Deutschland 19. Kölner Lichter - Hauptfeuerwerk [Köln, NRW, DE] (13.07.2019)

Dieses Thema im Forum "Feuerwerke, Events" wurde erstellt von Pyro, 8. Mai 2019.

Schlagworte:
19. Kölner Lichter - Hauptfeuerwerk
Erstellt von Scherzartikel

zwischen Bastei und Tanzbrunnen
50668 Köln, Deutschland
Samstag, 13. Juli 2019 - 23:30
(endet Samstag, 13. Juli 2019 - 23:59)
Zeitzone: Europe/Amsterdam

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  1. Also die Alte hat für mich den Schuß nicht gehört.
    Als wenn es keine anderen Probleme gäbe.
    Aber irgendwie war es auch klar, daß sie auf diesen Zug aufspringt.
     
  2. So, ich habs dann mal wieder getan. Jetzt heißt´s warten ;)

    Sehr geehrte Frau Reker,
    die Kölner Lichter sind erst ein paar Tage vorbei, aber die Diskusionen um die Umweltbelastung durch Feuerwerk, das ausrufen den Klimanotstands in Köln und die angebliche Unvereinbarkeit der beiden schlagen hohe Wellen.
    Ihr Vorschlag, man könne das Feuerwerk umweltschonend durch eine Lasershow ersetzten hat mich, als eingefleischten Feuerwerksfan, etwas geschockt und veranlasst mich nun, Ihnen diese Mail zu schreiben.
    Einerseits um hoffentlich Vorurteile zu beseitigen, andererseits würde ich sehr gerne aus der Sicht eines Politikers erfahren, warum diese so schnell auf den Zug aufspringen und gegen Feuerwerk wettern, zum Teil sogar Verbotszonen oder ein Totalbverbot für Silvesterfeuerwerk in Städten fordern, immer mit dem Verweis auf:

    - Umweltverschmutzung
    - Müll
    - Lärmbelästigung.
    - Verletzungsgefahren
    - Verschwendung
    - Tierschutz

    An dieser Stelle möchte ich nur das Thema Umweltverschmutzung in Augenschein nehmen, da die anderen Themen hier zu weit führen würden.
    Als Argument wird eine zu hohe Feinstaubbelastung angeführt.
    Vom Bundesumweltamt wird in der Broschüre „Wenn die Luft zum Schneiden ist“
    Zum Jahreswechsel: Wenn die Luft "zum Schneiden" ist
    auf Seite drei ein jährlicher Eintrag von fast 5.000 Tonnen Feinstaub (PM10) durch abbrennen von Feuerwerk angenommen und wird mit 17% der Menge des Feinstaubeintrags des Straßenverkehrs angegeben.
    Das gleiche Bundesumweltamt gibt die Gesamtbelastung in Deutschland mit Feinstaub (PM10) in der Broschüre „Feinstaubbelastung in Deutschland“ https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/publikation/.../3565.pdfauf Seite 8 mit ca. 225.000 Tonnen an.
    Somit entsprich die Belastung durch Feuerwerk insgesamt nur 2,2% von der Gesamtbelastung in Deutschland.
    Aber wie kommt das Umweltbundesamt auf die 5000 Tonnen Feinstaub?
    Es gibt eine Schweizer Studie (Plinke et al. 2001) die besagt, das aus einer Tonne Feuerwerk 180.000g Feinstaub entsteht. Dem gegenüber steht die Studie aus den Niederlanden (van Horn 2008) der zu entnehmen ist das nur 14.244g Feinstaub pro Tonne Feuerwerk entsteht.


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    Nur mal so am Rande.
    Welcher Wert wurde denn vom Umweltbundesamt übernommen und wie kommen diese großen Diskrepanzen zwischen den Studien zustande?
    Außerdem find ich bei Plinke et al. (2001) wurde eindeutig zu viel geschätzt und angenommen aber zu wenig tatsächlich Nachgemessen. Sollte das Umweltbundesamt Plinke et al. (2001) veranschlagt haben aber van Hoorn (2008) recht haben, werden aus 5000 Tonnen ganz schnell 396 Tonnen. Und dann? Nach meinem Gefühl finde ich es schon etwas seltsam, das bei einer Verbrennung von 250kg pyrotechnischen Sätzen 360 kg Staub entstehen soll und dieser aus 180kg TSP sowie 180kg PM10 besteht. Da finde ich den Faktor 1:10 von van Hoorn (2008) schon sehr viel vertrauensvoller. Aber vielleicht habe ich einfach in der Schule nicht aufgepasst
    Herr Nolden hat die Umweltbelastung der Kölner Lichter 2019 mit 1,2kg Feinstaub und 43kg CO2 veranschlagt und hält sich somit an die Studie von van Hoorn (2008).
    Die Pro-Kopf-Emissionen der deutschen Bundesbürger für 2016 sind mit 8,9 Tonnen CO2 angegeben CO2-Emissionen pro Kopf in ausgewählten Ländern 2016 | Statista was für Köln bedeutet, das bei 1,061 Millionen Einwohnern täglich 25,9 Tonnen CO2 emittiert werden. Wenn wir es jetzt noch auf die Spitze treiben wollen, wird pro Zuschauer der Kölner Lichter gerade mal 15g CO2 und 0,004g Feinstaub emittiert. Wohlgemerkt Zuschauer, nicht Einwohner.
    Spätestens an dieser Stelle frage ich mich allen erstes worüber wir uns eigentlich aufregen. Ja, es entsteht CO2 und Feinstaub, aber in einer Menge die wirklich nicht bemerkenswert ist. Wenn Sie der Meinung sind dass das abgeschafft gehört akzeptiere ich das, kann es aber nicht nachvollziehen.
    Die Leute kommen wegen Feuerwerk. Feuerwerk hat etwas mit emotionen zu tun und ist gerade so schön weil es ist, wie es ist. Laut, Bunt, Hell und Druckvoll.
    Wenn Sie der Meinung sind das könnte durch eine Lasershow ersetzt werden dann zweifle ich an Ihrer pyrotechnischen Leidenschaft. Na gut, die besitzt auch nicht jeder.
    Aber ein paar schöne Videos aus fernen Ländern ersetzten keinen Urlaub.
    Wenn Sie den Fußballfans vorschlagen die Bundesliga nur noch im Fernsehen zu verfolgen, da das ewige rumgefahre durch die Republik zu viel CO2 emittiere, werden Sie wahrscheinlich nicht mit Lobeshymnen bedacht.
    Ich denke wenn wir aus Umweltschutzgründen alles auf die Goldwaage legen haben wir nur noch ganz wenig Spaß, da Karneval, Bundeliga, Schwimmbäder, CSD, der Zoo, ja sogar die Seilbahn eigentlich nur Umweltbelastend sind und abgeschafft gehören.
    Nicht das Sie mich falsch verstehen. Ich bin für Umweltschutz, finde ihn wichtig und unabdingbar. Aber es muss auch mit dem richtigen Maß geschehen. Das ist so als wenn ich mir in meinem Haus über Energiesparen Gedanken mache und das erste was mir einfällt ist die 15W Kühlschrankbeleuchtung durch eine 1W Led zu ersetzte. Das bringt nicht wirklich was. Da muss man bei den Big Playern, bei den Großverbrauchern anpacken.
    Ich denke in einer Stadt wie Köln gibt es ganz bestimmt viele gute Projekte die maßgeblich zu einer CO2 Reduktion betragen können.
    Ob es Zielführend ist die emittierte Jahresmenge für Köln von 9453,5 Tonnen CO2 durch den Verzicht der Kölner Lichter um 0,0005% auf 9453,457 Tonnen zu reduzieren überlasse ich ihnen (wobei hier die Lasershow noch nicht gegengerechnet ist und der Aufbau und die Technik wahrscheinlich einen überraschend hohen CO2 Ausstoß aufweisen).
    Mein Urteil steht fest.
     
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  3. Ich hätte noch eingebracht das der Strom für eine Licht und Lasershow auch alles andere als emissionsfrei produziert wird ;) .. Selbes sinnfreies Denken wie bei den E-Karren.
     
  4. So, kurzes Update:

    Heute war eine Einladung zum:
    "Ausschuss für Anregungen und Beschwerden des Rates der Stadt Köln"
    am 03.12. in meinem Postfach :eek:

    Ich muss mal auf der Arbeit checken ob ich das hinbekomme.

    Unter anderem war auch der Link zu den Eingaben anderer Bürger enthalten (wahnsinn was da zum Teil für ein Ton angeschlagen wird)
    https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=740699&type=do&
    welcher hier zu finden ist: Sitzung 03.12.2019 Ausschuss für Anregungen und Beschwerden falls noch jemand mitmöchte.

    Eher beruhigend empfinde ich die Beschlussvorlage: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/getfile.asp?id=732233&type=do&

    Bin weiterhin echt gespannt was das so gibt ;)
     
  5. Oh Gott sind da Sachen bei.. Unglaublich. Das Volk verblödet immer weiter und weiter.
     
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  6. Hier das Beschluss:
    Der Ausschuss dankt dem Petenten für seine Eingabe und beschließt dem Wunsch
    eines allgemeinen Verbots für das Abrennen von Pyrotechnik und/oder Feuerwerk
    nicht zu folgen. Er verweist zusätzlich auf die Gesetzgebungskompetenz des Bundes
    für das Sprengstoffgesetz. :good:


    Interessant auch:
    Frau Prof. Dr. Killersreiter, Grüne, kritisiert dass einige der Eingabe beigefügte E-Mails
    in Inhalt und Formulierung grenzwertige seien. Sie weist auf das enorme ehrenamtli-
    che Engagement der Ausschussmitglieder hin, die sich bemühen, das Bestmögliche
    für die Bürger möglich zu machen. Sie möchte so nicht angeschrieben werden, auch
    wenn die E-Mails nicht persönlich an sie gerichtet seien. Sie bittet die höfliche Form
    zu wahren und sachliche Anregungen oder Beschwerden vorzubringen. Das müsse
    auch in Zeiten des Klimanotstandes möglich sein.
     
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