Termin | News Amtsgericht Backnang verurteilt Böllerkäufer

Dieses Thema im Forum "Termine, Neuigkeiten" wurde erstellt von Pyro, 30. Mai 2017.

  1. #2 raketentoni1, 30. Mai 2017
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2017
    Finde ich total in Ordung.
    Was ich HIER aber immer wieder vermisse, sind wirklich sachlich und fachlich fundierte Beiträge, welche die Gefahr und die damit verbunden Strafe im Fall des Falles wie oben geschrieben aufzeigen.
     
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  2. Ich finde das auch richtig. Und gerne darfst Du einen entsprechenden Beitrag schreiben (wirklich gerne).
     
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  3. #4 raketentoni1, 31. Mai 2017
    Zuletzt bearbeitet: 31. Mai 2017
    Ich versuche es mal, ohne die hier lesenden Fachleute langweilen zu wollen.
    Vorerst einmal ein hier immer wiederkehrender Irrtum.
    Feuerwerk zu Unterhaltungszwecken (früher "Lustfeuerwerk") beinhaltet als Explosivstoff immer nur solche pyrotechnischen Sätze, welche explodieren aber nicht detonieren.
    Das hat mit der Abbrandgeschwindigkeit zu tun. Die liegt bei Schwarzpulver und ähnlichen Mischungen bei ca. 600m/sec , bei Sprengstoffen oft weit über 2 500m/s., oft das 2-3 fache!
    Die heute verwendeten Sprengstoffe im Bergbau etc. sind " Sicherheitssprengstoffe" d.h. diese brauchen als Auslöser eine Initialzündung.
    Obwohl auf den ersten Blick Sprengstoffe als wesentlich gefährlicher anzusehen wären als Schwarzpulvermischungen und Ähnliches ist das in der Praxis gegenteilig.
    Eben weil Sprengstoffe ohne Initialzündung praktisch schlag,- stoß.-und reibungsunempfindlich sind und bei Hitzeeinwirkung max. zu brennen beginnen, stellt sich die Sache bei Schwarzpulver u.s.w. ganz anders dar. Hier haben wir genau das Gegenteil. Schlag.- und reibungsempfindlich in oft hohem Maße, Umsetzung bei höheren Temparaturen und äußerst feuergefährlich.
    Auch und damit ist man beim nächsten "Problem", Feuerwerk ist praktisch jederzeit und für fast Jeden unbeschränkt in Zeit und Menge erhältlich.(Zeit gilt jetzt für Österreich). Also könnte ein "Bastler" mit der Zeit erhebliche Mengen an hochbrisantem Mischungen gelangen oder solche auch mit wenig Wissen selber herstellen was immer wieder zu schweren Unfällen führt. (Vergleichsweise zu Unfällen mit "Sprengmitteln" wo man praktisch nie etwas hört.
    Die Abgabebeschränkungen und die Einteilung in verschiedenen Kategorien (früher Klassen) bedarf natürlich auch einer Kontrolle und wird im Falle der Übertretung streng bestraft. Der Gesetzgeber hat vor Jahren begonnen, Feuerwerk zu Kategorisieren und nur mehr geprüftes Feuerwerk für Handel und Verwendung freigegeben. Diese sog. zertifizierten Pyrotechnischen Gegenstände sollen bei richtiger Verwendung ein Höchstmaß an Sicherheit bieten. Genau aus diesem Grund wird auch der Besitz und die Verwendung von nicht zugelassenem Feuerwerk streng bestraft.
    Außerdem sieht der Gesetzgeber im Öst. Pyrotechnikgesetz 2010 eine Reihe von mehr als 20 Punkten vor, welche als verwaltungsstrafrechtlich verfolgbar anzusehen sind.
    Dazu kommt noch im Falle eines Unfalles o.Ä. ein Tatbestand der gerichtlich verfolgt wird.
    Insgesamt zeigt sich also, dass mit Feuerwerk keinesfalls leichtfertig oder sorglos umgegangen werden darf und die Bestimmungen ohne Wenn und Aber einzuhatlen sind.
     
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  4. Also es gibt ja wohl genug Fälle von Sprengstoffbasteleiunfällen - die mit Initialzünder stattfinden. Ergo ist hier kein richtiges Argument zu sehen.
    Das trifft für viele pyrotechnischen Gegenstände zu, die in dem einem Land als sicher gelten und in einem anderen nicht - absolut objektiv ist diese Einschätzung nicht.
    Wenn die Artikel im genannten Fall zB nur österreichische Mini BKS Knaller sind, geht von diesem hochbrisantem Material in DE eine Gefahr aus die Bestraft wird, in Österreich aber als sicher gilt. Ähnlich wird es sich im aktuellen Fall verhalten. Die Artikel sind bestimmt (teilweise) CE geprüft und in Kategorien eingeteilt gewesen, die halt nur in DE als gefährlich gelten.
    Zeigt sich in dem Fall und deinen Argumenten nur bedingt - bleibt aber dennoch eine unbestreitbare Tatsache
     
  5. @psymon...

    woraus liest du DAS z. B. aus meinem Beitrag ?

    Dein Zitat:

    Also es gibt ja wohl genug Fälle von Sprengstoffbasteleiunfällen - die mit Initialzünder stattfinden. Ergo ist hier kein richtiges Argument zu sehen.
     
  6. #7 Dobi, 1. Juni 2017
    Zuletzt bearbeitet: 1. Juni 2017
    Zu den "Unfällen mit Sprengstoff" möchte ich anmerken, dass alle Vorkommnisse, bei denen es geknallt hat, von der Öffentlichkeit und den Medien als Sprengstoffexplosion dargestellt wird.
    Und wenn auch nur ein Luftballon geplatzt ist:D.

    Sicher ist es einem suizidgefährdeten Bastler möglich, sprengfähige Gemische herzustellen. Allerdings wird er sie nicht zur Umsetzung bringen können, außer er hat.........!!
    Beispiel ANFO= kapselresistent.
    Mehr möchte ich zu diesem Thema nicht schreiben;)
     
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  7. Genau deswegen habe ich auch in meinem Beitrag versucht, den Unterschied zwischen "Sprengstoff" und "Schießmittel" etwas genauer zu erläutern, damit wenigstens unter uns Forianern etwas Klarheit herrscht. Unsere Sätze in der Feuerwerkerei fallen grob gesagt unter "Schießmittel" aber nie unter "Sprengmittel". (Ich weis schon, "Effektsätze" sind KEINE Treibmittel aber trotzdem weit weniger aggresiv als Sprengmittel.)
    Und egal WAS die Medien verlauten, Unfälle mit tatsächlichen Sprengmitteln sind äußerst selten.
     
  8. Leider gibt es da doch einen recht empfindlichen, den jeder Idiot herstellen kann (mir ist nur der eine bekannt, vermutlich gibt es noch mehr). Im Namen kommt ein A und ein X vor...ohne näher darauf einzugehen.
    Und ich bin wirklich erstaunt, dass ich noch nie gehört habe, dass sich damit jemand getötet hat bei der Herstellung zu Hause.
    Wenn man bedenkt wieviele schon beim Nitrieren verschiedener Edukte ein böses Erwachen hatten. Oder auch beim trocknen der Produkte im Küchenofen...
     
  9. Na ich kann mich jetzt auf die Schnelle nicht erinnern, je gehört zu haben, dass sich Jemand alleine in die Luft gesprengt hat. Selbstmordattentäter die möglichst viele Unbeteiligte mitreissen wollen, fallen da in eine andere Kategorie.
    Hier sollte wir aber von der unterschiedlichen Gefährlichkeit im Umgang mit Schieß.-bzw. Sprengmittel reden, wie es zu Unfällen kommt und wie diese verhindert werden können.
     
  10. #11 Guranga, 2. Juni 2017
    Zuletzt bearbeitet: 2. Juni 2017
    Da möchte ich mich der Meinung von Toni und Dobi anschließen, die meisten Unfälle insbesondere durch Bastler sind doch auf die illegale Herstellung von pyrotechnischen Sätzen (Schießmittel, gefällt mir irgendwie) und nicht auf tatsächliche Sprengstoffe (Sprengmittel) zurückzuführen, die Medien werden genrell reißerisch von "Sprengstoff" sprechen.

    Und das hat natürlich wie richtig gesagt mit der leichten Zündfähigkeit von "Feuerwerk" (bzw. den pyrotechnischen Sätze) zu tun während zumindest gewerbliche Sprengstoffe eine erhebliche Brisanz haben, aber eben sehr handhabungssicher sind (wie schon gesagt, ich will nur auf die "Brisanz" raus)!

    Man kann also sagen:

    Feuerwerk, Pyrotechnik, pyrotechnischen Sätze = weniger brisant (auch wenn z.B. BKS usw. auch erhebliche Schäden anrichten ab einer gewissen Menge), aber dafür empfindlicher was die "Zündung" (Abbrand wäre eigentlich richtig) angeht.

    gewerbliche Sprengstoffe = (hoch)brisant, aber vergleichsweise unempfindlich da Initialzündung nötig (Initialsprengstoffe sind dagegen sowohl brisant als auch empfindlich).

    Das alles gilt natürlich nicht für Sprengstoffe die illegal hergestellt werden und da rede ich nicht von ANNM, sondern beispielweise von organischen Peroxiden, die ja von gewissen Gruppierungen bevorzugt hergestellt und dummerweise auch eingesetzt werden, ein Zeug was schon hochgeht wenn man es nur schief anguckt. Schon im ADR-Grundkurs hat uns der Referent sehr eindringlich vor der Klasse 5.2 gewarnt!

    Zum eigentlich Thema bleibt zu sagen, 900€ sind sicher eine gerechte Strafe! Mir wäre es sehr recht wenn gegen sämtliche illegalen Böller-Shops durchgegriffen würde und auch gegen diese ganzen Idioten auf Youtube!
     
  11. Ich denke das Problem liegt nicht immer bei der Auflagengeilen Presse.

    Wenn was mit einem Knall in die Luft fliegt ist das für die meisten gesprengt worden, bzw. wenn ich zeug habe das etwas kaputt macht wenn ich es anzünde ist das eben Sprengstoff.
    Der Normalbürger kümmert sich n Dreck darum wie schnell das passiert ist.
    Daher denke ich ist oftmals nicht das fehlende Wissen der Presse das Problem, sondern dass Sie einfach diese Wörter benutzen müssen, um den Lesern das Bild zu verschaffen was passiert ist.

    Wenn die Leser nun mal keine Ahnung haben, würde hier paradoxer Weise durch korrekte Begrifflichkeit bei den Lesern ein falsches Bild suggeriert.

    Oftmals ist dieses Nichtwissen eben sehr anstrengend, so kann man auch Leute vom Abbrenner wesentlich besser fernhalten, wenn man sagt da ist schon Sprengstoff aufgebaut, weil wenn man Pyrotechnik sagt denken alle an ihren Silvesterböller und sind schwer nicht beeindruckt.

    Und da ist es mir lieber die Presse schreibt Sprengstoff wenn einer 100kg Schwarzpulver lagert, da dadurch die Gefährlichkeit in der Öffentlichkeit wesentlich realistischer ankommt.

    Carsten
     
  12. Umgangssprachlich wird eben nicht zwischen Explosivstoff und Sprengstoff unterschieden.
     
  13. 99% Zustimmung, ich finde auch wenn von einem Verrückten Gefahr ausgeht darf man auch einen Zeitungsartikel entsprechend formulieren, oder wenn ich mich an die letzten Unfälle in Italien und Spanien erinnere dann ist die Zerstörung einer ganzen Feuerwerksfabrik (teilweise dem Erdboden gleich gemachte Stahlbetongebäude, z.B. Paolelli) dann darf man wohl auch von "Sprengstoff" sprechen für den Laien.

    Mir geht es eher um Artikel die es jedes Jahr zu Silvester gibt, die einfach nicht korrekt sind und in den heutigen Zeiten auch nicht förderlich wirken.

    Ein Beispiel wo ich mich schon damals gewundert habe: http://www.bild.de/news/inland/silvester/eu-erlaubt-mega-feuerwerk-21787108.bild.html ... da werden quasi sämtliche Begrifflichkeiten gemixt, aber am Anfang in der 1. Überschrift steht "Sprengstoff" und das aus einem bestimmten Grund, nicht aus Unwissenheit. ;)
     
  14. Hmm, würde ich so nicht unterschreiben wollen. Was etwas unter dem Radar fliegt, sind die ganzen "Hobbychemiker", die unter anderem auch Spaß daran haben, gerade zu Silvester, hochenergetische Stoffe zusammen zu mixen, einfach nur um zu sehen wie das so ist und ob das wirklich so knallt wie man sich das vorstellt. Und ja, das umfasst teliweise auch so "Sensibelchen" wie NI3, Glyceroltrinitrat, Pikrate und Apex. Aus meiner Sicht, selbst mit chemischer Erfahrung als grobst fahrlässig und lebensmüde in einem Hobbylabor einzustufen. Selbst in einem Profilabor mit entsprechender Ausbildung sind solche Synthesen nicht ohne und ich bin durchaus froh, dass ich das nur einmal in der Ausbildung gemacht habe und danach nicht mehr.

    Von denen kriegt man aber meist nur die Meldungen "Chemikalien beschlagnahmt" mit, weniger die wirklichen Unfälle...zum Glück!
     
  15. Kann ich dir genug Fälle nennen bzw musst du nur mal Google bemühen
     
  16. Bitte um wenigstens 3 Beispiele.

    "MEIN" Google bringt bei den 1. 100 Anfragen nix konkretes.
    Danke !!
     
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