Bestimmung Analytik, wie funktioniert sie?

Dieses Thema im Forum "Gesetze und Bestimmungen" wurde erstellt von Gipsbombe, 30. März 2024.

  1. Ich denke es wäre ganz hilfreich etwas zu den vielen Irrtümern aufzuzeigen die es drumherum gibt.
     
  2. Heute nur ein Beispiel:

    da ich ja selber in der Analytik tätig war ein kleines Beispiel.

    Wir waren mal wieder in unserem Labor tätig, und natürlich mit Tests und Untersuchungen von Wasser- bzw. Bodenproben.
    Da kam zufällig unser Chef vorbei und hat uns zunächst gefragt, welchen Fall wir gerade untersuchen.
    Das wußten wir natürlich und gaben Auskunft, dann kam aber die nächste Frage von ihm: "und, was erwarten Sie?"
    Meine Auskunft: "Nichts".
    Das hat er naturgemäß nicht verstanden, denn hier geht es um die Analytik und man DARF keinerlei Erwartungen haben.
    Deshalb:
    1. Man darf nichts erwarten,
    2. Alle Ergebnisse müssen vollkommen neutral ausgegeben werden,
    3. Jede Wertung unsererseits wäre schon eine Verbiegung des Ergebnisses,
    4. Die Probenahme liegt nicht in der Verantwortung des Labors, bei nicht zu erwartenden Ergebnissen ist es ein Problem des Probenehmers.
    5. Alle Ergebnisse müssen in der allgemein gültigen und vorgeschriebene Form herausgegeben werden (also alles z.B. in der selben Einheit).
    6. Alle Messungen sind bis ins Kleinste nachvollziehbar und schriftlich darzulegen.
    7. Die Messgeräte werden mindestens einmal jährlich kalibriert. Auch immer mit sogenannten Ring-Analytiken von einem unabhängigen Labor.
    8. Alle etwa 4-5 Jahre wird eine Außer-Haus-Kontrolle durchgeführt, nennt sich auch Zertifizierung.
    9. Inner-Labor-Überprüfungen finden ständig statt.

    Nur mal so zum Nachdenken, meine lieben Pyros.
     
  3. Und nu? Wobei berührt uns Pyros das?
    Naja, ganz einfach z.B. dahingehend daß Tagesmittelwerte mit Tages-Peak-Werten in eine Kübel geschmissen werden, oder daß PM10 Werte mit PM2,5 Werten verglichen werden, oder daß die Vögel-Sterblichkeit ohne allem Hintergrund dem Feuerwerk an Silvester zugeschrieben wird.
    Oder daß alle Verletzungen an Silvester dem Feuerwerk zugeschrieben wird und nicht z.B. auf den Alkoholgenuss in dieser Nacht.
    Insgesamt, daß einfach nicht differenziert wird so wie es eine richtige Analytik verlangen würde.
    Analytik verlangt dringend eine Differenzierung, ansonsten sind alle Aussagen unglaubwürdig, nicht relevant, kommen vom Himmel, werden erdacht, sind nach Gutdünken erfunden!
     
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  4. #4 Gipsbombe, 31. März 2024
    Zuletzt bearbeitet: 31. März 2024
    Was braucht Analytik noch?
    Relevante Werte, also vergleichbare Werte die kalibriert sind, und mit Kalibrierung meine ich zunächst nichtmal ein Gerät welches man kalibriert, sondern z.B. wo man ein Meßgerät z.B. für Feinstaubmessung aufstellt. Und da geht es wieder um die Probenahme, wie oben schon angedeutet.
    Die allermeisten Feinstaubmeßgeräte wurden, da man ansonsten kaum etwas gemessen hätte, in den Brennpunkten aufgestellt. Also z.B. am Stachus in München, in Berlin auch an solch einer Stelle, wo man immer höhere Werte erwarten kann. Karlsruhe, Stuttgart ebenso. Das sagt alleine aber noch nichts über die Belastung ansich aus. An diesen Meßpunkten wird man immer höhere Werte messen - ist es ein Wunder?
    Jetzt ist es aber so, daß ausgerechnet diese zwei bis drei Meßstellen hergenommen werden um das Silvesterfeuerwerk ins Schlechte zu ziehen. Egal was an diesen Meßpunkten zu Silvester passiert. Vielleicht stehen gerade zu Mitternacht 25 Menschen um diesen Ort herum und qualmen just zu Mitternacht Zigaretten, lassen irgendwas los was gerade grausam qualmt und alles zieht in den Sensor. Das wird wie gesagt nicht differenziert, kann man wahrscheinlich auch nicht. Aber dann ist es die Aufgabe der Analytik, die Werte dementsprechend auszuweisen, z.B. mit der Bemerkung im Meßprotokoll: "es wurden alle Feinstaubanteile gemessen, eine Unterscheidung zwischen Feuerwerks-Emissionen oder anderen Quellen kann nicht differenziert dargestellt werden. "
    In dieser Form wird auf jeden Fall jedes Labor arbeiten (müssen) ansonsten dürfte es bei allen Vergleichs-Analysen durchfallen.
     
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  5. #5 Gipsbombe, 31. März 2024
    Zuletzt bearbeitet: 31. März 2024
    Und nun kommen wir zur Lärmmessung an Silvester.
    Die gibt es schlicht und ergreifend nicht, oder zumindest sind sie mir noch nie zu Gehör:rolleyes: gekommen.
    Insofern sind alle Aussagen dahingehend als obsolet zu betrachten, und es sind nur subjektive Aussagen von manchen Institutionen oder Menschen, die niemals nachgemessen wurden.
    Wie soll man das auch bewerkstelligen, an jedes Hauseck einen Sensor anbringen?
    Welcher dann genau an Silvester um 11:30 eingeschaltet wird und um 12:30 ausgeschaltet?
    Und der sonstige Lärm, den es jeden Tag gibt wäre dann nicht relevant?
    Aber das nur nebenbei.
    Also, das wäre es erstmal von mir, vielleicht hat ja irgenwer noch ein paar Ideen dazu.:)

    Zur Sortierung der Hirnwindungen noch etwas vom Schorsch Benzin:D:p:

     
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  6. Ich frage mich:

    Was macht Spass an dem Job, wenn ich meinerdeits gar nichts "dazu tuen" darf?
     
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  7. Was schwimmt denn mittlerweile alles so in unserem Trinkwasser rum? Hab mir gestern abend ne Glasmilchflasche mit Wasser ausm Hahn gefüllt und durch das Glas wurde es vergrößert wie bei ner Lupe...habs dann gegen eine starke Ledtaschenlampe gehalten und da schwamm richtig vieles Zeug drin rum. Ich wollte es dann nicht mehr trinken...

    Ist das unbedenklich also kann man immer selbst im besten Wasser was finden oder sollte man das mal einschicken wegen Bakterien etc?

    Für mich war Wasser sonst immer klar ohne irgendwelche ,,Teilchen" drin.
     
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  8. Wasser für Kaffee gibt`s bei mir nurnoch aus der Glasflasche...
    Aus der Leitung ist schon längst kein Trinkwasser mehr.
     
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  9. Ich trinke nur aus der Leitung :p
     
  10. Kannst du machen.
     
  11. Analytisches Denken z. B.in der Feuerwerkerei ist das vorauseilende Wissen um den Bumms, bevor man noch was angezündet hat.

    Umgekehrt sind das die Chaoten, die sich wundern, dass es nach dem Anzünden rummst .

    Also:Chaoten denken nicht analytisch.
     
  12. Kommt halt auf die Gegend an. Es gibt Gebiete, da ist das ein oder andere Fluss- und Seewasser um einiges besser als mancherorts Leitungswasser.
     
  13. Kann man so sehen, aber auch anders.
     
  14. Hat was von ZEN-Meditation. So was könnte ich mir auch vorstellen.
    Ich mache aber das Gegenteil davon. Ich bekomme ne leere Box und die Kunden erzählen mir, wie sich die Box verhalten soll. Ich mache dann das, dass sich die Box wie erwartet verhält, so krude die Wünsche auch sein mögen.
     
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  15. Klingt irgendwie nach Ehe.
     
  16. Ist 33 Jahre Beziehung ok? ...also mit der selben Partnerin!
     
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  17. Solange ich daran nicht beteiligt bin...
     
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  18. Das ist nicht nett. Die beiden sind sehr lange zusammen was ich echt toll finde und meinen Glückwunsch übersende.
     
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  19. Wie, es heißt doch, wer nicht dazugehört, der stört. :)

    Ich schließe mich den letzten Ausführungen der Vorrednerin an. :)
     
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  20. @MurphYz Tonerde?

    @Esnomia Vielen Dank. Es ist aber gar nicht so schwer. Für mich ist die Zeit wie ein Wimpernschlag vergangen.
     
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  21. Noch etwas Genaueres zur Analytik.
    Wie läuft das so in etwa ab?
    Zunächst bekommen wir Proben herein, gehen wir mal davon aus dass es ein Brand in einem Sägewerk war.
    Zunächst kommt die Feuerwehr, die zwar immer versucht das Löschwasser irgendwie aufzufangen, teilweise schon vor Ort, aber dann auch mit Sperren in den Gewässern.
    Denn, und das ist das Problem, bei einem solchen Ereignis läuft alles Mögliche an mehr oder weniger umweltschädlichem Zeug irgendwann in einen Bach oder folgend in einen Fluß, See oder das Meer. Nur als Bemerkung: mit solchen Schadstoffen können ganze Gewässer von fast allem Leben befreit werden.
    Aber noch einmal zur Analytik: natürlich bekommen wir Hinweise darauf auf was untersucht werden soll, das macht man dann auch, aber zudem gibt es immer eine Latte an Substanzen die dann in der Analytik sozusagen "mitlaufen". Diese Ergebnisse hat aber die Analytik im Labor nicht zu bewerten, sondern das muß derjenige Sachbearbeiter durchführen. Und wenn die Ergebnisse sozusagen "clean", also unter den Grenzwerten sind, dann muß er damit zurechtkommen.
    Wir selber im Labor dürfen das nicht bewerten.
    Jetzt kann es aber sein, dass Proben an ein Privatlabor gehen, weil der Wust an Proben von uns nicht mehr bewältigt werden kann, naja, da gibt es diese "benannten Labore", die genauso überprüft werden, z.T. auch mit sogenannten "Blindproben" oder "Vergleichsproben". Dabei werden z.B. Proben als reale Proben gekennzeichnet und dann die Ergebnisse verglichen. Da sind auch schon das eine oder ander Privatlabor ausgesondert worden.
    Und warum das alles? Naja, wenn das alles vor Gericht geht muß man in der Analytik hieb- und stichfest sein. Alles muß nachverfolgbar sein, ohne wenn und aber.

    Und um es ganz genau zu sagen: es geht letztendlich ums Geld, z.B. wer für den Schaden in Haftung genommen werden kann.
     
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  22. Noch etwas zur DUH, bei vielen deren Ergüsse an die Öffentlichkeit habe ich den Verdacht dass dabei Daten recht leicht in eine bestimmte Richtung benutzt werden. Übrigens ist es z.T. ebenso wenn man sich mal die kurz vor Silvester geposteten Artikel in diversen Medien-Anstalten ansieht. Z. T. hat man überhaupt keine Ahnung von Physik, Chemie und zudem wirft man alle möglichen Daten durcheinander, nur um mal wieder das Silvesterfeuerwerk ins Negative zu ziehen.
     
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  23. @Gipsbombe
    Sehr interessant. Ich habe früher auch im Labor gearbeitet allerdings im Textilen Bereich. Also kommen schöne Erinnerung jetzt hoch.

    Ich denke auch das die Werte von der DUH zum Teil nicht stimmen bzw. in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Der Gutgläubige Mensch denkt dann das wird schon stimmen. Ist genau wie mit so Umfragen. Wenn ich schon lese wir haben 4.000 Leute befragt dann bekomme ich schon die Krise.
     
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