert auf dem Bofors-75mm-Luftabwehrgeschütz, dessen vergrösserte Version sie war.
      Die 8,8-Flak 18 war demzufolge eine 20er-Jahre-Version, die 36er Version eine Modernisierung aus dem Jahr 1936 usw.
      Die KwK-36 für den Tiger-1 war der Versuch, ein schweres Panzergeschütz zu konstruieren welches dann in den Turm passte.
      Die 8,8-Flak41 war das modernste und effektivste Luftabwehrgeschütz seiner Zeit. Schusshöhe, Genauigkeit und Schussgeschwindigkeit war sehr hoch (20-25 Schuss pro Minute), der entscheidende Vorteil war dass "alte" Munition weiter verwendet werden konnte.
      Die 8,8 Flak41 war der 12,8cm-Flak ballistisch überlegen, schoss doppelt so schnell und war wesentlich günstiger in der Fertigung. Ergo "das" Geschütz an sich. Aber es gab da vorallem Streit welche Firma was bauen durfte... naja, halt Nazidummheit.

      Bezüglich der Panzerkanonen - auch hier war die 8,8 L56 vom Tiger 1 extrem interessant, da die Treffergenauigkeit und Durchschlagkraft mit "herkömmlicher" Munition erstaunlich war, die Sprenggranate hingegen deutlich "bessere" Wirkung zeigte als die der 75mm-Geschütze.
      Die 8,8 L71 war rein als Panzerabwehrgeschütz ausgelegt, darin das "beste" seinerzeit (bezüglich Treffergenauigkeit und Durchschlagkraft)
      Es gab bei den Briten und später den US-Amerikanern spezielle (sehr teure) Geschosse, die aus einem fahrenden Sarg (Sherman mit 75 oder 76mm-Geschütz) einen durchaus ernst zu nehmenden Gegner machte. Allerdings ist es halt doof wenn man nur 3-4 solcher Spezialgranaten hat und NICHT trifft.

      Kurz gesagt - der Zeichner hat einen 43er- Panzer nicht mal aus der Ferne gesehen... so ein Modell gab es nicht. :)
    • mondfeuer
      Soweit ich weiß, waren solche Wehrmachts-Streichhölzer als Teil der Ausrüstung der Truppe gedacht und wurden normalerweise nicht allgemein verkauft. Insofern hat man sich bezüglich allzu über-enthusiastischer Propaganda-Bildchen vielleicht etwas zurückgehalten.
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      5/5,
      Bilsom
      Also hier in Berlin findet man auf dem Tegler Flughafengelände und drumherum, immer mal wieder Granaten der Preußische Feldartillerie....auch im Kaliber 8,8cm von um 1870!
      :joh:
    • Adnan Meschuggi
      @Mondfeuer: richtig - der Landser an sich hatte ja bezüglich des "Siegens" einen aktiv-anderen Eindruck erfahren dürfen. Daher könnte da der PR-Schmu etwas zurückgefahren worden sein?
      @Bilsom: interessant - die Zeit vor 1890 (Schiffbau) ist nicht so mein Ding.... danke für den Hinweis. Muss mich mal einlesen wann das früheste 88mm-Geschütz auf den Markt kam.

      Vom Kaliber selbst glaube ich dass es was mit dem besten Längen/Durchmesser-Verhältnis zu tun hat, wegen der Zoll-Angabe kann es ja nicht sein, weil 2"/3"/4" usw. andere Abmessungen ergeben

      In dem Zusammenhang interessant, dass die 15"-Schiffsgeschütze der Bismarck-Klasse eigentlich nur 37,93cm hatte. na egal, das ist wohl nicht ganz das Thema hier :)

      Nachtrag: Etwas google-Info hat ergeben dass die schwere Feldkanone 9cm (tatsächliches Innnenkaliber 88mm) 1870 erstmalig konstruiert und als C/73 nach dem französichen Krieg als Standardwaffe eingeführt wurde (aber rasch veraltete). Daher müssten diese Überreste aus den 70er und 80ern des 19.Jahrhunderts sein....
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  • Album:
    Album von 31.12.2002
    Hinzugefügt von:
    31.12.2002
    Datum:
    6. Mai 2014
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    Anzahl der Kommentare:
    20
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