Handhabung & Technik DIY 16 Kanal Funkzündanlage (zum Nachbauen)!

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von Pyro Frame, 10. Jan. 2020.

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Besteht Interesse für einen Bauplan der Zündanlage?

  1. Ja, würde mich interessieren!

    14 Stimme(n)
    87,5%
  2. Nein, kein Interesse!

    1 Stimme(n)
    6,3%
  3. Joa, aber nur als fertiges Produkt!

    1 Stimme(n)
    6,3%
  1. #1 Pyro Frame, 10. Jan. 2020
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2020
    Ich wollte euch heute mal von meiner selbstgebauten Funkzündanlage für Silvester 2019/2020 erzählen und nachfragen, ob dort interesse für eine Bauanleitung oder einen Bausatz besteht.


    Vorgeschichte:
    Nun von Anfang an, es war mitte Oktober und ich kam auf die Idee dieses Silvester das erste mal mein 0 Uhr Feuerwerk Elektrisch zu zünden. Ich machte mich auf die Suche nach einer geeigneten Zündanlage, die erstmal nicht mehr können sollte, als das Feuerwerk zu zünden, kein Schnick Schnack. Am besten natürlich so billig wie möglich. Deshalb bin ich natürlich direkt auf die bekannten 12 Kanal China Zündanlagen für 40€ gestoßen. Desweiteren sah ich verschiedene Zündanlagen im Preisbreich 130€, die einzig noch einen Stepper dabei hatten. Bei genauerer Überlegung und langem hin und her war ich kurz davor mir eine der China Zündanlagen zuzulegen, bis jedoch ein Freund von mir, mir eines seiner derzeitigen Arduino Projekte zeigte und ich auf die Idee kame mir eine selber zu bauen. Ziel war die Zündanlage unter 100€ zu halten, einen Display zu beinhalten und 16 Kanäle. So fing alles an.


    Vorbereitung:
    Total motiviert von meinem vorhaben habe ich natürlich erstmal gegoogelt, was wahrscheinlich jeder macht, um zu schauen, was es bereits gibt. Siehe da, ich fand bis auf ein Video von "CC8 Productions" nix in dieser Richtung. Ich fand die umsetzung von ihm eigentlich ganz in Ordung und habe zumindest den Sender etwas abgeguckt bei ihm. Da ich in der vergangenheit schon oft Projekte mit Ardunio gemacht habe weiß ich relativ gut Bescheid im dem Bereich, zum Thema Programmierung und verkabelung, den Rest konnte man sich leicht anlesen. Ich fang nun an alles erstmal im Kopf zu planen, bin nicht der Typ, der sich direkt alles aufschreibt, eher der Fertige Plan. Also überlegte ich mir, was genau alles meine Anlage können solle. Das waren 16 Kanäle, Display bei Empfänger und Sender, Schlüsselschalter, min. 200 Meter Reichweite, Sicherung / Testmodus und ein sicheres Gehäuse des Empfängers. Nun machte ich mich auf die Suche nach Teilen. Alles bei den günstigsten deutschen Ebay-Händlern in den Warenkorb gelegt und als alles zusammen war bin ich fast umgefallen :D. Es waren fast 300 Euro Warenwert, was mir viel zu viel war. So was jetzt? Genau, einfach direkt beim Chinesen bestellen, da es das gleiche Produkt ist, nur beim deutschen schon importiert. Aliexpress eignet sich dafür am besten, weil man dort eine riesige Auswahl hat und den besten Händler aussuchen kann und das meiste ist sowieso Versandkostenfrei. Also wieder alles zusammengesucht und siehe da 80€ für alles, also damit meine ich echt alles, sogar noch ein paar Teile öfter, falls eins mal ausfällt oder defekt ankommt und ich nicht wieder 40 Tage warten muss. Bestellt habe ich also am 21.10.2019. Die Teileliste und Link würde ich dann in der Bauanleitung hinzufügen. Grob gesagt waren es 2x 8 Kanal Relay-Boards, HC-12 Sendemodule, Lautsprecherbuchsen, Arduino Mega, Not-Aus Schalter, Taster und das Display. Über das Gehäuse des Empfängers und die Batterie konnte ich mir noch etwa einen Monat Gedanken machen, da ich gerne eine Art Koffer haben wollte. Das Gehäuse des Sender ist das gleiche, wie im Video, das reichte mir aus. Einen Monat passierte nix, bis die letzen Produkte am 2.12.2019 ankamen. Erstmal habe ich alles bei Seite gelegt und nix damit gemacht. Nach ca. einer Woche kam der Ehrgeiz und die Ideen wieder. Das Problem, keine Batterie, kein Gehäuse. Beides bestellte ich mir in Deutschland, weil ich bei Blei-Batterien nicht auf Chinesen vertraue. Das Gehäuse wurde ein einfacher 20x30cm Werkzeugkoffer und die Batterie eine 12v 7Ah Bleigel-Akku. Am 12.12 war alles da und es konnte losgehen mit dem...


    Zusammenbau:
    Zuerst fing ich an und bohrte die vorher gefertigten Schablonen auf die Bleche, Der Sender hatte eine Aluplatte dabei, für den Empfänger musste ich mir was einfallen lassen. Ich benutze einfaches 3mm Blech, damit es auch eine gewisse stabilität hatte. Leider ist mir dort ein Messfehler unterlaufen und das Blech ist kleiner als der Kasten, weshalb schlitze zwischen Wand und Blech sind, was aber nur Schönheitsfehler sind (siehe Bild). Sonst hat alles ohne Probleme geklappt, 100% genau und symmetrisch war es nicht, weil ich es alles relativ frei gemacht habe. Der zweite Schritt war alle Löcher für Antennen und Anschlüsse zu bohren, ohne Probleme. Nun ging es an die Technik und da half mir der vorher angefertigte Schaltplan sehr. Als ersts habe ich die Platine für den Sender gelötet und die Taster verbaut, mehr dazu im Bauplan. Ich hatte keine extremen Schwierigkeiten dabei. Der Empfänger war doch eine Nummer größer, da ich erstmal die Batterie richtig befestigen musste. Dabei hat mir mein 3D-Drucker sehr geholfen. Einfach passende Schale und befestigung gedruckt und eingebaut. Die Elektrik war sehr fummelig, da wenig Platz, viele Kabel und alles an den gleichen Ardunio. Da ich im Nachhinein festellen musste, dass ich die falschen Adapter für die Antenne bestellt habe, musste ich zwischen Empfänger und Sender entscheiden, da ich nur einen zuhause hatte. Ich habe mich erstmal für den Empfänger entschieden. Der Schlüsselschalter ist mir beim Einbau leider kaputt gegangen (Eigenverschulden, mit Gewalt geht nix), weshalb ich auch dort improvisieren musste und einen einfachen Einbauschalter verbaut habe. Am 18.12 war ich endlich fertig mit dem Elektrischen Teil und ich konnte beides erstmals Anschalten. Soweit ging es, ein paar Fehler musste ich noch verbessern, weil ich unsauber gearbeitet habe, aber nix, was nicht ging, da ich direkt wusste, was das Problem war. Im vorhinein hatte ich bereits ein Test Programm geschrieben, womit ich alle Funkionen getestet habe. Mit dem fertigen Sender und Empfänger ging es als zur...


    Programmierung:
    Es ging einfacher als gedacht, da es im Endeffekt 16 mal das gleiche war, jedoch machte mir der Sender etwas sorgen, weil er nicht Senden wollte, also Modul ausgetauscht... immer noch nix. Code nochmal komplett durchgeschaut und da fand ich den Fehler, total versteckt und nur eine 0 anstatt einer 1 ist es gewesen. Den kompletten Code würde ich mit zu Bauplan machen, mit Erklärung natürlich.


    Der Erste "richtige" Test:
    Am 27.12.2019, ja so spät, weil ich davor im Urlaub war, war es so weit, habe ich sie mit den Elektrozündern von Heron getestet. Ein Luftpfeifer und ein Vulkan (Kat 1.). Ich war begeistert und sehr erfreut, dass es keine Probleme gab. Leider habe ich davon kein Video :(


    Silvester:
    Am 28.12 natürlich viel Eingekauft :) (Nur eine kleine Auswahl)
    Bild Gesamtübersicht Batterien.JPEG

    und am 30.12 verzündert. ingesamt 12 Batterien, 2 Vulkane und 2 Strobos mit einer kleinen Show. Da ich nicht mehr daran geglaubt habe, dass ich die Zündanlage noch vor Silvester fertig bekommen würde, war es mehr spontan, als geplant. Hier mal ein kleiner Ausschnitt: Youtube Video

    Fortschritte bis jetzt:
    Bis jetzt ist die Zündanlage technisch Top, optisch leider noch nicht. Die Schlitze beim Empfänger, der unsaubere Schnitt beim Display beim Sender, die nicht vorhandene Symmetrie und so weiter nerven mich noch etwas. Das einzig technische, was noch nicht geht ist der Display am Empfänger, den ich erstmal ausgelassen habe, da es noch ein bisschen mehr Zeit in anspruch genommen hätte und ich schnell fertig werden wollte. Bis dato bin ich leicht über mein Budget gekommen, aber 120€ sind für mich noch in Ordung.
    Hier mal ein paar Bilder der Anlage:
    IMG_1946.JPEG IMG_1947.JPEG IMG_1948.JPEG IMG_1949.JPEG IMG_1950.JPEG IMG_1951.JPEG IMG_1952.JPEG IMG_1954.JPEG IMG_1955.JPEG IMG_1956.JPEG IMG_1957.JPEG
    PS: Vom Aufbau sind leider keine Fotos vorhanden, da ich nicht gedacht habe, dass ich dies mal hier veröffentlichen werde. Bei weiteren Fortschritten werde ich vermehrt Fotos schießen.

    Ziele und Weiterentwicklung:
    Wie ihr sicherlich gemerkt habt, war das noch nicht alles, von dem, was ich gerne noch machen möchte zu dieser Anlage. Ich habe noch viele Ziele:
    • Besseres Design, ohne Schlitze und alles Symmetrisch
    • Antenne am Sender
    • Inbetriebnahme des Displays am Empfänger
    • Software für vorprogrammierte Shows
    • Platine entwerfen für Schaltung (PCB)
    Dies sind einige meiner Ziele, wovon viel mit dem Aussehen zu tun hat, das bedeutet die Anlage schöner und professioneller machen, z.B. neues Blech für Empfänger bzw. sogar anderer Koffer, ihren Dienst tut sie bereits 1A. Vorallem im Bereich Software wird sich vieles tun in den nächsten Wochen. Ich habe vor ein eigen dafür entworfenes Programm zu programmieren, worin man wie beim Videoschnitt Elemente hintereinander ziehen kann, z.B. Kanal 3 bei Sekunde 5 etc.. Das bedeutet eine Grafische Bedienoberfläche. Und das für eine relativ günstige Zündanlage! Falls ich irgendwann mal ein wirklich fertige Anlage habe, mit allem, was mir im Kopf schwebt, könnte man auch einen Bausatz zum nachbauen anbieten. Aber erstmal Schritt für Schritt weiterkommen.


    So jetzt habe ich euch genug zugetextet :). Würde mich freuen, wenn ihr mal eure Meinung zu meinem Projekt schreibt und ob Interesse besteht, dass ich das ganze weiter dokumentieren soll und ob ihr einen Bauplan inkl. Bohrplan und Schaltplan haben wollt. Ich bedanke mich bei euch, bis die Tage...Nils!
     
  2. Hi,

    schaut nett aus! Entwickle momentan auch eine Zündanlage.
    Bei Funk kann ich dir die RFM69 oder RFM96 Module empfehlen. Mit dem RFM96 konnte ich nach 1,5Km noch etwas Empfangen und zwischen den beiden Modulen befand sich eine Oberleitung, eine Bahnlinie, eine Autobahn, Häuser und ein kleiner Wald... ging nicht mehr zuverlässig, aber es kam noch etwas durch. Die Funkmodule gibt es von Adafruit auch mit nem µc auf dem gleichen Print.
    Würde mir auch noch Gedanken machen bezüglich ESD Schutz, und mehrere Sicherheitsmaßnahmen welche vor ungewolltem Zünden schützen sollten.

    Hier noch ein paar Impressionen von meinem noch Bastel,
    Display und Leds für den Durchgangstest kommen noch dazu.
    Sonst:
    • 30V/2A Zündspannung/Zündstrom
    • Widerstandsmessung (+-10mOhm)
    • Schön erweiterbar -> können auch 6 Kanal aufsteck Prints gefertigt werden oder mehr
    • Temperatur und feuchte Messung
    Gibt dann noch RS485 switches und Stromlose module


    WhatsApp Image 2020-01-10 at 07.57.41 (1).jpeg WhatsApp Image 2020-01-10 at 07.57.41.jpeg

    Schöne Grüße,
    Daniel
     
    re.eule und Feuerwerker.ch gefällt das.
  3. Schön, dass es solche Beträge noch gibt! Ich hatte ja auch mal so einen Beitrag eingestellt vor Jahren. Damals gab es aber auch keine günstigen Zündanlagen. Vermutlich hast du aber ganz schnell das selbe Problem wie alle Bastler... Zu wenig Kanäle ;)
     
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  4. Wenn du das Forum schon gefunden hast, hättest du auch auf die beiden Themen El Fueradoro und raspEasyFire stoßen können.
     
  5. #5 TelosNox, 10. Jan. 2020
    Zuletzt bearbeitet: 10. Jan. 2020
    Ich hab die gleiche Geschichte schon durch. Allerdings war mein Fokus es wirklich so günstig und einfach wie möglich zu machen.
    Rausgekommen ist dabei Noxnition und das Forum hat mir dabei sehr geholfen.

    Wenn du Bock drauf hast, selbst was zu entwickeln, dann mach das einfach. Mir hat das echt Spaß gemacht. Wenn es dir aber nur um die fertige Lösung geht und es was handfestes sein soll, dann ist die El Fueradoro glaube ich bereits genau das richtige.

    Noxnition eignet sich nur begrenzt, weil WLAN sehr ortsabhängig ist. Ich hab das dieses Silvester gemerkt: tethering hat nen ****** Kanal gewählt und schon musste ich auf ca. 20m ran, damit es funktioniert. Im Ort funken halt viele. Mobiler Repeater würde helfen, allerdings muss man den auch erstmal anschaffen.

    Softwaretechnisch fände ich es cool, wenn wir ein einheitliches Übertragungsprotokoll unterstützen. Dann kann man die gleiche Software für verschiedene Zündmodule verwenden und umgekehrt.
     
    Pyro Frame gefällt das.
  6. Danke für den Hinweis! Ich war zu dem Zeitpunkt noch nicht viel im Forum tätig und habe deshalb nur grob alles überflogen. Bei der Suche nach „Funkzündanlage selber bauen“ kam auch nicht, bzw. kann ich es auch übersehen haben, die El Fueradoro. Ich tauche jetzt erst richtig ein in das Thema und in das, was bereits gemacht wurde. Ich versuche aber trotzdem erstmal meine Anlage weiter auszubauen. Gruß Nils!
     
  7. Ich habe bereits ein Plan, wie man dem ein bisschen Abhilfe schaffen kann. Also einfach ab- und zuschaltbare Erweiterungen, die kleiner sind als die Hauptzündbox. Alle Befehle laufen aber erstmal über den Empfänger, also die Box. Gruß Nils!
     
  8. Noxnition ist so konzipiert, dass man n x 8 Kanäle machen kann. Einfach Schieberegister durchschleifen.
    Man müsste Mal testen ob die Kopplung von 2 Registern auch über ein Verbindungskabel klappen würde, so könnte man das auch nachträglich erweitern.
    Unendlich weiterschleifen kann man so aber garantiert nicht, da wird das Signal irgendwann zu schwach.
    Da müsste dann schon ein neuer Microcontroller dazwischen
     
  9. Gab es schon mal Probleme mit den Schieberegistern? z.b. falscher Kanal?

    ich verwende ein attiny als io expander, der befehl kommt immer mit crc zum tiny, da sollte die Wahrscheinlichkeit klein sein das mal der falsche Kanal zündet.
     
  10. Nein mit dem Register hab ich noch nie Probleme festgestellt. Das läuft zuverlässig.
    Allerdings sind die Steuerleitungen recht kurz (wenige cm).
    Ich denke aber, dass das auch über Kabel gehen müsste. Ich steuere am Motorrad ein Display über SPI an und übertrage das Signal in einem LAN Kabel. Das müsste mit den Signalen für das Register auch so möglich sein.
    Ich sehe eher nur Probleme, wenn man das dann verkettet. Also Modul zu Modul zum, nächsten Modul und wieder zum nächsten Modul verbindet. Dann sind da viele Stecker dazwischen und da summieren sich die Verluste dann auf.
     
  11. Die Schieberegister - wir sprechen vermutlich von den 74HC595 - funktionieren tadellos, sofern sie sauber angesteuert werden und man die Pegelvoraussetzungen im Datenblatt beachtet.

    Was man unbedingt beachten muss, ist das Einschaltverhalten, denn die acht Ausgänge kommen mit zufälligem Zustand hoch und müssen erst in Software auf den gewünschten Pegel gesetzt werden, ehe man sie aktiviert. Durch einen starken Pullup an OE kann man die Ausgangstreiber daher direkt beim Hochfahren inaktiv halten und durch Pull-Widerstände an den Pins den Pegel festlegen, bis man in der Software alle Schieberegisterstellen geschrieben und die Werte durch eine steigende Flanke an RCLK an die Ausgänge weitergegeben hat. Erst dann dürfen die Ausgangstreiber aktiviert werden, indem man OE auf GND zieht.
     
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