Sicherheit [Pyrotechnik und Mathematik] Helfer ausbilden

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von grimgul, 23. Mai 2005.

  1. Als ich mich letztens mit einem Pyrotechniker ( ich hoffe der wer nicht Arttypisch),im zuge einer Abbrandplatz Überprüfung, unterhalten habe, musste ich feststellen das der Chef dort alles nach Tabelle ( Mengen / Steighöhen) verladen hatte. Auf meine Frage wie er denn die Steighöhen und Ladedaten seiner Bomben berechnet, kam nur ein Achselzucken und die Antwort das alles vom Hersteller in Tabellenform geliefert wird.Stimmt das?
     
  2. Ja das stimmt, die Firma Zink gibt zum Beispiel die Austoßladung für ihre Bombetten, Briketts usw. an.

    Bei Bomben braucht man ja garnichts berechnen, da dort die Austoßladung bereits montiert ist :)
     
  3. Ich kenne mich da nicht so gut aus. Als der gute Mann allerdings die Treibladung per Sandkastenschaufel in die Mörserrohre geschaufelt hat, kam mir das doch irgend wie komisch vor.Ich hatte irgendwie sowieso das Gefühl das der nicht so die Ahnung hatte.Auf meine Frage wie man verhindert das bei den Bomben die Verzögerung vom Gasdruck in den Bombenkörper gedrückt wird ( ist ja nur alles Pappe) kam als Antwort, das die ja schon dran ist, und die Chinesen ja wohl wissen was sie tun.

    P.S. ich war dort privat und hatte nichts mit der Überprüfung zu tun ( Kollege gefahren)
     
  4. Hallo Grimgul!
    Du tust dem armen Pyro da ein wenig unrecht - es ist durchaus usus, dass man mittels kleinen vorbemessene Schäufelchen die Ladung ins Rohr einschaufelt - ich verwende zwar plastiktütchen, aber von der Sicherheit macht es kaum einen Unterschied ob das Pulver in einer Plastiktüte oder lose eingefüllt ist - Wenn ein Funke in das Rohr fällt, dann kommt die Ladung ob jetzt mit oder ohne Plastiktütchen. Das NAchsehen hat eher der PYrotechniekr, falls es etwas anfängt zu Regnen - dann kann es sein, dass das Pulver nicht mehr zündet, wenn es Feucht wird.

    Es ist auch ganz normal seine Tabellen zu haben bezüglich der Bombetten Lademenge. Die schreibt einem der Hersteller in den Meisten fällen vor, so dass man nicht lange herum experimentieren muss.

    Bezüglich des Gasdrucks beim Abschuss, verteilt sich die Kraft auf die gesamte Halbkugel und die Kraft, die an den 2-3 Verzögerern wirkt, wirkt nicht lange genug auf diese ein, um diese einzudrücken - Zudem sind die ja bestens befestigt.
     
  5. Das war keine Messschaufel sondern eine kleine Sandkastenschaufel. Was mir den kalten Schweiss rausgedrückt hat war mehr das fehlen von theoretischen Hintergrundwissen.
     
  6. Da gibt es die unterschiedlichsten Werkzeuge das Schwarzpulver in die Rohre zu bekommen. Manche arbeiten mit fertig zugeschnittenen Filmdöschen, manche mit auf kleine Holzstäbchen montierte Gefäße, wieder andere wiegen alles genau ab - da hat jeder seine Methode. So lange die Menge stimmt - was solls?
    Von Sandkastenschäufelchen habe ich allerdings auch noch nicht gehört :)

    Ja, absolut richtige Antwort. Vor allem seit die Ware ein Qualitätssicherungsverfahren durchläuft sollte es theoretisch bei keiner Bombe mehr zu solchen Fehlern kommen. Über Sinn und Unsinn dieser QS lässt sich sicherlich streiten, Fakt ist aber, das dem Pyrotechniker mit seinem Befähigungsschein nach §20 oder §27 SprengG solches genaue Wissen über "wie befestige ich den Verzögerer das er nicht nach innen rutscht" garnichts nützen würde - er darf ja selbst nicht Hand anlegen! Ob der Chinese der die Bombe gebaut hat seine Arbeit richtig gemacht hat ist eine reine "Glückssache" (natürlich wird sich jeder Hersteller bemühen da möglichst 100% korrekt zu arbeiten).
    Sicher - etwas zu wissen ist immer besser als etwas nicht zu wissen - aber wenn man auf einem Flughafen die Urlauber fragen würde warum ein Flugzeug fliegt - da würde es einige geben die keine Antwort wüssten. Sie müssen sich eben nicht damit auseinander setzen, so lange es fliegt :)

    Ich hoffe hier etwas für Aufklärung gesorgt zu haben..
    - Tobi
     
  7. Was erwartest Du eigentlich?

    oder

    oder

    Da werden doch nur billige Deppen zum Schleppen gesucht. Und mit der Unterschrift geködert.

    Es ist unmöglich, jemanden der das erste Mal in einer Firma tätig ist das gesamte Spektrum der Pyrotechnik zu zeigen. Also wird der Betreffende erst einmal als Handlanger, nicht als Helfer, eingesetzt. Und nach und nach erweitert sich der Aufgabenbereich, und irgendwann klappt es dann. Dann soll er auch ruhig den Lehrgang besuchen.

    Aber direkt beim ersten Einsatz ein Feuerwerk zu bestätigen halte ich bei diesen angesprochenen Feuerwerkstouristen mehr als fahrlässig.

    26 mal Kästen schleppen = 26 Unterschriften = Lehrgang

    Und sowas wird dann auf die Menschheit losgelassen.

    Fazit: Der nächste (Super)GAU ist eigentlich schon überfällig und dann gibt's wieder Spaß für alle.

    @grimgul: Sei froh, daß er nur! die Sandkastenschaufel genommen hat.
     
  8. Interessant was hier denen unterstellt wird die Helfer suchen, da Frage ich mich woher manche Leute wissen, welche Kriterien hier z.B. von mir angewandt werden für die Helfer Auswahl und was viel wichtiger ist, welche Aufgaben die Helfer bekommen, bzw. wie diese betreut werden.

    Das Sammeln von Unterschriften ist als Ausbildung gedacht, irgendwann ist immer die erste Unterschrift. Wieso nicht die erste Unterschrift geben?!

    Viel wichtige ist doch, und das wird hier von vorneherein anscheinend ausgeschlossen, dass der verantwortliche Pyrotechniker seine Aufgabe ernst nimmt, die Helfer entsprechend des vorhandenen Wissens einsetzt und auch etwas Wissen und Praxis vermittelt, diese haben nämlich nur auf diesem Wege die Möglichkeit dazu.

    Natürlich liegt es auch Nahe, wenn ich mir diesen Planeten so anschaue, dass diese Hilfe ausgenutzt wird und einige Leute eben nur Kisten schleppen, aber ich finde die Verallgemeinerung hier sehr gewagt.

    Carsten
     
  9. Ich glaube nicht, daß ich so schrecklich verallgemeinert habe.

    Ich habe drei Beiträge der letzten Wochen zitiert, überall das gleiche:
    Umsonst arbeiten, aber schon im Vorfeld das Versprechen der Unterschrift.

    Mit Speck fängt man Mäuse.


    Wie sieht’s denn in der Realität aus?

    1. Der Helfer macht sein erstes Feuerwerk bei Firma A. Er hat keine Ahnung, also macht er erst mal untergeordnete Tätigkeiten. Oder sollte tatsächlich jemand so risikofreudig sein und ihm sicherheitsrelevante Aufgaben übertragen?
    Dafür der erste Schein, meinetwegen!

    2. Der Helfer macht sein nächstes Feuerwerk bei Firma B. Der Verantwortliche hat keine Ahnung was der Helfer schon kann, also macht er erst mal untergeordnete Tätigkeiten. Ich würde ihm zumindest keine sicherheitsrelevanten Aufgaben übertragen?
    Dafür der zweite Schein?

    3. Der Helfer macht sein nächstes Feuerwerk bei Firma C. Der Verantwortliche hat keine Ahnung was der Helfer schon kann, also macht er erst mal untergeordnete Tätigkeiten. Ich würde ihm zumindest keine sicherheitsrelevanten Aufgaben übertragen?
    Dafür der dritte Schein?
    4. Und so weiter . . .

    Irgendwann hat er seine Lappen zusammen und ist genau so schlau wie vorher.
    Aber er darf den Lehrgang besuchen und wird dann auf die Menschheit losgelassen.

    Wenn Ihr schon Helfer sucht, dann seid doch so fair und bildet sie auch aus.

    Davon war in keinem der Beiträge etwas zu lesen. Und warum sollte ein Helfer, auch ohne Schein, nicht bezahlt werden, Kistenschleppen ist auch Arbeit. Und wie sieht es mit anderen Leistungen aus, z.B. Unfallversicherung. Er muss sich ja nicht gleich den Rüssel abschießen, es gibt genug Möglichkeiten sich zu verletzen.
    @Thorin: Lass dir doch mal die Police zeigen.

    Gut ausgebildetes Personal ist für jede Firma und gerade in unserer sensiblen Branche wichtig. Das sollte sich jeder, der Unterschriften verteilt, immer wieder bewusst machen.

    Ich habe in den letzte zwei Jahren viele interessante und konstruktive Beiträge im Forum gelesen. Aber leider auch eine ganze Menge, die die erschreckende Unwissenheit mancher „Kollegen“ dokumentieren. Daher kann ich diesem Scheintourismus absolut nichts abgewinnen und hoffe, dass möglichst bald eine vernünftige Ausbildungsverordnung in Kraft tritt.
     
  10. Ich kann der Aussage von TSpyro nicht so ganz zustimmen. Die meisten Helfer haben einen festen Feuerwerker und springen nicht von Firma zu Firma. Wer sich als billige Arbeitskraft ausnutzen lässt, ist meiner Meinung nach, selber dran schuld. Wenn jemand am Ende seinen Schein bekommt, das heißt die Prüfung besteht, obwohl er einen niedrigen Wissensstand hat, liegt das ja wohl am Prüfer und nicht an den einzelnen Feuerwerkern, die das Wissen vielleicht nicht vermittelt haben. Wenn man die Fahrschulprüfung nicht besteht, liegt das meistens am eigenen Wissensstand und nicht an der Fahrschule selber.
    Dann muss der Helfer seinem Feuerwerker sagen was er kann, oder was nicht.
     
  11. Von denen war, ausdrücklich, nicht die Rede.
     
  12. Meiner Meinung nach sollte ein Helferjob mit folgenden Parametern verbunden sein:

    1.) Ausbildung durch den Pyrotechniker.
    =================================

    Wie gehabt, der Helfer ist nicht nur, sonder zwar auch zum Kisten schleppen da, diese "niederen" Aufgaben führen jedoch nicht dazu, das 26 Feuerwerke später ein 1a-Pyro dabei rausschlüpft.
    Infolgedessen ist nicht nur das Delegieren zu irgendwelchen Arbeiten, sondern das Vermitteln von Wissen eine der Hauptaufgaben des ausbildenden Pyrotechnikers!
    Wer irgendwelche Ollos zum Kistenschleppen braucht, soll sich gefälligst Arbeitskräfte dafür mieten und nicht oberkotzig einen erzählen, das es ja wohl das Mindeste wäre, 700 km hin und zurück zu fahren, nur um mal nen Bombenkasten anfassen zu dürfen. Mit einer solchen Mentalität kann man sich das sogenannte "Ausbilden" schenken.

    2.) Inhalte der Ausbildung.
    =====================

    Hier sehe ich ein ganz großes Problem. Die Standards für die praktische Ausbildung sind praktisch nicht vorhanden, es gibt hier keine einheitliche Linie vom Stoff (Es geistern in diesem Lande Leute mit nem 20er rum, die nicht eine Bombe im Leben verladen haben). Sicherlich wäre eine Art "Ausbildungsplan" auch nur in bestimmten Rahmenpunkten festzuhalten, da ja das was vermittelt werden kann auch stark von den Aufträgen der einzelnen Pyrotechniker abhängt (Leute, die sich auf Kirmesfeuerwerke spezialisieren, oder auf Barockgeschichten im Gegensatz dazu).
    An dieser Stelle ist eigentlich (zumindest im Moment) auch Initiative der Helfer selbst gefragt. Man sollte sich (auch wenn man "seinen" Betrieb gefunden hat) nachwievor nach dem umschauen, was man vor dem Lehrgang noch mal praktisch lernen, und gegebenenfalls auch mit anderen Kollegen andere Feuerwerke schießen, um für sich selbst die optimale Quintessenz daraus zu ziehen.
    Jedoch machen einige Kollegen den Helfern das nicht grade leicht. Da wird dann ganz schnell mal zum Mittel des "bestimmten Drucks" ("Erpressung" ist jetzt zu hart :D ) gegriffen, frei nach dem Motto "Wenn du woanders ballerst, kriegst du deine Scheine nicht von mir".
    Was ist das denn für ne Einstellung?
    Wenn ich als Pyrotechniker der Ansicht bin, das ich gut und fair mit Helfern arbeite, brauche ich auch keinen Schiß haben, das mir die Leute wegrennen, sondern mit Freude wieder zurückkommen.

    3.) Ausstellen der Helferbescheinigungen
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    Zwar gibt es (noch) keine rechtliche Grundlage dafür aber meiner Meinung nach ist dem Helfer (solange er sich anständig auf dem Abbrenner angestellt hat) SOFORT NACH DEM FEUERWERK die Teilnahme zu bescheinigen. Es ist da streckenweise haarsträubend, wie Scheininhaber sich manchmal zieren, die Teilnahme zu bestätigen? Warum? Damit man noch 2 3 Feuerwerke länger nen kostenlosen Kistenschlepper hat? Hier komm ich auch mit TSPyro nicht konform, das man beim ersten Event keinen Schein austellen sollte? Warum nicht? Wenn mein Helfer den Eindruck macht, was gelernt zu haben (sei es auch verhältnismäßig wenig, aber es ist halt das erste große Feuerwerk), und nicht grob fahrlässig oder unvorsichtig, sondern angemessen und fleißig mitgearbeitet hat, bin ich gerne bereit, einen Helferschein auszustellen.

    4.) Vergütung, Fahrwege, Catering, etc.
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    Wie gesagt, ich finds eine Unverschämtheit, von Helfern zu verlangen für rein garnichts ausser einer Unterschrift zig Kilometer zu fahren, nicht mal ne Flasche Wasser und ne Butterstulle für den Einsatz rauszutun, geschweige denn mal nen 10er Spritgeld zuzuschießen, wenns denn wirklich große Entfernungen sind. (Hey, n 10er für nen ganzen Arbeitstag ist nunmal echt nicht viel.) Ich denke nicht, das dadurch der Gewinn an einem Feuerwerk dermaßen geschmälert würde, das das ganze unrentabel wird.
    Noch unverschämter finde ich es dann eigentlich nur noch, sich dann noch obendrein zu beschweren, wenn einem keiner unter diesen argwitzigen Bedingungen *pardon* in den Arsch kriecht.

    Also Fazit:
    Ich fordere eine kollegiale Beziehung zwischen Helfer und Feuerwerker, ein Eingehen auf einander, und das der eine vom anderen lernen kann. Das ist - wie sich das hier leider auch widerspiegelt - offensichtlich leider nicht immer gegeben.

    Ich freue mich dann schonmal auf böse PMs :D
     
  13. Zu 99 % gebe ich Sile recht.

    Ausnahme:

    Ich habe keine Angst, daß mir die Leute weglaufen, aber es ist mir einfach zu mühsam und zu lästig schlechte Angewohnheiten, z.B. Tackern, wieder auszubügeln.

    Als, wie ich glaube, fairen Ausgleich schicken wir den Helfer dann auf Lehrgang. Außer seinen Feierabendbieren entstehen ihm keinerlei Kosten. Und die können mit Lehrgangsgebühren, Übernachtung und Verpflegung ganz schnell 4stellig werden.
     
  14. Es ist ja echt erfrischend mal so schöne Beiträge zu lesen...

    Danke Sile, danke TSpyro..

    Ja, das Thema Helferausbildung ist sicher eines, worüber man sich die Köpfe heiß diskutieren SOLLTE... Doch wird das leider zu wenig getan! Anscheinend interessiert das viele auch nicht...
    Da ist dann wohl doch der Punkt im Vordergrund, dass man wen zum schleppen braucht und den Schein kann man noch so "nebenbei" mitgeben... Damit dann auch wer kommt...

    Ich weiß nicht, was daran so "kompliziert" ist einen Helfer sauber auszubilden?? Meine Meinung!
    Ich kann nicht jemanden, der einfach nur Kisten und Kästen geschleppt hat auf einen Lehrgang gehen lassen!
    Das es immer wieder so passiert, ist ein offenes Geheimnis...
    Ich habe es selbst auf meinem Lehrgang erlebt und habe es auch von Teilnehmern aus den Lehrgängen hören müssen...
    Bsp:
    Wenn jemand in der Prüfung den Effekt gegen das Publikum richten will, was hat er denn bitte in der Ausbildung gelernt oder wenn er nicht mal weiß, wie ein E-Zünder durchgemessen wird... ???
    Das kann´s nicht sein... Dieser Mensch soll dann Verantwortung über ein zu schießendes Feuerwerk bekommen?? Und damit Verantwortung über Leib und Leben aller anwesenden (inkl. Zuschauer)?? NEIN...

    Und einem Helfer Dinge beizubringen und Fragen zu beantworten, die dieser Helfer hat, das ist nicht schwer... Das sollte jeder Pyrotechniker können...
    Und was die Scheinvergabe angeht: Der Schein kann kein Lockmittel sein UND er sollte vergeben werden, wenn eine entsprechende Leistung erbracht worden ist! Und wenn ein Helfer sich so "drabbelig" anstellt, dass ich meine ihm keinen Schein ausstellen zu können, dann ist das so...
    Und wenn ich feststelle, dass dieser Helfer besser die Finger von der Pyrotechnik lassen sollte, dann sag ich ihm das ...

    Wenn sich nur mehr Pyrotechniker das durchlesen würden, was Sile geschrieben hat! Und besser nicht nur durchlesen, sondern auch zu Herzen nehmen...

    In diesem Sinne...
    Insomnia

    @Sile: von mir bekommst Du bestimmt keine böse PN :D
     
  15. Hmm...wieso nicht eine Art "Ausbildungsplan" erarbeiten? Ein grosser Teil der Pyrofirmen sind doch hier mit einem oder mehreren Pyros/Helfern vertreten, wenn man sich da mal auf so etwas einigen würde, würde das doch die Sache erleichtern und auch transparenter machen.
    Ich meine jetzt nicht, dass man alle "Geheimnisse" einer Firma damit offenlegen soll, aber es gibt doch eine ganze Menge "Basics" die ein Helfer lernen sollte um später auch selbst verantwortlich ein Feuerwerk zu schiessen.

    Also z.B. so Sachen wie: Elektrifizieren, Verleiten, Aufbau von Kästen (viele nutzen ja noch die alte Vernagelungstechnik) richtiges Verladen von Bomben, Lichterbilder, Umgang mit Zündanlagen (auch Computergesteuert), Sicherheitsaspekte, Brandbekämpfung (auch vorbeugender Brandschutz), Indoorfeuerwerk, Wasserfallmontage...da gibt es doch einiges was man können sollte bevor man an einen Schein denkt.

    Und wenn man eine einigermaßen einheitliche Absprache darüber hat, kann man doch auch ohne weiteres mal Helfer von anderen Firmen nehmen, wenn man selbst z.B. viel mit Computerzündung macht, und die andere Firma sehr viel per Hand zündet und umgekehrt.

    Vielleicht wäre für Helfer so eine Art "Berichtsheft" wie mans von der Ausbildung her kennt auch nicht verkehrt...wo genau aufgelistet ist, WELCHE Tätigkeiten man schon durchgeführt hat und woran man noch arbeiten sollte...

    Klingt zwar jetzt alles n bissel sehr reglementiert, aber ich denke schon dass die Sache dadurch insgesamt vereinfacht werden würde...und dass die Ausbildungsqualität auch dadurch zunimmt

    Wie seht ihr das?

    George
     
  16. Hallo Sile, Hallo TSPyro,

    ich stelle mir die Frage wozu diese Helferscheine überhaupt gut sein sollen.
    Mit einem Blick ins benachbarte Ausland zwängt sich bei mir das Gefühl auf
    daß Deutsche anscheinend dümmer sind als der Rest von Europa.

    Um das ganze zu präzisieren, in Österreich besucht man einen Wochenendkurs
    und darf sich Pyrotechniker nennen ! In der Schweiz besucht man überhaupt
    keinen Kurs und ist Pyrotechniker ! Würdet Ihr deshalb einem österreichischen
    oder schweizer Pyrotechniker seine Qualifikation absprechen ? Mit welchen
    Maßstäben arbeitet Ihr da ?
    Meiner Meinung nach wurden die Helferscheine von einer verschworenen
    Gemeinschaft ins Leben gerufen um Mitbewerber von vorne herein auszu-
    schalten und gehören völlig abgeschafft. Dafür sollte man im Rahmen des
    Lehrgangs mehrere Feuerwerke schiessen. In diesem Rahmen
    kann viel individueller auf den einzelnen Teilnehmer eingegangen werden.

    Gruß WAST
     
  17. Sofern sich Ausbildung alleine darauf beschränkt: JA
     
  18. Hallo TSPyro,

    das wäre jetzt interessant was ein betroffener vo deinem JA hält ;) .

    Gruß WAST
     
  19. eine Ausbildung zeichnet sich ja auch dadurch aus, dass man über einen längeren Zeitraum nach und nach an die Arbeit herangeführt wird, durch Erfahrungen und Wiederholung der Arbeit das Wissen erweitert und vertieft.

    Wenn ich einmal ne Bombe komplett verleitet, verladen und elektrifiziert habe, dann behaupte ich mal, dass ich das in 2 Monaten beim nächsten Feuerwerk nicht mehr unbedingt sicher behersche...man pfuscht sich irgendwas zu recht...meistens gehts gut, aber wenns nicht gut geht, dann ist das Geschrei wieder groß.

    Und wenn ich mir dann überlege, dass dann Leute nicht mehr wissen wie rum jetzt das Salut-Bömbchen ins Rohr gehört, weil sie nur einmal im Leben in nem Massenfeuerwerk EINE Bombe verladen haben, dann wird mir Angst und Bange

    Die Idee mit den Scheinen find ich nicht schlecht...es "zwingt" die Leute wirklich über einen längeren Zeitraum sich mit der Materie zu befassen, und gibt halt auch den Lerneffekt der Wiederholung her...
     
  20. @ WAST (aber natürlich können sich auch alle anderen angesprochen fühlen)
    wenn ich das lese, was Du schreibst wird mir übel...
    Ich weiß nicht wie Du zu der Überzeugung kommst... Aber vielleicht verschenkst Du auch Deine Scheine...

    Wenn ich mal ganz ehrlich bin, dann sollten es besser noch mehr als 26 Feuererke sein...
    Denn das scheint ja bei vielen nicht zu reichen...
    Meine Meinung:
    Eine strengere Ausbildung, härtere Prüfungen (es kann nicht sein, dass 100% durchkommen, obwohl besser 10% hätten durchfallen müssen), am besten eine Einzelprüfung für jeden!!!! --> Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis...und beim "Scheinesammeln" sollte ein Zeitraum festgelegt werden, 2 Saisons mitarbeiten und das am besten auch noch bei verschiedenen Firmen, damit man verschiedene Technicken kennen lernen kann...

    Und was die Qalifikation der Schweizer oder Österreicher angeht....
    Da kann ich TSpyro nur Recht geben!
    (Aber woher soll das auch kommen, wenn man vor dem "Lehrgang" nichts lernt!)
    Ich will an dieser Stelle keinem Österreicher oder Schweizer aberkennen, dass er nicht nach einiger Zeit Erfahrung wunderschöne Feuerwerke zaubern kann...
    Und wenn ich mal ganz ehrlich bin, möchte ich das mit der Qualifikation auch auf einige Deutsche "Kollegen" ausweiten...

    Und was das Gefühl angeht, was dich beschleicht, WAST:
    Ich denke nicht, dass die Deutschen dümmer sind, aber im Grunde vielleicht ein wenig sicherheitsbewußter...
    Oder man könnte vielleicht überlegen, ob es wie es hier gehandhabt wird nicht sogar klüger ist...

    In diesem Sinne
    Insomnia
     
  21. Ich kenne da auch den einen oder anderen "SCHEIN"sammler" mit 15, 20 oder mehr "SCHEIN"en, der "SCHEIN"bar nur zum SCHEIN als Helfer tätig war -

    An"SCHEIN"end aber nichts gelernt hat, ausser auspacken und wegtragen.

    Wie es "SCHEIN"t reicht das aber dann aus - ist an"SCHEIN"end genau wie z.B. beim Führer"SCHEIN" - hauptsache Bestanden - egal wie.

    Jetzt darf man an"SCHEIN"end losdüsen, auf Deubel komm raus.

    Mancher lernt es noch - da bin ich sicher - das wirkliche Lernen geht in jedem Beruf erst nach bestandener Prüfung los - ob in Ö nach einem Wochenendkurs, in D nach 26 Helfer"SCHEIN"en - viele Wege führen nach Rom - und es wird auch mit der allerbest denkbaren Ausbildung noch Pyrotechniker geben die keinen Schuß Pulver wert sind und mit der lächerlichsten Ausbildung dennoch auch Gute.


    Thorin - der alleine in diesem Thread schon wieder 11 "SCHEIN"e gesammelt hat ;)
     
  22. Vielleicht mal kurz wie es bei uns gehandhabt wird:

    Ich habe 10 Pyrotechniker/innen und drei Schreiner/innen ausgebildet, weis also aus Erfahrung, dass es keinen kreativen Schwachsinn gibt auf den Frau/Mann nicht kommen.

    Also will ich wissen mit wem ich es zu tun habe.

    Das bedeutet, ich fahre in normaler Besetzung zum zwei Feuerwerken. Der evt. zukünftige Helfer fährt und arbeitet mit. Die dadurch eingesparte Zeit wird investiert um sich kennenzulernen und ihm erste Verhaltensmaßregeln und Hinweise zum Arbeitsablauf zu geben. Nach dem zweiten FW entscheide ich und natürlich auch der Helfer ob eine weitere Zusammenarbeit sinnvoll ist. Bis hierhin gibt es auch noch keine Vergütung, der "Helfer" ist ja als Mitarbeiter noch nicht mit im Team. Ob er da rein paßt sollte sich ja erst einmal herausstellen.

    Danach ist er als Helfer mit im Boot und wird absolut gleichberechtigt behandelt. Selbstverständlich auch bezahlt. Ist er ausgebildet, so wird er durch uns zum Lehrgang geschickt, Kosten hat er keine. Und ob das nach 23 oder 30 FWen passiert, dafür ist einzig sein Ausbildungsstand maßgebend.

    Damit haben wir die besten Erfahrungen gemacht:
    Unsere Mitarbeiter waren immer im ersten Drittel der Lehrgänge. Keiner hat bisher die Firma gewechselt, lediglich aus privaten Gründen sind bisher einige ausgestiegen. Und es gibt auch welche, die gar keinen Lehrgang machen wollen, schließlich hat man dann ja auch eine große Verantwortung zu übernehmen. Trotzdem sind sie immer wieder mit viel Engagement dabei.

    PS: Versichert sind unsere Helfer bereits beim ersten Feuerwerk
     
  23. TSpyro: Dein System ist durchaus fair, jeder profitiert gleichermaßen vom anderen. Ein Feuerwerk kann ich auch noch nachvollziehen, aber ich hab durchaus von Leuten gehört, die 20, 25 schon geschossen haben und nicht einen einzigen Helferschein gesehen haben bis jetzt. Heißt dann immer "Jaja, später mal. Die Tage." oder so.

    Wast:
    Warum muss das ganze wieder auf eine gesellschaftspolitische Schiene geschoben werden? Gut, dirzuliebe steige ich da mal drauf ein :D

    Der Pyrotechniker unterscheidet sich in gewissen Charakteristika vom Endverbraucher.
    Nur weil ich vielleicht mal auffem Autoscooter ein paar Runden drehe bin ich noch lang nicht Autofahrer.

    Die Qualifikation beurteile ich nicht nach irgendwelchen Namen die sich irgendwer selbst gibt, sondern nach Fachwissen und Können. Und in D auch einem gewissen Teil nach dem Befähigungsschein.

    Du bist laut eigener Angabe Großfeuerwerker, Bühnenfeuerwerker, SFX-Mensch und Hersteller.
    Dann frage ich dich, was du dazu sagen würdest, das wenn jeder Bauerntölpel - gewisses Alter vorausgesetzt - ohne was dafür zu tun an einen Befähigungsschein kommt, und eventuell noch an eine Erlaubnis nach §7 für die kleine Zwischendurchfeuerwerkerei, und anfängt dir Aufträge wegzuschießen, ohne Kompetenz Feuerwerke zu verbrechen, Publikum zu gefährden und für immer neue lustige Auflagen seitens des Gesetzgebers zu sorgen?
    Von solchen Leuten, die stets neue Restrikitonen verursachen und den Ruf der gesamten Branche schädigen gibt es TROTZ der Helferscheine schon genug.
    Eine Flurbereinigung ist hier längst überfällig!

    Wer soll das denn dann noch finanzieren? Dann kostet der Lehrgang demnächst 5000 ??
    Das ganze würde sich dann rasch auf einen völlig untragbaren Aufwand aufsummieren.
     
  24. Ist aber halt so!
    Ich habe mit Freunden in der Schweiz gefeiert. Die Anleitung auf den Feuerwerkskörpern war gut zu verstehen und niemand hat sich beim Zünden verletzt.

    Nach wieviel Feuerwerken hattest du deiner Meinung nach die Reife einen Feuerwerkskörper eigenständig zu zünden?

    Aber dann brauchte man doch die Gesetze nicht, oder?
    Aber mich interessiert folgendes: Zählt die Bescheinigung, das ich in der Schweiz große Feuerwerkskörper gezündet habe?. Dann werde ich schonmal ein paar ausstellen :)
     
  25. Nunja, ein Convenience-Feuerwerkskörper ist ja nicht das Ding. Würdest du dir auch zutrauen, eine komplette Show mit - sagen wir mal - 1500 Bomben und 20 Cakes , ein paar Römern und Frontstücken durchzuziehen? Unter Einhaltung aller geltenden Sicherheitsbestimmungen? Da bin ich aber mal gespannt. :D

    Es wird hier gerne in den Hintergrund gestellt, das in der Schweiz Kategorie-IV-Artikel zwar an jeden verkäuflich sind, der Umgang mit Feuerwerk jedoch in der Regel auf vorgefertigte Artikel beschränkt, und auch rein mentalitätstechnisch ein vernünftigerer Umgang als hierzulande zelebriert wird. Wer "Silvester in Berlin" mal mit "Bundesfeier Schweiz" vergleichen konnte, wird wissen, wie ich das meine.

    Die Helferscheine werden in der Regel von Befähigungsscheininhabern mit folgenden Daten bestätigt: Datum/Art des Feuerwerkes/Zündverfahren/Befähigungsschein-Nr. und zuständiges Amt/ Adresse des ausbildenden Pyrotechnikers und Unterschrift.
     
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