Handhabung & Technik Aufbau von Zündpillen

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von Sniff, 17. März 2006.

  1. Also.
    Steht ja shcon im Titel. Ich wollte mal fragen ob jemand weiß, wie Zündpillen eigentlich aufgebaut sind und wie sie genau funktioneiren.
    MfG
    Sniff
    (Tobias)
     
  2. Das ist relativ einfach..
    An den beiden Drahtenden ist ein sogenannter Konstatandraht, also ein Wiederstandsdraht.
    Wenn nun strom auf diese gegeben wird, erwärmt sich der Konstatandraht, der den Zündsatz entzündet.
    Der Satz besteht soweit ich weiß ß aus Schwarzpulver wessen Zündtemperatur mit Phosphor herabgesetzt wird.
    Keine Gewähr für Richtigkeit ;)

    Liebe Grüße
     
  3. Eine kleine Ergänzung:
    Der Widerstandsdraht hat meist 100 Ω pro Meter.

    MfG
     
  4. Um Klarheit zu schaffen, hier ein Auszug aus dem Buch von Gerd Vogel "Zünden von Sprengladungen" ISBN 3-926523-42-5. Sollte sich jeder beschaffen, der sich für Sprengtechnik interessiert. Kostet 75€ und ist z.B. über www.lhs-germany.de zu beschaffen.
    Hier der Auszug:

    Bei einem Brückenanzunder hat ein auf einem Widerstandsdraht (Glühdraht) beruhendes elektrisches Heizelement die Aufgabe, die umgebenden pyrotechnischen Sätze zu entfiammen. Diese Anzündpille besteht im allgemeinen aus 3 Teilen:
    * Anzündsatz A (innen, liegt direkt am Glühdraht an)
    * Anzündsatz B (außen, umschließt Anzündsatz A)
    * Schutzschicht (Lackschicht).

    Die Anzündpille mit eingeschlossenem Glühdraht, den Polträgerlamellen und dem Distanzhalter heißt Anzündköpfchen ,,Anzündpille“ wird auch synonym für das ,,Anzündköpfchen“ verwendet. Die Anzündsätze werden durch Tauchung aufgebracht und deshalb auch als Tauchsätze bezeichnet. Der innere Anzündsatz A soll leicht entzündbar sein, damit er durch die kleine Wärmemenge des Glühdrahtes mit hoher Abbrandgeschwindigkeit reagiert. Die beim Abbrennen des Anzündsatzes A freiwerdende Wärme ist größer als die des Glühdrahtes, d.h. der innere Tauchsatz wirkt als Wärmeverstärker. Die resultierende Wärme muß zur Umsetzung des unempfindlicheren Anzündsatzes B ausreichen, der selbst bei seiner explosionsartigen Reaktion eine so lange und so heiße Stichflamme produziert, die zur Entzündung des je nach Bauart folgenden Stoffes (Primärladung beim Momentzünder Verzögerungssatz beim Zeitzünder) ausreicht. Der äußere Schutzlack soll vor allem das Anzündköpfchen vor Feuchtigkeit bewahren, soll ein Ausbröckeln der Anzündpille verhindern und war urspünglich auch gegen elektrostatische Gefährdungen gedacht.
    Typische Stoffe, die Bestandteil der Anzündsätze Ä sein können, sind z.B. Kaliumchlorat, Kaliumperchlorat, Bleinitroresorcinat. Die Zündtemperaturen der inneren Anzündsätze liegen zwischen 1 70C und ca. 300C . Die äußeren Anzündsätze bestehen vorwiegend aus Metallen bzw. deren Oxiden, z.B. Bleioxid Bariumoxid, Titan, Magnesium, Aluminium. Die Zündtemperaturen der Tauchsätze B sind relativ unbedeutend flur den Anzündmechanismus sie liegen höher als die der TauchsätzeA. Die Verbrennungstemperaturen überschreiten meist 1000C. Die Kurzzeitigkeit des Aufheizvorganges erfordert eine deutlich höhere Glühdrahttemperatur als theoretisch erforderlich, wohl über 500C Die materielle Beschaffenheit des Anzündsatzes A bestimmt den aufzubringenden Wärmebedarf nach Gleichung (3-20), der über die elektrischen Größen nach Gleichung (3-12) aufzubringen ist. Dabei geht es im Falle der Zündung nicht schlechthin um irgendeine Erwärmung des Glühdrahtes, sondern um die zu garantierende Umsetzung der Anzündpille.
    Begrifflich muß noch auf die synonyme Verwendung von ,,Glühdraht“ und ,,Glühbrücke“ hingewiesen werden. Der ,,Brückenanzünder“ ist Bestandteil aller elektrischen Zünder.
    Gruß
    Bernd

    Aufbau eines Brückenanzünders.jpg
     
  5. Wo hast Du denn diese Weisheit her?
    Wenn dem so wäre, müssten in all meinen Zündpillen 2 cm Draht eingebaut sein!!!
    Eigentlich sollte ich nicht schreiben was für ein Blödsinn irgendwer hier erzählt, weil dann wird mein Beitrag wieder kommentarlos gelöscht. Anscheinend ist es hier wichtiger und normal fachlich und grammatikalischen Blödsinn von sich zu geben, als ein Beitrag der darauf hinweist.

    Carsten
     
  6. Hi,
    ich möchte hier keine Diskusion Anfangen ob der Beitrag blödsinn war oder nicht, aber man kann sich ja mal irren, vielleicht hat er das ja mal irgendwo gehört und hat nicht nachgedacht.
    Aber so agressiv muss man hier trotzdem nicht gleich kommen, man kann das auch friedlich regeln.
     
  7. Hmm, da das offtopic ist lese schnell bevor es verschwindet!

    Also das Problem was ich habe ist ... "er hat nicht nachgedacht" ... GENAU ... wenn hier Fragen gestellt werden sollten diese korrekt beantwortet werden und zwar nicht durch jemanden der nicht nachgedacht hat oder etwas erzählt was man irgendwann mal irgendwo von dem Bruder des Freundes ... gehört hat.

    Hinzu kommt noch das dort nicht steht es könnte sein, nein das steht so ist es, ich weiss es!

    Und ich finde es für den fragenden sehr schade auch noch fragen zu müssen stimmt das jetzt?

    Und alles was ich gesagt habe ist .. das ist Blödsinn, Sorry vielleicht hätte ich anregen sollen über die Aussage nachzudenken weil der Inhalt evtl. nicht ganz richtig ist!

    Carsten
     
  8. Ob das falsch ist, kann ich nicht sagen. Ich habe nur einem Freund von mir vertraut, der zu berichten wusste, dass der Draht 100 Ohm/m hätte. Falls das falsch sein sollte - Entschuldigung für die Falschinformation.

    MfG
     
  9. Brückenwiderstand

    Es gibt zwei Typen von elektrischen Anzündern, nämlich den "Brückenanzünder A" und den "Brückenanzünder U". Für beide sind sehr viele elektrische Kennwerte festgelegt (nämlich in der Anlage 1 der 1. Verordnung zum Sprenggesetz, "Anforderungen an die Zusammensetzung und Beschaffenheit von pyrotechn. Gegenständen ...", unter Punkt 1.3.5.6).

    So. Dort steht, dass der Brückenwiderstand bei A-Anzündern 0.8 - 2 Ohm betragen muss, bei U-Anzündern 0.4 - 0.8 Ohm.

    Wenn man jetzt diesen Widerstand als Widerstand des Glühdrahts annimmt (was nur ungefähr passt, es gibt ja noch Übergangswiderstände), und die Länge des Glühdrahts mal auf ca. 2 mm schätzt, bekommt man (geschätzte) Widerstände für den Glühdraht von 200 Ohm/m (für 0.4 Ohm Brückenwiderstand) bis 1000 Ohm/m (für 2 Ohm).

    Dank der Abschätzungen sind das natürlich immer noch "Hausnummern" - macht man den Glühdraht kürzer, erhält man höhere Werte für den Glühdraht-Widerstand.
     
  10. Der Konstantandraht mit den 100 Ohm/m wird meisens von den Selbstbastlern verwendet da er wohl ganz gut dafür geeignet ist. Gibts bei Conrad ziemlich billig.

    Ansonsten würde mich mal interessieren ob die Zündpillen doll empfindlich sind. Ich hab irgendwo mal gelesen, dass ein Pyro die Stoppine einer fertig verladenen Bombe abschneiden wollte und mit der Schere genau die Zündpille getroffen hat. Dabei hat sich diese entzündet und die Bombe ging los.
    Meine Frage nun:Kann so etwas wirklich passieren? Wahrscheinlich hört es sich ja schon an wenn von Chloratsätzen die Rede ist.
     
  11. Wenn die Schere schon heiß war (durch das durchschneiden anderer Stoppinen, weil die Schere in der Sonne lag, etc.), bevor er die Zündpille durchschnitt, dann kann ich mir vorstellen, dass dies möglich ist.

    MfG
     
  12. Dazu muss die Schere gar nicht heiß sein.

    Es gibt pyrotechnische Sätze, die auf Schlag oder Reibung mit Explosion reagieren. Das ganze kann auch indirekt funktionieren: Reibung erzeugt Wärme, und wenn die an einem (kleinen) Punkt ausreichend groß wird, dann zündet der Satz.

    Herr Rennert von der Sprengschule Dresden hat uns vor zwei Wochen beim Lehrgang ein Bündel Anzünder gezeigt, das (in eine Kartonschachtel verpackt) aus etwa 1 Meter Höhe auf den Boden gefallen war und dabei unglücklicherweise auf den Anzündpillen aufschlug. Ergebnis: alle Zünder hatten ausgelöst. Recht beeindruckender Anblick!
     
  13. :shocked:
    Was bei BAM-Ware aber definitiv und 100 %ig ausgeschlossen ist ?

    Mein hilfspolizisten-querulanten Herz verkraftet nämlich sowas nich ...
    Thomas
     
  14. ich fürchte, sowas ist bei pyrotechnischen Artikeln niemals nicht völlig aus zu schließen, wenn ich Herrn Einstein richtig verstanden habe ;)
     
  15. das ist das was ich immer sage:

    Die Leute glauben, von der BAM geprüft und es kann und darf nicht´s passieren.
    Respekt schadet nie!
     
  16. Was die BAM macht, ist ein Stichprobentest - geht ja auch gar nicht anders, denn nach dem Testen vom Pyro-Artikel kann man ihn üblicherweise nicht nochmal verwenden
    :)

    So ein Stichprobentest hat aber nun ein paar Haken, die in der Natur der Zufälligkeit (Stochastik/Statistik) liegen. Vielleicht ist Dir im Mathematikunterricht irgendwann mal der Fehler 1. und 2. Art bei statistischen Tests begegnet?

    Es kann also sein, dass Du im Test zum Ergebnis "Ware funktioniert einwandfrei" kommst, und trotzdem ein gewisser Anteil den Kriterien nicht standhält - Du hast diesen Anteil in Deiner Stichprobe halt zufällig nicht erwischt.

    Auch BAM-zugelassene Klasse II -Vulkanen können explodieren, auch Klasse II -Cakeboxen haben Rohrkrepierer - und auch zugelassene Anzünder können ungewollt auslösen. In so einem Bündel reicht halt einer, um die anderen auch gleich anzuzünden.

    Ach ja: so ein Test sagt nie etwas über "100%ig" aus - die Statistiker sind vorsichtig und sagen: "Wir haben die Testhypothese "Die Anzünder genügen nicht den Kriterien". Der Test ergibt, dass die Hypothese mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 5% falsch ist". Alles darüber hinaus ist Interpretation...
     
  17. Oo Wär echt blöde wenn man 100 Pillen für 70 Teuros kauft und dem Postboten fäll der Karton runter... Oder wenn man auf dem Abbrennplatz ausversehen ein Werkzeug fallen lässt.
     
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