Sonstiges Indische Tontopf-Fontänen: Tubri

Dieses Thema im Forum "Pyrotechnik allgemein, Erfahrungen, Tipps" wurde erstellt von Pyromartin, 22. Mai 2019.

  1. Hallo,
    in Indien und Thailand werden traditionelle Goldfunken-fontänen gefertigt, deren Umhüllung aus gebranntem Ton gemacht ist. Diese Tontöpfe haben meist einen Durchmesser von 7-10cm. Es sind dies wohl einer der ältesten Feuerwerksartikel überhaupt. Oben befindet sich ein Loch durch das der Topf geladen wurde und auch bezündert wird. Ich konnte im www nichts darüber finden. Weiß jemand hier vielleicht den Hindi- oder Thai Namen für diese Tontopf-Fontänen ? Vielleicht weiß unser Fontänenspezialist @Raini Apel, mit seinen Verbindungen nach Thailand, eine Antwort auf meine Frage. Falls es im Netz irgend etwas über diese Fontänen gibt, würde ich mich über den Link sehr freuen.
     
  2. #2 KohleGold, 22. Mai 2019
    Zuletzt bearbeitet: 22. Mai 2019
  3. und nach dem Feuerwerk Verwendung als Blumentopf... das umweltfreundliche Feuerwerk... da kotzt dann die eigenartige Umwelthilfe
     
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  4. Hier einige Bilder von einem Feuerwerksverkauf in Bangkok:

    [​IMG]

    [​IMG]
     
  5. Leider ohne CE :haehae:
     
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  6. In Thailand heißen die Dinger Paniang oder so ähnlich. Ich hab die schon in richtig groß gesehen. Daß die auch gut knallen können sieht man ja im indischen Video. In Toyland werden die gerne bei Beerdigungen abgebrannt. Der Satz wird vermutlich rein gegossen und scheint als Funkenbildner Eisen zu enthalten.
    meint Raini
     
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  7. Das ist ja mal interessant, vielen Dank für den Link!

    Ich habe dreisterweise den Link hier als PDF angehängt - falls die Seiten (von 2009, letzte Ergänzung 2010, die Seite zeigt schon Auflösungserscheinungen mit toten Links usw.) irgendwann nicht mehr existieren sollte.

    Quelle und alle Rechte: http://firefountain.blogspot.com

    http://firefountain.blogspot.com
    fire fountain

    Sie verwenden Natriumnitrat mit Metallpulver (Eisen oder Aluminium) als größten Bestandteil im trockenen Satz:

    16:12:4:3:2 > Iron : SodiumNitrate : Sulpher : Wood Charcol : Magnesium Powder
    18:12:4:3:2 > Aluminium : SodiumNitrate : Sulpher : Wood Charcol : Magnesium Powder

    DSC04804 (640x480).jpg khol (640x480).jpg sora (640x480).jpg Gandhak (640x480).jpg kathkoila (640x480).jpg DSC04794 (640x480).jpg lohachur (640x480).jpg aftermixing (640x480).jpg mixing (640x480).jpg DSC04786 (640x480).jpg DSC04787 (640x480).jpg DSC04788 (640x480).jpg DSC04790 (640x480).jpg DSC04789 (640x480) (2).jpg DSC04791 (640x480) (2).jpg DSC04798 (640x480).jpg
     

    Anhänge:

  8. Interessante Auswahl! :D
    Mensch leben wir in einem verklemmten Land ;)
     
  9. Erinnert mich irgendwie an die japanischen Handfontänen...:)
     
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  10. Es ist viele Jahre her, das ich mal welche abgebrannt habe. Ich erinnere mich eigentlich nur an Holzkohle und Eisenfunken. Die oben erwähnten Namen läuten aber keinerlei Glocken in meiner Erinnerung. Ich bin aber doch begeistert, was ihr so alles gefunden habt. Wie sieht denn eine japanische Handfontäne aus ?
     
  11. Meiner Meinung nach kann der Satz, so wie er geschrieben ist, nicht funktionieren. 16 Teile Eisenpulver auf 12 Teile Chilesalpeter plus weitere 9 Teile kann schlecht funktionieren. Wenn dann müßten es 16 Teile salpeter auf 12 Teile Eisenpulver sein. Selbst dann scheint mir der Eisenanteil zu hoch. Rainer müßte das genau wissen.
     

  12. Feuerwerk - [Japan] "Handrohr Feuerwerk" Tezutsu Hanabi
     
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  13. Gestern Abend habe ich mich noch ein wenig durchs Netz gewühlt und so einige Filmchen von Tamil Nadu gefunden, dem Hauptherstellerland in Indien. Interessant was Feuerwerksartikel dort kosten. 5 Tubri,klein : 2,80 , Mittlere 3,20 und 4 große 4,48.
    10 kleine Fontänen : 0,83 euro, 10 mittlere . 1,54 euro 10 große, grüne, geschnürte Knaller: 0,58 euro Eine Schachtel kleine strobes : 0,50 euro. 10 kleine Raketen : 0,40 etwas größer 0,80 Euro. Für uns Europäer sind das traumhaft billige Preise. Das einzige was aus dem Rahmen viel war die größte Knallkette, eine 10000er für den stolzen Preis von 128,-Euro.
     
  14. Ich habe vor 20 Jahren ein freiwilliges soziales Jahr in Kerala absolviert und habe dort einiges testen können....
    Böllermäßig konnten die indischen Produkte mMn locker mit einigen osteuropäischen Import-F3-Böllern mithalten, wobei mir insbesondere dreieckige, aus Kokosnussblättern gefertigte Böller gefallen haben.


    Anbei ein Artikel mit einem Bild von den besagten Böllern:

    How manufacturing of crackers in Thiruvananthapuram is on the decline

    Die lautesten Böller, welche ich dort gezündet habe, waren Kokosnussgroße und mit Juteschnur umwickelte Kugeln, welche dort (Wayanad) von den Bauern zur Abschreckung von Elefanten verwendet wurden.
    Wie alle lokalen Feuerwerkskörper musste man die Zündschnur vor dem Anzünden mit einem Stück Papier umwickeln, damit man noch genug Zeit hatte, um sich in Sicherheit zu bringen...
     
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  15. Müsste.... ja....:cool:
    63% Nitrat, 21% Schwefel und 15% Kohle ist erstmal nicht soo abwegig. Noch etwas Magnesium um die Sache etwas juckiger zu machen.... ja klar....

    Ob das Zeug allerdings 43% Beladung in Form von Eisen hochbringt..... nix genaues weiß man nich.... stinken tut das Zeug auf jeden Fall brutal....

    Mit meinen modernen Sätzen krieg ich ungefähr die Hälfte bespaßt.
    Allerdings verbrennt mein Eisen restlos. Was ich bei den grottigen Drehspänen für ausgeschlossen halte. Da fliegt ein gut Teil bestenfalls glühend durch die riesige Düse, sieht man ja auch auf den Videos. Wirklich brennen tut da kaum was. Vonwegen Feuerblüten...seeehr wenig..... Und wenn's nicht durch die Düse geht knallt der Blumentopp eben.

    In Europa (oder auch China) sind die Eisenspäne irgendwo unter 500 µ angesiedelt. Da hat jeder Hersteller so seine spezielle Siebung. Diese Drehspäne hier sind locker im cm-Bereich.

    Dazu kommt, daß dieser haarsträubende Satz in keiner Weise lagerbeständig ist. Wenn ich so etwas verwenden würde wäre in der Lostrommel: Konkurs, Werkstattbrand und Haftstrafe. Ist nur die Frage was in welcher Reihenfolge eintritt.....:D
    Abgesehen von dem Magnesium (was es halt noch nicht gab) ist das Pyrotechnik aus dem 18 Jahrhundert.

    Der Alusatz ist noch abenteuerlicher. Da ist dann sogar noch eine deftige Explosion mit in der Lostrommel. Das einzig positive daran: So eine Knallsatzexplosion kann einem unter Umständen die Haft ersparen....
    meint Raini
     
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  16. Hallo Raini,
    die, die ich vor Jahrzehnten mal zünden durfte, hatten alle keinen Schlußknall. Es scheint heutzutage die Version mit Schlußknall beliebt zu sein. Die Eisenspäne scheinen die eines Hobbyisten zu sein. Professionelle Betriebe in Sivakasi haben da weit bessere Qualitäten zur freien Verfügung. Mepco ist, denke ich, mittlerweile der weltgrößte Produzent des schwarzen Pyroaluminiums. Wenn man die vielen Filme von Meisterschaften mit diesen Körpern sieht, so ist die Sprühhöhe phenomenal. Um das hinzukriegen müssen die Jungs handwerklich schon was drauf haben. Das ist ja keine "Shopware". In den Filmen ist mir aufgefallen, das es Töpfe mit großem Loch, die fast zur Hälfte mit Verdämmung gefüllt werden und welche mit kleinem Loch (Shopgoods in Thailand), wo das Loch die Düse ist. Mir gefällt dieser traditionelle Artikel, weil er so typisch für Indien und Thailand ist.
     
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  17. ...na der Schlußknall scheint auch nicht wirklich beabsichtigt zu sein...:shok:

    "Shopware".... sagen wir mal Nachtmarktware....
    Vermutlich stellen die eine Verkaufsvariante her und dann gibt's noch die "wilde" Variante.
    Der angegebene Satz ist vielleicht für die Wüste Gabi geeignet, für Areale mit mehr als 30% Luftfeuchtigket kann man den nur als fliegender Händler verkaufen der NIE wieder gesehen ward.

    Natriumnitrat ist so hygroskopisch und frisst dann Magnesium und Eisen restlos auf. Unter tropischen Bedingungen innerhalb von Stunden. Bestenfalls geht da nix mehr. Dümmstenfalls entzünden die sich auch mal selbst. Wie gesagt: 18. Jahrhundert...

    Solche "Meisterschaften" zeugen eigentlich nur davon, daß da keiner so richtig weiß was er tut. Wer einigermaßen wissenschaftlich an die Sache ran geht weiß relativ schnell wie leistungsfähig der Satz für die jeweilige Hülse eingestellt wird und permanentes ran tasten an die Berstgrenze bringt bestenfalls eine kindliche Gaudi. Wo aber auch nix gegen einzuwenden ist....:phantastic:

    Daß die Jungs in Sivakasi ihr Geschäft verstehen zeigt schon, daß dort auch der weltweit größte Pyrobetrieb sitzt.
    meint Raini
     
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  18. Dieser eine Film eines unkundigen Hobbypyros, kann man nicht auf die anderen übertragen. Kommerziell wird natürlich KNO3 und nicht NaNO3 dafür genommen. Der Schlußschlag ist beabsichtigt, denn man kann in anderen Filmen sehen, das erst ein Löffel Schwarzpulver hinein kommt. Der Hahnebüchene Satz dieses indischen Jugendlichen kann gar nicht knallen. Er wird kaum brennen. Diese Töpfe sind sehr alt, ich denke einige hundert Jahre.
     
  19. Welches ist denn der weltgrößte Pyrobetrieb ? Ich hätte den eher in China vermutet.
     
  20. Naja, genaueres weiß man nicht....
    www.standardfireworks.in/ reklamiert 45% des indischen Marktes und dazu 5% des Weltmarktes für sich. Das ist schon mal eine Ansage.

    In China sind die beiden größten vermutlich www.dancingfireworks.com und www.pandafireworks.com

    Welcher von den 3 Giganten momentan der Größte ist kann man nur schwer sagen. Insbesondere durch die chinesische Sitte sich mal eben kurzfristig aneinander zu binden (oder zu verpfänden) weil man z.B. liquide Mittel für irgendwelche Investitionen braucht und sich danach auch wieder schnell und schmerzlos zu trennen machen da qualifizierte Rankings schwierig.

    Interessant ist, daß beide behaupten, die Feuerwerke für die Olympischen Spiele 2008 durchgeführt zu haben. Und die haben das wirklich beide ohne große Streitereien gemeinsam getan und auch danach haben mir beide Teams zusammen (gutwillig) Autogramme in das Buch über die Feuerwerke gegeben. In Deutschland undenkbar. Da gibt's um Dünnbier-Hochzeitsfeuerwerke Mord und Totschlag.....:wall:
    Die chinesischen und indischen Rezepte für Größe scheinen durchaus nicht so schlecht zu sein.....
    meint Rain
     
  21. Zu dem Standard-Imperium gehören ja eine Menge Tochtergesellschaften, ich meine auch MEPCO. Vor etwa 25 Jahren war ich in Schreibkontakt mit Herrn Challedurai, dem damaligen, angeblichen Kopf der Gesellschaften. Dieser umtriebsame Herr ist mittlerweile verstorben, aber seine Söhne machen weiter. Damals hat er uns Metallpulvermuster in Briefen zugeschickt um unsere Einschätzung der Qualität zu erhalten. Seitdem ist die Qualität auf Weltniveau aufgestiegen und ich glaube das MEPCO mittlerweile der weltgrößte Lieferant von "German Blackhead Al" ist. Wem da was gehört ist noch viel undurchsichtiger als hier in EU.
     
  22. Die kenne ich auch, hier noch 2 Videos eines guten Freundes von mir, wo die oben genannten Geräte auch zu sehen sind.
    Auch interessant sind die FKW Keller Feuervögel in der Einkaufstour :D



     
    KohleGold gefällt das.
  23. Hier noch ein interessantes Video von Ned Gorski. Zur Sicherheit baut er die Tonbehälter aus Papier nach, damit es nicht zu Splitterwirkung kommen kann, falls so ein Ding explodiert.

    https://www.youtube.com/watch?v=Am7Wh_ksO0Q

    Bei 1:17 verrät er die Zusammensetzung seines Satzes. Wie stabil der ist kann ich nicht beurteilen. Von Chemie habe ich keine Ahnung....
     
    Pyro, Mofafreund und Mathau gefällt das.
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