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Sicherheit Tiere und Feuerwerk

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von ignicon, 11. Apr. 2002.

  1. Hallo Feuerwerker,
    ich weiß nicht, ob das Thema schon mal behandelt wurde, meine Suche brachte jedenfalls keinen Erfolg.

    Wenn sich in der Nähe von Abbrennplätzen Tiere, egal welcher Art befinden ist das ein Umstand, der auf jeden Fall berücksichtigt werden sollte, aber inwiefern "leiden" Tiere unter den Feuerwerkseinflüssen, können sie es von einem Gewitter unterscheiden oder nicht?
    z.B. behauptete ein Falknereibesitzer, seine wertvollen Vögel würden seit dem Feuerwerk nicht mehr brüten. Schaden, angeblich über tausend Euro. Ist das Verhalten der Vögel wirklich auf das FWK zurückzuführen, oder will der Falkner sich hier nur unberechtigt bereichern, weil seine Vögel vielleicht ohnehin wegen schlechter Haltung oder Gefangenschaft nicht mehr brüten. Schweine und Kühe können angeblich Fwk von Gewittern nicht unterscheiden. Wie sieht es bei Pferden aus?
    Haustieren usw.

    Was kann man besorgten Tierbesitzern vor dem Fwk sagen?
    Gibt es vielleicht diesbezüglich Gutachten oder Urteile?
    Eure Meinung?
     
    Pyro tha dragon und Fireworksfreak gefällt das.
  2. Hi Ignicon,

    heißes Thema, ich weiß. Viele versuchen mit diesen Argumenten Geld zu machen oder Behörden versuchen damit das Versagen einer Genehmigung zu erklären,

    Wir haben bei uns am Rhein ein Naturschutzgebiet, ( Vögel, Wildschweine, Rehe etc...)

    Wir schiessen dort jedes Jahr in unmittelbarer Nähe ein Feuerwerk. Wir mussten vor dem ersten Feuerwerk jede Menge Stellungnahmen einholen.

    Fazit: Tiere können emotional ein Feuerwerk nicht als besondere Störung einordnen. Die Tiere realisieren nur Blitz (Lichterscheinung) und Knall. Das sind die Tiere aber von Natur aus gewöhnt. Jedes Sommergewitter hat die gleichen physikalischen Erscheinungen.

    Also dürfte in Deinem Fall dem Falkner auch nach einem kräftigen Gewitter die Vögel nicht mehr brüten.

    Übrigens, wir haben in Lampertheim, nahe an unserem Abschussplatz einen Reitverein. Luftlinie zum Feuerwerk ca. 500 m. Und alle ! Reiter haben uns bestätigt, dass unser "kleines" Feuerwerk vom Vorschiessen die Tiere nicht gestört hätte und auch weiteren Veranstaltungen dieser Art nichts im Wege stehen würde.

    Pyrodance
     
  3. In der Tat ein heikles Thema!

    Wenn man bedenkt, daß der Knall mancher Titansalutbomben selbst bei mir in den Ohren schmerz, möchte ich nicht wissen, wie es bei Tieren ankommt, die (z.B. wie Katzen) ~20 mal besser hören. Da kann mir keiner erzählen, daß Tier würde nicht leiden wenn eine ganze Salve besonders im Finale abgeschossen wird. Genauso mit Hunden, die manchmal unverständlicher Weise mit zum Feuerwerk genommen werden. Sehen doch dabei sehr unruhig aus, als daß es ihnen wohl ergeht....

    Bleibende Schäden sind wohl auszuschließen... .. da gebe ich den Leuten recht.

    Gruß
    Florian
     
  4. Das Katzen, Hunde und andere Tiere um ein vielfaches besser hören als Menschen ist mir bekannt, aber ich glaube mal gelesen zu haben, dass sie deswegen nicht lauter hören, es geht hier viel mehr um den höherfrequenten Bereich und sehr leise Töne bei denen sie dem Menschen überlegen sind.

    @Pyrodance, die Stellungnahmen, die Du erwähnt hast, haben die Gutachtencharakter, sind sie verbindlich?
    Mit einem Gutachten bewaffnet, lässt sich vielleicht manches im Vorfeld besser aufklären.
     
  5. hmmm... letztendlich wird man es nicht wissen, wie Tiere wirklich hören, solange man Ihr Gehirn nicht 'anzapfen' kann:). Erwiesen ist jedoch, daß Hunde, Katzen,.. Dinge aus Entfernung noch sehr gut wahrnehmen, die für uns absolut unzugänglich sind, soll heißen: z.B. Das Piepsen einer Maus in 50 m Entfernung, was für uns undenkbar ist. Sehr wahrscheinlich ist das weniger auf den erweiterten Wahrnemungbereich der Frequenzen zurückzuführen. Kann aber auch sein, daß ich hier völligen Blödsinn schreibe... ich bin halt auch kein Tierpsychologe/-physiologe...

    naja... solange bei Feuerwerken wirklich keine Tiere zu schaden kommen ist es auch i.O. Feuerwerke in geeigneter Nähe abzubrennen.
     
  6. Hallo Pyros,

    Tiere werden sehr wohl beeinträchtigt. Bei einem speziell veranstalteten Feuerwerk kann man durch die zeitliche und örtliche Begrenzung Vorkehrungen z.B. in Bezug auf Haustiere treffen. Kritischer ist es Silvester wegen der Unberechenbarkeit. Tierärzte empfehlen zu diesem Anlass das Ausführen und Füttern in "knallerarmen" Zeiten sowie eine Abschottung gegenüber Blitz und Knall innerhalb der Wohnung.

    Zeichen für Angst und Überreaktionen, die durch Feuerwerk und aber auch Gewitter hervorgerufen werden können, sind z.B.
    - Nahrungsverweigerung
    - Durchfall
    - heftiges Zittern.

    Interessant ist auch der Hinweis der Versicherungsunternehmen auf die Hundehalter-Haftpflichtversicherung. Beisst der erschreckte Hund den Nachbarn in die Wade (vielleicht ein Silvesterzündler:D ?), liegt Haftung auch ohne Verschulden vor.

    In Bezug auf Silvester gibt es auch Berichte von Tierparks, die aufgrund einschlägiger Erfahrungen Agreements mit der Nachbarschaft geschlossen haben, keine Feuerwerkskörper in der Nähe zu zünden.

    Natürlich bestehen auch Möglichkeiten, Tiere im Umgang mit außergewöhnlichem Lärm zu trainieren. Zum Beispiel wird in der Ausbildung von Polizei-Reiterstaffeln die Resistenz gegenüber Pistolenschüssen usw. geübt.

    Viele Grüße
    Uwe
     
  7. Besondere Vorsicht ist bei Katzen anzumerken: Wenn eine Person einen Böller wirft, und eine Katze sieht das, so kann es vorkommen, dass sie gemäß ihres Jagdtriebes auf das sich bewegende Teil losgeht. Ist mir schon passiert, habe aber zum Glück meine Katze verjagen können. Seit dem ist sie immer zu Hause eingesperrt, wenn der Silvesterabend naht.
     
  8. Hallo Ihr!

    Was in Euren Beiträgen schon mitschwingt aber noch nicht ausgesprochen ist;):
    Ich denke, das Problem im Zusammenspiel von Feuerwerken und Tieren ist neben der Lautstärke vor allem die Unkenntnis und die Angst, die daraus entsteht. Woher soll eine Tier auch wissen, das daß Feuerwerk nur in einem bestimmten räumlichen Bereich gefährlich sein kann?
     
  9. Nach Gesprächen mit zwei Tierärtzen, kann ich folgendes mitteilen

    Wildtiere nehmen keinen weiteren Schaden, sie flüchten vor einem Feuerwerk genauso, wie z.B. vor einem Auto oder vor dem Menschen.

    Rinder und Schweine haben ein sehr robustes Gemüt und beachten ein Feuerwerk kaum
    Anders jedoch bei Pferden, diese sind sehr sensibel und reagieren auf die Lichterscheinung noch mehr als auf den Knall. Bis hin zu Panikattaken, die zu schweren Verletzungen bei Fluchtversuchen führen können reicht die Palette und das kann sehr teuer werden.

    Gibt es den keinen Profi, der schon Erfahrung mit Pferden bei Feuerwerken gemacht hat?
    ich denke hier sind alle für Anregungen dankbar.
     
  10. Hallo Ignicon,

    ich habe - Gott sei Dank - noch keine praktischen Erfahrungen mit Pferden bei meinen Feuerwerken gemacht. Ich weiss nur von Nachbarn, die Silvester immer zu ihren Pferden in den Stall fahren, um sie den ganzen Tag über und vor allem über Nacht zu beruhigen. Diese Nachbarn sind keine Feuerwerkshasser, haben aber wohl schon negative Erfahrungen gemacht.

    Ich selbst würde kein Feuerwerk schiessen, bei denen Pferde in der Nähe im Stall oder auf der Wiese stehen - zumindest nicht, wenn der Besitzer nicht während des Feuerwerks vor Ort ist. Aber weiss heisst "in der Nähe"? Bis 500 Meter, bis 1 km, noch weiter?

    Grundsätzlich versuche ich, alle Nutztiere in der Nähe zu meiden. Bei einem Feuerwerk konnte ich das nicht verhindern, der Bauer hatte aber seine Einwilligung gegeben: Milchkühe im Stall in 100 Meter Entferung.
    Das Feuerwerk war sehr klein, 4 Minuten, bis Kaliber 125 und am Schluss 5x75er Salut. Ich kann nicht sagen, dass dieses kleine Feuerwerk die Kühe gelassen hingenommen haben: nach dem ersten Schuss fingen die Kühe an zu blöken, während des Verlaufs des Feuerwerks wurde das Geblöke und Gemuhe heftiger und nach dem Schluss-Schlag jammerten/quietschten die armen Tiere wie Esel. Nach etwa einer halben Stunde hatte sich der Stall wieder beruhigt. Nie wieder! Der Bauer meinte hinterher, die Kühe hätten etwa drei Tage lang schlechter Milch gegeben - er wollte aber keinen Schadenersatz...

    Markus von FEUERWERK.net

    P.s.: Ich kenne auch Erzählungen eines Feuerwerkers, bei dem ein Buller (nicht in grün) bei einem Feuerwerk die Zeunung durchbrochen hat, und zwischen den Mörsern rumtobte.
     
  11. Studie

    Hallo zusammen

    Das Schweizer Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) hat eine interessante Studie veröffentlicht. Unfallstatistiken, Belastung von Gewässern, Feldern, Futter, Lärmpegel, Spitzenwerte in der Luft, usw., usw. Unter anderem wird auch eine der wenigen Forschungsberichte betreffend Wasser- und brütenden Vögeln erwähnt. Ein Grossteil der Daten sind sicher international gültig, andere müssen hochgerechnet werden und wieder andere sind aus England, USA, usw. übernommen. Einigermassen überraschend war für mich, dass Deutschland kaum erwähnt ist. Offensichtlich hat man dort alles im Griff ;-). Einfach gehalten und mit teilweise überraschenden Resultaten ist die Studie sehr gut geraten. Die paar Zeilen über unser Schweizer-Verständnis für die relative Gefährlichkeit von Feuerwerk müssen halt überlesen werden. Ansonsten aber wirklich empfehlenswert.

    Wer Interesse daran hat, soll sich melden. Ich werde mal anfragen, ob unser Bundesamt direkt nach Deutschland liefert, bzw. was mich ein Stapel der Dokumente kostet.


    Gruss

    Beat
     
  12. Wir haben einige Erfahrung zum Thema Feuerwerk und Pferd (intern: "Blitzgeschoß, freut das Roß"), zu unseren Kunden zählt auch das Gestüt Wäldershausen des mehrfachen Olympiasiegers im Dressurreiten, Lars Nieberg.
    Vor der ersten Show wurde von der Versicherung des Gestütes ein Gutachten gefordert, da der Wert der Tiere bei über 20.000.000.- DM (!!!) liegt. Ein amerikanischer Tierpsychologe hat uns dann bestätigt, daß, wenn eine vertraute Person sich in den Boxen aufhält, keine Gefährdung der Tiere zu erwarten ist. Bei dieser Show wurde etwa 200m von den Stallungen geschossen, darunter 400 Saluts und 350er Bomben. Ich denke, mehr muß ich nicht sagen, im letzten Jahr hat Lars wieder Gold geholt und die Gäule freuen sich, wenn sie uns sehen (habe ich den Eindruck...).

    Etwas anderes ist es mit Umweltschützern. So mußten wir aufgrund einer einstweiligen Verfügung mit einem Ornithologen herumschlagen, der das Brutverhalten eines Zilp Zalp gestört sah, oder im Frankfurter Palmengarten vor acht Jahren das sofortige Aussterben der uns allen ans Herz gewachsenen Helmarzurjunger (Libellenart) verhindern wollte.
    Auch ganz nett: Eine Flamingo-Famillie, die nach einem Feuerwerk von einem Tierpsychologen vier Wochen betreut werden mußte (Kosten: 5000.- DM), da sie Durchfall hatten... (kacken Vögel eigentlich nicht immer flüssig?)

    Es gibt vom amerikanischen Seaworld, die jeden Abend eine Show haben, sowie von allen Universal-Parks umfangreiche Studien, die belegen, daß Feuerwerk von Tieren (auch Hunden) wie eine außergewöhnliche Naturerscheinung (z.B. Gewitter) wahrgenommen wird.
    Problematisch sind die Schläge am Boden (also der Ausstoß). Darum entwickelte Disney das Air-Launch-System.
    Das über 100seitige Gutachten der Amerikaner zeigt auch, daß selbst wertvollste Fische nicht zwingend bei Nordsee in der Kühltheke enden müssen, wenn ein Feuerwerk an einem Teich abgebrannt wird (außer man illuminiert den Fischteich mit Magnesiumfackeln).

    Leider sind fanatische Umweltschützer ein größeres Risiko für eine No-Show Situation als alle mir bekannten Behördenvertreter. Wir hatten in Bayern schon mal eine Horde randalierender Ökos, die uns während einer Show (!!) die Racks umgetreten oder in Mainz vor ein paar Jahren den Pyrotechniker einfach umgehauen haben.
    Anarchy rules...
     
    Rippenbruch gefällt das.
  13. Hi Chris!

    Lieber Chris.. nur mal so: Umweltschützer sind nicht gleich Tierschützer, können aber auch Tiere schützen;)

    Ich würde es nicht umbedingt ins 'lächerliche' ziehen. Klar ist es ärgerlich, wenn eine Show getört wird. Man kann aber auch nicht abstreiten, daß Tiere nunmal empfindlicher reagieren als wir Menschen - allein schon aufgrund des Tatbestandes, daß wir wissen, was ein Feuerwerk bedeutet und Tiere halt nicht.

    lieben Gruß
    Florian
     
  14. Nun, ich fühle mich auch teilweise von Tieren gestört (Tauben auf meinem Schlafzimmerbalkon) oder bedroht (Hunde)...
    Ich hau' sie deswegen ja nicht gleich um!
    Das Verhalten der meisten Umwelt- / Tierschützer ist aber leider einfach nur lächerlich.
    Da werden Abbrennplätze, auf denen z.B. Motocross-Rennen stattfinden mit genau diesen Argumenten ("sie können sich ja nicht wehren") von der brütenden Vogelmutter zerredet.
    Feuerwerke sind nun mal brachial und laut.
     
  15. Genau wegen solch rücksichtsloser Personen wie du, lieber Chris, bin ich dankbar, dass es Umweltschützer im Allgemeinen und Tierschützer im Besonderen gibt, die nicht in einem egozentrischen Weltbild aufgehen, und auf die dumme Vogelmutter achten, auch wenn sie keinen materiellen Gewinn erzielen können.

    Im Übrigen fühlen sich auch Humanide in großem Maße gestört, wenn während der eigenen "Brutzeit" Lärm bzw. sonstige Störungen, die nicht zwingend notwendig sind, willkürlich herbeigeführt werden.
     
  16. Hallo Pyros,

    in den 80er Jahren fand in Leipzig ein Feuerwerk statt, wo hunderte Vögel durch ein Feuerwerk getötet wurden. Die Meisten Vögel haben ihre Nester verlasen und haben diese aufgrund der Dunkelheit nach dem Feuerwerk nicht wieder gefunden. Ein großer teil ist auch an einer Glasfassade verendet worin sich das Feuerwerk gespiegelt hat.
    In manschen Bundesländern ist es daher sogar Verboten, SKY - Beamer ohne Genehmigung zu betreiben.
    Im übrigen finde ich den Vergleich mit einem Gewitter zum Feuerwerk etwas heruntergespielt wenn man bedenkt, dass ein Blitz in Millisekunden wieder verschwunden ist.
    Ein Feuerwerk was mit kontinuierlichen Abschüssen gestalten ist und 15 Minuten andauert, kann bei den Tieren zu Verwirrung führen. Jeder Feuerwerker sollte und muß auf solche Dinge achten, dass er einen Abrand in nähe von geschützten Gebieten vermeidet.

    Kollegen, ist es nicht besser, dieses Thema im geschlossenen Teil zu besprechen ? ... schließlich hat unsere Branche auch Gegner, die wir nicht unbedingt wecken sollten! (siehe andere Beiträge)

    Mit freundlichen Grüßen

    BOMBY
     
  17. Manchmal muß man eben übertreiben...
    Also Klartext: Selbstverständlich bin ich absolut Eurer Meinung, wenn denn wirklich konkreter Handlungsbedarf besteht.
    Was z.B. die Diskussion jedes Jahr an Sylvester angeht, wenn Haustiere verstört im Zimmer sitzen, hängt dies einfach damit zusammen, daß die Tiere daran nicht gewöhnt sind. Es sind eben nicht ALLE Hunde und ALLE Katzen, die an Sylvester Panik bekommen. In Italien oder Spanien, wo mit Blitzsätzen gearbeitet wird laufen auch Hunde völlig "normal" durch die Straßen und ich habe selbst einen Mitarbeiter, dessen Hund während eines Feuerwerkes völlig ruhig bleibt. Ich kenne Hundebesitzer, die es leid sind, ihre Tiere an Sylvester alleine zuhause zu lassen und einfach mitnehmen.

    Und selbstverständlich wird kein ernsthafter Pyrotechniker eine Show auf einer Wiese aufbauen, auf der z.B. Schwäne nisten oder andere Bodenbrüter. Darum geht es nicht. Es geht um die PSEUDO-Umweltschützer, die keine Grenze zwischen einer konkreten Bedrohung eines Lebensraumes und dem Einzelfall einer kurzzeitigen Störung ziehen können.

    Und Mario, die Sache mit den Vögeln, die vor Schreck ihre Nester nicht wiederfinden, ist selbst für Ornithologen unhaltbar. Sorry.
    Und die Dauer der Blitze als Grad der Intensität einer Störung anzuführen ist ja wohl lachhaft. Für gewöhnlich dauern Gewitter nicht nur einen Blitz lang...

    By the way: Auf Hawaii sieht man das anders. Dort kehren unmittelbar nach einem Vulkanausbruch die Vögel sofort wieder zurück (so lange das Nest noch steht).
    Peace on earth, Tiere sind gut ;-)
     
  18. #19 Bomby, 8. Mai 2002
    Zuletzt bearbeitet: 8. Mai 2002
    XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX


    Mit freundlichen Grüßen
    Bomby:(
     
  19. Truppenübungsplätzen - Dauerbeschuß

    Habe die Diskussion Interessiert verfolgt, aber mir kam eine Frage in den Sinn:

    Da ich immer wieder z.B. im der Eifel an Truppenübungsplätzen vorbei komme, stellt sich mir jetzt die Frage gibt es in diesen Gebieten keine Vögel mehr da die bei großen Übungen über mehrere Tage unter Dauerbeschuß stehen, auch Blendgranaten. Da sich der Bund (Die Bundeswehr) darüber auch schon mit Naturschützern diskutiert haben, müßte es doch bestimmt Richtige Gutachten geben.

    Kennt jemand solche Gutachten und/oder kann diese besorgen.

    Was mir noch aufgefallen ist das Leute die sich Kritisch gegen Naturschützer äußern gleich in der Luft zerrissen werden. Naturschutz ist wichtig, Ohne Natur (Tiere, Pflanzen) gibt es uns auch nicht mehr. Aber man sollte doch Konstruktiv diskutieren können.

    Um nicht gleich zum Tiergegner abgestempelt zu werden möchte ich noch sagen, das ich 120 % für den Artenschutz bin und vieles in der Welt mit grausen Aufnehme. (dieses sollten wir hier aber nicht diskutieren)
     
  20. Hallo Chris!

    Manche Tierschützer kann ich auch nicht verstehen, da stimme ich Dir zu... In diesem Zusamenhang wirkt es wirklich komisch....

    lieben Gruß
    Florian
     
  21. Hi Leute!

    Vor einer Woche hatte ich eine Verhandlung für ein Feuerwerk, bei der auch ein Vertreter (und Experte) von einem benachbarten Wildtierinstitut eingeladen war.
    Seine Meinung zu der ganzen Sache: "Na ja das ist ja nur ein Einzelereignis. Haben die Viecher halt ein bisschen Stress. Sie sterben ja auch nicht gleich wenn sie mal Stress haben"
    Seine einzige Bitte war, dass wir auf ganz laute Zerlegerladungen (sprich Blitzknall) wenn möglich (!) verzichten, was wir natürlich gemacht haben. Aber selbst dann hat er gemeint, dass die Tiere es kaum von einem Gewitter unterscheiden können.
    Seiner Meinung nach sind zB tieffliegende Hubschrauber viel schlimmer.

    Grüße
    Pyrodog
     
  22. feuerwerk und pferde

    werte kollegen der zunft,

    ich habe schon einige feuerwerke in der nähe von pferdeställen, bzw. -weiden abgeschossen.
    Bislang gab es noch keine Schwierigkeiten.
    aber BITTE setzt Euch zeitig mit den Pferdebesitzern in Verbindung!!!!!
    Die wollen einfach informiert sein.
    Der Hintergrund ist durchaus plausibel: Wenn Pferde sehr aufgeregt sind, und "die Situation nicht einschätzen können", neigen sie zur Panik. Dieses Verhalten gipfelt gelegentlich darin, dass sie solange laufen, bis sie an Kreislaufversagen sterben. Wenn ein Pfleger dabei ist und die Tiere beruhigt, gibts angeblich keine Probleme.
    Also sucht das Gespräch mit den Pferdebesitzern am besten zeitig.

    Alle Zeit Gut Schuss!

    Thomas Stumbaum
     
  23. #24 ignicon, 17. Mai 2002
    Zuletzt bearbeitet: 17. Mai 2002
    Hallo,
    schön, dass sich aus diesem Thema eine gute Diskussion entwickelt hat.
    Letzte Woche hatte ich ein minimes Hochzeitsfeuerwerk mit kleinen Cakes, Vulkanen, 32x 75er 18x 100er.
    In etwa 300m Entfernung ein großer Pferdestall. Die Pferde wurden während des Feuerwerkes betreut. Nach Rücksprache mit dem Betreuer am nächsten Tag, sagte der mir, dass die Pferde in keinster Weise auf das Feuerwerk reagiert haben und er nächstes mal keine Notwendigkeit sieht, anwesend zu sein.
    Ich halte es trotzdem für notwendig auch wenn ich nichts anderes erwartet habe.

    Sehr heikel war jedoch, dass 4 Pferde max. 150m entfernt im Freien auf einer Koppel standen. Die Pferde stehen ganzjährig draussen.

    Diesen Umstand habe ich sehr ernst genommen und mit vielen Leuten diskutiert und nach einer Lösung gesucht.
    Die Besitzerin war sehr zugänglich, und entschied, dass die Pferde dort bleiben und wir trotzdem schiessen dürfen. Sie selbst war dann mit mehreren Helfern vor Ort und hat das Umfeld beleuchtet und die Perde betreut.

    Und siehe da, die Perde waren zwar etwas aufgeregt und hatten offensichtlich momentan Angst, welche jedoch nach ein paar Minuten wie weggeblasen schien. Ob ein Pferd, welches üblicherweise im Stall steht auch so reagiert, weiss ich nicht.

    Angst bei Tieren ist sowieso etwas anderes als bei uns Menschen.
    Unsere Instinkte und Reaktionen sind zivilisationsbedingt ohnehin verkümmert.
    Mir hat dieses Feuerwerk jedenfalls gezeigt, dass die Sorge um das liebe Vieh sehr wichtig ist, ober lange nicht so heiss gegessen wird.

    Und mal ehrlich, in Zeiten von Massentierhaltung zu unwürdigen Bedingungen mit vorher großzügig kalkulierter Ausfallquote, Vietransporten, Ferdernrupfen bei lebendigem Leib, Sopfleber, Hund-/ Hahnenkämfe, Millionen von Fischen, die bei Wettkampfangeln von unseren Pertijüngern teilweise mit abgeschnittenem Haken zurückgeworfen werden und Qualvoll verenden, Hetzjagd zu Pferde in Großbritanien. Ach ja, ganz toll, der Stierkampf wo leider nur sehr wenig Torreros verleiren, Rodeoreiten, wo den Pferden unendliche Qualen beschert werden. usw. gibt es millionen von Tieren, die liebend gerne ab und zu mal "nur" 20 Min Feuerwerksangst haben wollen.
     
  24. bin gerade erst jetzt über dieses sehr interressante Thema gestossen und da ich ein bißchen Ahnung von Tieren und ihren Biologischen und psychischen (wenn man davon sprechen kann) Eigenheiten habe hier ein paar Punkte dazu:

    - Lautstärkeempfinden bei Tieren:
    Es ist bei Tieren wie beim Menschen, daß die empfundene Lautstärke sehr stark von der Umgebung und vom Gehirn abhängt, daß heißt ein Hund und eine Katze können zwar genauer und dann auch lauter hören als ein mensch, wenden dies aber nur bei Bedarf an um ihr Gehör zu schützen. (Ähnlich wie beim Menschen das Blinzeln mit den Augen um bei Dunkelheit besser zu sehen)

    - Die Gefährdung durch Feuerwerke bei Tieren:
    Meiner Meinung nach gehen zwei Gefahren aus:

    Erstens unvermittelter Knall:
    Ein Gewitter ist für Tiere etwas bekanntes und es kündigt sich vorher an. Ein Tier kennt daß und weiß´durch einen siebten Sinn, was auf ihn zukommt, wenn ihr beim Feuerwerk also viel Drumrum macht und vielleicht vorher schon kleinere sich steigernde Probeschüße abgebt kann sich das Tier vorbereiten

    Zweites Helligkeit bei Nacht:
    der Unterschied zwischen Gewitter und Feuerwerk ist hierbei die Konstanz des Feuerwerks, daß heißt wir erzeugen eine Art Sonnenaufgang mitten in der Nacht und sugerieren den Tieren, daß die Nacht schon zu Ende ist. Wie das ist mitten in der Nacht aus dem Bett geschmissen zu werden, wissen wir sicherlich alle selbst. Nicht tödlich aber für diesen und den nächsten Tag doch sehr lästig! Das schon angesprochene Phänomen von Vögeln und Helligkeit bei Nacht (Skybeamer...) ist übrigens eine reale Gefahr für die Vögel und es wird seit ca. 2 Jahren überlegt Skybeamer aus dem Grund generell abzulehnen!


    Grüße
    Andi
     
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