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Sicherheit Schwarze Bombe fiel vom Himmel & verletzt 65-Jährigen

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von Master Lamp, 2. Feb. 2012.

  1. Hallo zusammen,

    in Berlin soll zu Silvester 2011/2012 ein 65-Jähriger von einer Schwarzen Bombe getroffen worden sein.

    Was wisst Ihr über diesen Unfall ?


    Gruß - Basti
     
  2. Fragen über Fragen

    Ich frage mich schon, wo manche "Pyrotechniker" ihre Ware einkaufen,wenn dann nur verschimmelte Reiskörner in so einer Bombe drinnen sind ??

    Das glaube ich nicht !! Kein Chinese füllt verschimmelte Reiskörner ein.
    Wenn schon verschimmelt, dann feucht eingebrachte Sterne .

    Eigentlich ein Wahnsinn!!

    Ich glaube auch nicht, dass ein kugelförmiger Körper der annähernd das Gewicht einer entsprechenden Bombe hatte, vom Wind abgetrieben wurde.

    Ich bezweifle die fachliche Kompetenz der Pyrotechniker, welche DIESE Bombe geladen haben.

    Wenn NACHHER festgestellt wurde , dass diese Bombe leichter gewesen ist als andere , dann muss!! das schon beim Laden auffallen.

    So eine Bombe darf nicht in den Mörser. Es sei denn , es war z. B. eine "Silk" . Die sind etwas leichter !

    Ich frage mich, ob überhaupt die fachliche Vorraussetzung besteht , um so eine Bombe überhaupt delaborieren zu dürfen?

    Für mich sind da einige relevante Fragen offen !!
     
  3. Ich sehe das gar nicht so abwägig mt den "Reisbomben"

    Davon habe ich schon öfter mal gehört das so etwas in den Containern aus China steckte.

    Was ich im Zusammenhang Reis noch interessant fände:

    Gäbe es denn nicht eine Möglichkeite Feuertöpfe odr auch kleine Bomben mit Reisfüllung zu bauen die dann das traditionelle Reiswerfen bei einer Hochzeit ersetzten könnten.

    Das gäbe dem Thema Hochzeitsfeuerwerk doch einen anderen Rahmen
     
  4. Ein erfahrener Feuerwerker welcher in seinem Leben zigtausende Peonies in der Hand hielt wie Du Anton, würde sofort merken, das anhand des Effektes und des Gewichts irgend etwas bei so einer Bombe nicht in Ordnung ist.

    Falliing Leaves im Kaliber 150mm sind wesentlich leichter als anddere Effekt Bomben.
    Wenn ein Helfer diese verladen hat, dann kann es durchaus sein, dass die innerhalb einer Bombenkette oder auch einzeln nicht bemerkt wird/wurde.

    Physikalisch betrachtet ist es durchaus möglich, dass eine leichtere Bombe durch Wind und den Magnuseffekt, wenn diese eine an der Rohrmündung mitbekommt, wie ein Fussball die Kurve bekommt und weit abdriftet.

    Kenne die Abschussstelle und den Zuschauerbereich wo das passiert ist nicht, von daher enthalte ich mich der Entfernungstheorie.

    Sofern Herstellernachweis und Betriebstätte vorhanden, kann auch delaboriert werden, aber nur dann!

    Hier kann man nur mutmaßen und das geschriebene der Zeitung kommentieren.

    Salut Tom
     
  5. Mich interessiert dieser Unfall deswegen so, weil ich vor fast 30 Jahren einen ähnlichen mit weit schlimmeren Folgen hatte.

    Es kam eine 100er zurück und zertrümmerte einer Zuschauerin die weit hinter der Absperrung auf einer Bank saß den Oberschenkel.

    Damals bekam ich "meine" Bombe von der Polizei nicht zurück. Diese wurde als Beweisstück einbehalten.

    Der bestellte Sachverständige war zu dieser Zeit mein Erzfeind . Er versuchte alles, um mir auch nur Irgendwas anzuhängen !! Es wurde getestet, wie man eine Bombe so abschießen muß, damit diese so weit ins Publikum flog wenn sie zurückkam. Auch Wind.-und Wetterverhältnisse wurden berücksichtigt. Jahre später wurde ich von einem damaligen Mitarbeiter des Sachverständigen "aufgeklärt". Mit den Worten: "Er hat nicht mehr gewusst, was er noch alles probieren soll, um dir was anhängen zu können". Ergebnis : Freispruch im strafrechtlichen Sinn.
    Die Frau erhielt dann eine Abschlagszahlung von unserer Haftpflichtversicherung.

    Eine Erklärung für dieses Mysterium wurde nie in Betracht gezogen, nämlich:

    Eine Bombe die nicht zerlegt ,kommt wieder zurück - logisch.
    Je mehr Bomben man von der gleichen Stelle senkrecht raufschießt, dest größer wird die , an und für sich minimale Wahrscheinlichkeit, dass eine aufsteigende Bombe eine abwärts fallenden touchiert und die Flugbahnen abgelenkt werden. Bei der aufsteigenden ist das egal , wenn diese zerlegt, aber bei der abwärts fallenden nur dann nicht, wenn diese in Richtung der Zuschauer gelenkt wird. Sowas muß damals bei meinem Unfall passiert sein, und ich denke so war das auch im jetzigen Fall.

    Eine Ablenkung durch Wind ist für mich unmöglich, Die Angriffsfläche ist zu gering. Außerdem müßten die Zuschauer dort auch jede Menge dreck in die Augen bekommen haben. Der Wind verbläst ja nicht nur Bomben !! Und wäre der Wind wirklich so stark gewesen, hätte man nicht mehr schießen dürfen.
    Was ich auch nicht verstehe ist, dass die Bombe nicht beschlagnahmt worden ist.
    Stimmen die Vorgänge so, wie sie in der Berliner Zeitung wiedergegebn wurden, dann sind meiner Ansicht nach einige grundlegende Erhebungsfehler passiert.
    Wenn der Zuschauer wirklich ausserhalb des Gefahrenbereiches gestanden ist, hat er auch Anspruch auf Schadenersatz -egal WAS oder WER die Ursache ist oder Schuld hat.
     
    Trockenschwimmer, Talfeuerwerk und bramml gefällt das.
  6. Warum steht oben rechts in dem Artikel 03.01.2004 !?
     
    Rocket gefällt das.
  7. Datum ??

    Woher hast du dann die Info ??
     
  8. Das erklärt, warum ich zu diesen Vorfall nichts gefunden habe.

    Danke.
     
  9. Mag ja sein das es für dich unmöglich ist, für die Gesetze der Physik ist es nicht unmöglich ;) Erkundige dich dazu mal nach dem Magnus-Effekt. Da spielt nicht nur die Windgeschwindigkeit eine Rolle, sondern die Rotation der Bombe im Flug.

    Mit diesem Effekt hat man sich in Deutschland intensiv beschäftigt, nachdem 1997 in Dortmund bei einem Großfeuerwerk eine schwarze Bombe aus dem Sicherheitsbereich hinaus flog und zwischen den Zuschauern landete. Da dem Pyrotechniker laut Aussagen aller Gutachter keine Vorwürfe gemacht werden konnten, untersuchte man den Vorfall intensiv und hat sich dann durch verschiedene, reproduzierbare Tests bei der BAM auf die Erklärung mit den Magnus-Effekt geeinigt.
    Daraufhin wurden unter anderem in Deutschland die vorgegebenen Sicherheitsabstände erhöht.
    Anfällig für den Effekt sind vor allem leichte Kugelbomben, die ein größeres Kaliber (>100 mm) haben - und den Fall haben wir hier scheinbar.
     
  10. Was hat der Magnus-Effekt mit dem bisschen Wind , der erlaubt ist zu tun?

    Der Magnus-Effekt resultiert aus der Aufstiegs und Fallgeschwindigkeit aber nicht aus dem (seitlich) auftreffenden "Lüfterl" .



    Ich habe lediglich gemeint , der Wind vertreibt so ein Kügelchen nicht !

    Und hätte man die Bombe nicht vernichtet, könnte man diese wieder und wieder abschießen und so vielleicht auf genauere Ursachen kommen.

    Was auch noch nicht berüchsichtigt wurde ist, dass die Bombe beim Zurückfallen sicher einige Zerleger durchfällt, die eine wesentlich stärkere Kraft zur Änderung der Flugbahn haben.
     
  11. Magnuskraft

    Hallo Anton,

    durch die Magnuskraft (Abdrift in Strömungsverhältnissen im Wasser oder in der Luft)
    kann die Bombe dermaßen weit in einer riesen Kurve abgedriftet werden, dass sie von
    den Zerlegern der anderen Bomben in der Luft gar nichts mehr mitbekommt (dabei geht es z.T. um 100er Meter/ je nach Steighöhe).

    Wie Darude sehr schön beschreibt, wurden in Deutschland auch deswegen bereits vor Jahren die Sicherheitsabstände geändert. In Österreich waren die Sicherheitsabstände seit jeher viel zu knapp (75 m bei einer 100 mm Bombe/ 125 m bei einer 210er - gemäß altem Pyrotechnikgesetz von 1974 ! ), deshalb gab (und gibt es auch jetzt noch) immer wieder Unfälle.

    Das Magnuskraft-Problem wurde von der BAM bereits 2000 beim Int. Symposium of Fireworks in Neapel vorgestellt. Nur hat das bis jetzt (wie immer in Österreich) niemanden wirklich interessiert.

    Viele Traditions-Feuerwerke in den meisten Städten könnten aufgrund dieser Gefahr gar nicht mehr durchgeführt werden, wenn man an die z.T. viel zu geringen Sicherheitsabstände in Österreich denkt. Oder nur mehr mit weitaus unspektakulären Effekten...

    Es ist und bleibt weiterhin immer im Ermessen des verantwortlichen Pyrotechnikers, wie weit er sich "aus dem Fenster hängen" will. Deswegen sollte man auch ein paar Jährchen Erfahrung haben und sein Material ziemlich gut kennen...
    Vor den Richter wird er dann sowieso zuerst mal geladen, wenn was schief geht, egal was dabei rauskommt... Solche Geschichten sind für einen Staatsanwalt immer interessant, da eher exotisch - und das Risiko steigt, je mehr Feuerwerke in den Jahren so zusammenkommen eben statistisch überproportional an.

    Aber da kommt jeder irgendwann mal an seine Grenzen, wenn er sich länger mit der Materie beschäftigt...
     
  12. 2 Meinungen

    Ist mir alles klar. Doch trotzdem: Wie oft tritt die Magnuskraft auf ?

    Wie oft "biegt" eine Bombe schon beim Aufstieg so weit ab, dass man sich wundert. Ich beobachte dies hauptsächlich wenn auch selten bei cal. 200mm und drüber. Das Rohr steht schon schräg vom Publikum weg und die Bombe kommt trotzdem über den Köpfen der Zuschauer. Bei cal. 100 hab ich sowas eigentlich so eklatant noch niemals gesehen. Und mir ist das damals eben mit einer 100er passiert .

    Für mich und meine Erfahrung ist ein Abweichen beim Zurückfallen einer kalten 100er durch nachfolgend Aufsteigende bzw. durchfallen durch Zerlegerkräfte zumindest genauso wahrscheinlich.

    Außerdem hätte man , wenn die besagte Bombe in Berlin von einem Fachmann untersucht worden wäre , wenigstens einige Hinweise mehr erlangen können. Ich finde es höchst merkwürdig, dass man dem Unfallverursacher den Versager zurückgegeben hat.

    Ja und nochwas.
    Mein Versager damals war vorhanden und wurde vom Sachverständigen der nicht Irgendwer war, genauestens untersucht. . So weit ich das damals mitbekommen habe , wurde diese Bombe dutzendmale immer wieder abgeschossen, nachdem der Zünder isoliert wurde und NIEMALS drifftete sie so weit ab wie beim Unfall. Und deshalb denke ich, dass im Gutachten von einer möglich aufgetretenen Magnuskraft auch nichts drinnen stand.

    Ich wollte eigentlich mit meinem Beitrag nur eine zweite Möglichkeit aufzeigen.
     
  13. Das Ding ist schon asbach uralt......das war net 2012.....wieso weshalb warum, es wird keiner sagen und glei gar nicht die ausführenden, es sei denn es sind Fakten die man net vom Tisch schieben kann.
    ich weis nur, weil selbst bei dieser firma gesehen, nach nem Feuerwerk fiel mir auf das in einem Rohr irgendwas noch drin war, was kein müll war, neien es war ne 125er, die irgendwann mal steckengeblieben war, wirklich irgendwann, da sind schon zig andere darüber geschossen worden, ein wunder das die noch net mit gekommen war.
    ich will damit niemanden nachlässigkeit unterstellen, aber es zeigt das einfach alles nur noch schnell gehen muss, zeit ist geld, und da bleibt halt weniger zeit fürs reinigen und kontrollieren und man kann nur hoffen das alles glatt geht.
     
  14. Ich habe mit der Firma Schallschmidt seit 2009 mehmals zusammengearbeitet. Die Effekte die verschossen wurden war keine andere,als wie wir sie alle benutzen. Zu den Abschussgestellen kann ich sagen diese Stehen sicher, und in den Aufbauplänen kommen sogar Leerkästen vor um größere Satbilität in den
    Fächerkästenreinen zu bekommen.
    Und kurz bevor der Lkw wieder beladen wurde, wurden alle Mörser noch einmal nachkontroliert.

    Eine "alte" Bombe kann ich mir nicht vorstellen eher ein sitzenbleiber, oder Reservebomben wie sie jeder bei Größeren Shows dabei hat.

    Schade das ich nicht nach Berlin mitgefahren bin sondern ein Eigenes Ding hatte, sonst hätt ich 100% Klarheit geben können.

    Fakt ist nur,dass ich eine solche Geschichte um das Brandenburgertor Feuerwerk, schon als Helfer gehört habe allerdings ging es da um einen anderen Großen Pyrotechniker, der nicht weit von mir weg wohnt.