Handhabung & Technik [PDF-Dokument] Elektrische Zündung - eine (komplexe) Einführung

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von Pyro, 3. Feb. 2007.

  1. Hallo Pyros,

    Thomas Perthen hat eine wirklich umfassende Einführung in die elektrische (An-)Zündung von Feuerwerk geschrieben. Das nachstehend angehängte Dokument beinhaltet alles Wissenswerte für den "frischen" Profi und den engagierten Silvesterzündler (bitte ggf. rechtliche Einschränkungen beachten!).

    Aus dem Inhalt:

    1. Allgemeine Begriffe
    2. Prinzip
    3. Auslegung des Zündkreises
    4. Reihenschaltung
    5. Parallelschaltung
    6. Reihenparallelschaltung
    7. Zündgeräte
    8. Rechtliches
    9. Zusammenfassung
    10. Verwenden von Anzündern
    11. Glossar

    28 Seiten komplexes, gut erklärtes und bebildertes Praxiswissen. Kommentare und Hinweise, gerne auch Korrekturvorschläge, sind willkommen!

    Vielen Dank an Thomas für dieses aufwändige und sinnvolle Dokument!

    Gruß und Schuss
    Markus von FEUERWERK.net
     

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  2. Obwohl schon über 30x heruntergeladen wurde: bitte neue, geringfügig aktualisierte Version 1.01 laden ;)
     
  3. #3 TSpyro, 3. Feb. 2007
    Zuletzt bearbeitet: 4. Feb. 2007
    Klasse, wirklich gut gemacht.

    In einem anderen Beitrag, etwa ein 1/2 Jahr her, ging es mal um das Fingerkuppen schonende
    Kabelverdröselverfahren. Irgendwie ist es dann eingeschlafen.

    Aber da es hier besser passt, vielleicht kann und möchte Thomas es ja noch mit aufnehmen,
    hier das ganz einfache Rezept:

    Man isoliert nicht am Ende ab, sondern 3 - 4 cm vorher und lässt die isolierung drauf. (Bild 1)

    Die Kabel werden verdrillt, die Isolationsstücke über den Drahtenden schonen auch die zartesten Pfötchen. (Bild 2)

    Ein Schlag Tesakrepp, wir nehmen 3M, und die Verbindungsstelle ist für ein Feuerwerk völlig ausreichend isoliert. (Bild 3)

    Einfacher, schneller und preiswerter geht es nicht.

    E1.jpg

    E2.jpg

    E3.jpg
     
  4. dann muss ich ja wilde fingerkuppen haben, dass mir das verdrillen der drähte nichts ausmacht ;)
     
  5. #5 stefan-1, 4. Feb. 2007
    Zuletzt bearbeitet: 5. Feb. 2007
    Seite 10 oben, 'wollen' ist doppelt.

    Seite 10 unten: was ist 'Kleinschutzspannung' ;) ? Es ist wohl 'Schutzkleinspannung (SELV)' gemeint, wobei bis 25 V AC bzw. 60 V DC kein Schutz gegen direktes Berühren erforderlich ist. Ansonsten geht Kleinspannung bis 50 V AC resp. 120 V DC.

    Kleinspannung gibt es in mehreren Ausführungen, die sicherste ist die SELV (Separated Extra Low Voltage, früher Safety...), hier ist die Spannung erdfrei, sie stammt also aus einem Akku oder auch einem entsprechend ausgelegten und geprüften Trenntransformator. Außerdem bedeutet das für uns, daß man bspw. keine Traversen (Bühnenpyro) oder Wasserleitungen, Zäune etc. im Zündkreis verwendet _und_ alle Verbindungsstellen so isoliert, daß sie damit nicht in Kontakt kommen.

    Lob an Thomas für die Arbeit, 'Danke' an Pyro. So, und jetzt wird weitergelesen...

    @TSpyro: man schont nicht nur die Finger, sondern hat auch zusätzliche Sicherheit - die Drahtenden bohren sich nicht so leicht durch das verwendete Klebeband.

    Nachtrag @Pyrol (s. folgender Beitrag): PVC verschandelt nicht nur den Rasen, sondern tut Kleintieren beim Verschlucken gar nicht gut. Und indoor spart man sich auch das Aufklauben oder Zusammenfegen (wenn ich da an Dachböden nach Sat-Installationen denke, Koax-Reste ohne Ende ;) ).
     
  6. Hallo TS,
    danke für diese höchst sinnvolle Lösung des Rätsels aus dem alten Beitrag!
    - Man sticht sich nicht am Draht
    - Das Kabelende ist isoliert
    - Die Reste der Isolierung verschandeln nicht den teuren Rasen
    Perfekt.
    :)
    Pyrol
     
  7. wo bekommt manda drin bechriebenes matchtape her?
     
  8. Beim Pyrotechnik-Fachhändler deines Vertrauens - vorausgesetzt, Du kannst einen auf dich ausgestellten Erlaubnisschein für Klasse 4 vorweisen. Sonst geht nämlich nix. Tapematch ist erlaubnisscheinpflichtig, ebenso wie Stoppine.

    Feurige Grüsse
    Pyro-Wolf
     
  9. grml ich wusste och das da ein hacken dran ist^^ ahh ich brauch noch scheine^^
     
  10. Hallo Thomas Perthen, könntest du dich mal bitte bei mir per Mail melden ?

    Gruß

    Stephan
     
  11. Lieber Verfasser der Einfuehrung,


    Das ist wirklich eine sehr gute Zusammenfassung die ich schon mehrmals weiterempfohlen habe.

    Gestern hab ich das Dokument mal wieder ueberflogen und mir ist doch tatsaechlich ein kleiner Fehler aufgefallen. Auf Seite 5 steht zu lesen:

    E = C / 2 * U2
    Dabei ist E die Zündenergie in Joule ( J = Ws ), C die Kondensatorkapazität in μF und U die Zündspannung in
    Volt.

    Um die in einem Kondensator gespeicherte Energie korrekt zu berechnen muss man die Kapazitaet in F und nicht in µF einsetzen. Andernfalls liegt man um den Faktor 1000000 falsch (zu hoch).

    Vielleicht kann der Verfasser ja diesen kleinen Schoenheitsfehler noch ausbessern.


    gut Schuss
    Roland
     
    Pyromartin gefällt das.

  12. Ich hatte vor einiger Zeit an anderer Stelle auch schon mal dezent darauf hingewiesen, dass wurde jedoch nicht als wichtig betrachtet. (siehe http://www.feuerwerk-forum.de/showthread.php?t=42305&page=2 ab Beitrag 22 )

    Grüße,
    Walter
     
  13. Habe den angesprochenen Fehler mittels PDF-Editor getilgt. Falls jemand also die Version ohne das falsche "µ" möchte, bittesehr!
     

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  14. Diese ganze Verdrillerei ist für mich persönlich steinzeitlich...

    Es geht doch nichts über das ScotchLok-System von 3M!
    Ich will und werde nie wieder anderes meine Zündkreise verkabeln!
     
  15. Die Dinger sind aber ja nicht wiederverwendbar, oder? Das wäre mir dann doch zu viel Müll und teuer sind die Verbinder ja zusätzlich noch.

    Ich nehme Wago-Klemmen (221er-Serie), die kann ich dann nach dem Feuerwerk einfach wieder abfummeln und beim Nächsten wieder einsetzen.
     
  16. Und wir hatten bei größeren Shows wo massig von den Scotchlocks benutzt wurden Probleme ohne Ende..
    Trotz kräftigem und richtigem zusammenpressen! Sobald die Dinger ab waren und normal verdrillt wurde hatten die betroffenen Kanäle plötzlich Durchgang :p .. Und verdrillen ist auch kein Mehraufwand. Und ich habe in meinem bisherigen (noch recht jungem Leben) schon einige Feuerwerke von sehr klein bis sehr groß mit über die Bühne gebracht. Nie hat mich das verdrillen und abkleben gestört......
     
  17. Ich mag Scotch locks. Verdrillen ist aber auch ok. Habe vorhin gelesen, dass es spezielle Abisolier und verdrill-Zangen gibt. Jedoch sind die Teile schweineteuer :).
     
  18. Ich bin der Meinung wer viel verdrillen und verbinden muss, sollte das Geld für z.B. Scotchloks auf Dauer lieber in seine Zündanlage investieren.

    Ein Kanal/Klemme auf einen Zünder
    Fertig.

    Verlängerungen gibt es entweder per Funk oder per Buskabel :)

    Ich hab auch hin und wieder mal für ganz spezielle Dinge ScotchLoks im Einsatz, man muss da aber in der Tat aufpassen. Die Dinger sind manchmal tükisch.

    1. immer schön hinten rein schauen, ob beide Kabel auch wirklich bis zum Ende eingeschoben wurden
    2. für den jeweiligen Kabeldurchmesser (die Kabel der Heron Anzünder sind z.B. sehr sehr dünn da gibt es mit den normalen Scotchis schon mal Kontaktprobleme ), also immer auch die richtige Größe der ScotchLoks verwenden.
    3. Vorsichtig beim Kauf von billigen Kopien, auch hier gibt es "sagen wir es mal deutlich" echten Mist am Markt.
    4. Wenn man mal z.B. über ein Kabel fällt und kräftig daran gerissen hat, kann es mit den Scotchies ekelhaft werden. Das Kabel sieht so aus als ob es noch ordentlich in der Klemme wäre, ein Kontakt ist jedoch nicht mehr vorhanden. Da sucht man sich beim Durchmessen "dumm und dusselig".

    Grüße,
    Walter
     
  19. #19 sfrederik, 5. Aug. 2018
    Zuletzt bearbeitet: 5. Aug. 2018
    Im Folgenden eine kleine Errata, überwiegend Tippfehler. Keine Garantie auf Vollständigkeit:

    Die Abkürzung "durchscnhittl." (Seite 2)
    Bei den Anzündern könnte man auch die HU erwähnen (Seite 2 - keine Ahnung, ob es die real zu kaufen gibt).
    "Auslöseschltung" (Seite 3)
    "Gleichgewicht zwischen hineinfliessender und hinausfliessenden Energie (Seite 3)"
    "Gleichgewichtstempeatur." (Seite 3)
    "Kondensatorkapazität in μF" (Seite 5 - wie oben schon erwähnt)
    "Nur ein Fachmann kann die Gefahren, die von Nieder-, Mittel- und Hochspannung ausgehen, realtistisch beurteilen" (Mittelspannung ist über 1kv - hat mit der normalen Netzspannung nix mehr zu tun ... - Seite 7 und 11)
    "Mit jedem hinzukommenden Zünder wird logischerweise..." (Satzanfang groß, logischerweise, Seite 8)
    "... der Widerstand, den alle Anzünder ..." (nicht denn, Seite 8)
    "Solche Zündanlagen selbst zu entwickeln, ist mit ganz erheblichem finanziellem und zeitlichem Aufwand verbunden" (Seite 12)
    "Elektroaltg(e)räte-Entsorgungsvorschriften" (Seite 12)
    "Schotchlok" (Scotchlok - Seite 22)
    "vornöten" (vonnöten - Seite 28)
     
    Pyro gefällt das.
  20. Hallo,
    obwohl ich kein großer Freund des digitalisierten schiessens bin, weiß ich dessen Vorzüge doch zu schätzen. Alle neueren Zündanlagen basieren auf Digitalisierung und kommen ursprünglich aus den USA. Dort wurde schon immer mit niedrigen Voltzahlen gearbeitet, 12-24 V. Europäische Zündanlagen dagegen haben (früher) immer mit hohen Voltzahlen gearbeitet. Man denke an die vor 25 Jahren einzige deutsche Pyrozündanlage der "Zünderwerke Ernst Brünn", die Moog-Nico, als einzige Firma, im Einsatz hatte. Ich habe in meinem Archiv noch den Schaltplan der damaligen französischen Zündanlage, von dem traditionsreichen Unternehmen "Ruggieri", die über viele Jahre bei den "Nuits De Feu" in Chantilly, eingesetzt wurde. Falls Interesse besteht, kann ich den übergroßen Plan als 2 oder 3 JPG Fotos abfotografieren und hier einstellen, da Ruggieri ja nicht mehr existiert und ich denke, das sich niemand mehr über eine Veröffentlichung ärgern wird. Ihr müßtet die Fotos ausdrucken und zusammen kleben.
     
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