Wettb. | Festival [Reisebericht & Videos] Somma Vesuviana - 2015

Dieses Thema im Forum "Wettbewerbe, Festivals" wurde erstellt von Guranga, 14. Apr. 2015.

  1. #1 Guranga, 14. Apr. 2015
    Zuletzt bearbeitet: 14. Apr. 2015
    Das letzte Wochenende konnte ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllen und am Fuße des Vesuvs ein italienisches Feuerwerk Festival besuchen.
    Ich splitte den Reisebericht bewusst in zwei Teile, wer sich nur für die Feuerwerke interessiert, springe bitte zu Punkt 2.)


    1.) Der Reisebericht


    Schon seit Jahren fasziniert mich die italienische Feuerwerkskultur, nur hatte ich auch aus zeitlichen Gründen früher keine Möglichkeit mal nach Italien zu fliegen und meine Neugierde zu befriedigen.

    Anfang des Jahres bekam ich durch Zufall den Festival-Plan für „Santa Maria a Castello“ in Somma Vesuviana direkt am Vesuv gelegen und wusste sofort: Da muss ich hin!

    Zum Glück konnte ich ein paar Freunde überreden und schnell waren Flug, Hotel und Mietwagen gebucht. Letzten Donnerstagnachmittag ging es dann von Hamburg via Easyjet nach Neapel.

    [​IMG] (Flug über die Alpen)

    Der Wetterbericht hat für den kompletten Aufenthalt bis Sonntag ein Bombenwetter vorausgesagt und so kam es auch, aber dazu später mehr.

    Der Weg vom Flughafen zum Hotel in Ottaviano per Mietwagen war für mich direkt das 1. Highlight der Reise. Ich hatte schon viele Länder gesehen wo man mit „deutscher Fahrweise“ nicht weit kommt, aber die Ecke um Neapel übertrifft alles.
    Generell gilt folgende Regel: Blickkontakt zwischen Fahrern bedeutet „er hat mich gesehen, ich kann fahren“ völlig egal wer Vorfahrt hat. Verkehrsschilder sind nur Dekoration.
    Die Hupe dient als Allzweckwaffe, zum Grüßen, zum Anzeigen das man eine Kurve auf der Gegenfahrbahn fährt usw. einfach Irre!

    Aber man gewöhnt sich erstaunlich schnell daran und wir blieben ohne Feindkontakt. Kaum ein Auto allerdings war ohne Blechschaden, Kratzer usw.

    Erster Abend dann im Hotel in Ottaviano, wir waren kurz noch in einem Kiosk Pommes futtern und Getränke für die Nacht kaufen, trafen dort auf einen freundlichen Italiener mit dem wir uns fast eine Stunde mit Händen und Füßen unterhalten haben, praktisch niemand spricht dort Englisch.

    Die folgende Nacht dann wirklich übel, das Hotel war ausgebucht von einer Schule mit so ca. 13 Jahre alten Schülern. Um 4 Uhr war der Krach erträglich und wir konnten einpennen.

    Freitag dann um 10 Uhr aufgestanden und dann zur Mittagszeit ab zum Vesuv. Wir konnten den hoch gelegenen Parkplatz mit dem Mietwagen erreichen und für 10 Euro pro Nase dann den Wanderweg hoch kraxeln.
    Absolut lohnenswert, der Ausblick gigantisch! Irgendwo auf halber Höhe haben wir dann eine fantastische Pizza gegessen und sind zurück zum Hotel.

    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Am Abend dann zum Hotel und gegen 19 Uhr dann zum „Lancio di bombe“, also praktisch Bomba da Tiro abfeuern, mehr dazu unter 2.).

    Am Samstag war dann der große Feuerwerkstag, 5 kurze Feuerwerk am Tag und 4 wirklich amtliche am späten Abend.
    Aufgewacht sind wir schon ca. gegen 8 denn wir hörten diverse Saluts und kleinere Mehrschlagzylinderbomben.
    Bis zum Mittag knallte es in der ganzen Gegend im fünf Minuten Takt!

    Zum Filmen der Tagesfeuerwerke haben wir uns in einen bunt geschmückten Weingarten auf einen Hügel gestellt, der Eigentümer hatte seine ganze Familie & Freunde vor Ort und uns wurde obwohl völlig fremd, mehrfach Essen und Trinken, sogar Tanz und Gesang angeboten.

    Gastfreundlich ist man dort wirklich sehr. Die waren ganz traurig als wir dann teilweise ablehnen mussten, weil wir nicht genug Zeit hatten. Auch dort sprach übrigens niemand Englisch.

    Auf dem Weg zum Auto lief uns direkt Hanabi (Alex) mit seinen Begleitern in die Arme, mitten im nirgendwo ;)

    Nach den Feuerwerken haben wir noch ein wenig auf Kultur gemacht und dann am Abend die großen Nachtfeuerwerke angeschaut, mehr dazu auch unter 2.)

    Am Sonntag ging dann der Flieger zurück und die vielen Eindrücke aus 4 Tagen kommen mir heute vor wie 1-2 Wochen vor Ort, ich kann es nur jedem empfehlen auch wenn ich nächstes Mal ein Ziel ohne Berge suchen werde, als Flachländler war die Gegend eine Herausforderung für mich und meine Beine und Hinternmuskulatur. ;)

    2.) Die Feuerwerke

    Am Freitag wurde klassisch „Bomba da Tiro“ schießen veranstaltet, im Prinzip zeigt jede beteiligte Firma einen kurzen klassisch italienischen Opener (kurze Steppersequenz, dann Scala 8 oder Saluts) und dann eine große Mehrschlagzylinderbombe.
    Schon irre wie das Teil durch die Luft rauscht. Leider habe ich die 1. nicht vollständig gefilmt:

    [youtube="Bomba da Tiro"]dS11FiOjLSU[/youtube]

    Am Samstag dann die Tagesfeuerwerke, 5 Stück an der Zahl. Aus meiner Sicht hätte man statt 5 kurzen und wenig intensiven 1-2 heftige machen sollen.
    Auch die italienischen Feuerwerksfans waren wenig begeistert, manche offenbar sogar unzufrieden. Ich habe 3 Feuerwerke einigermaßen filmen können.
    Das 1. war völlig unerwartet 100m hinter mir und das 2. hinter einem Hügel links von mir.

    Alle Aufnahmen habe ich zu einem Video zusammen geschnitten:

    [youtube="Tagesfeuerwerke"]cB3UX53LJOg[/youtube]

    Die Nachtfeuerwerke waren dann aber alle super, das erste Feuerwerk veröffentliche ich nicht, weil es im Rauch verschwunden ist, die anderen habe ich aber geschnitten.
    Sorry wenn es etwas holprig ist, aber beim ersten Video musste ich mich wirklich ständig von der Kamera entfernen weil unglaublich viel Glut oder komplett brennende Sterne runter kamen.
    Hatten etwas Pech mit dem Wind, waren aber viel zu nah dran. So nah das die ganzen Italiener die Flucht ergriffen haben. 5m weiter vorne und ausweichen wäre unmöglich, da sah es aus wie nach einem Vulkanausbruch.

    Das führte natürlich zu zahlreichen Buschbränden, es brannte am Ende an gut fünf verschiedenen Stellen, teilweise in voller Ausdehnung!
    Die Polizei und Feuerwehr fuhr direkt an mir vorbei und ich musste mehrfach den Standort wechseln, die Feuerwerke liefen während der Löscharbeiten übrigens völlig normal weiter.

    Ich kann nicht wirklich beurteilen, welches Feuerwerk am besten war, für mich persönlich war das Feuerwerk in maximal 100m Entfernung natürlich am intensivsten. (Ich hatte den Abbrenner im Dunkeln schlicht und ergreifend nicht gesehen)


    [youtube="Zu nah dran - Giuseppe e Ciro Scudo - 2015"]SOdQtGZpjl4[/youtube]


    [youtube="Boccia e Nappi"]Y1g1spbAhE4[/youtube]


    [youtube="Di Matteo"]5OD-A8lM5fg[/youtube]
     
  2. Toller Bericht, erinnert mich total an unseren ersten Aufenthalt in der Region um Neapel.
    Verrückte Gegend! Sehr lebendig und voller Lebensfreude.
    Als Norddeutschen kann es einen da ganz schön umhauen, da man doch sehr viel neue Eindrücke sammelt.

    lg
    Milo
     
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