Handhabung & Technik [Videoclips] Herstellung japanischer Bomben

Dieses Thema im Forum "Professionelle Technik, Sicherheit, Handhabung" wurde erstellt von Pyromartin, 17. Feb. 2006.

  1. Durch unsere US Kollegen bin ich auf eine japanische Website, mit mehreren Videoclips über den gesamten Herstellungsprozess japanischer Bomben, aufmerksam geworden. www.ichiyama-hanabi.com Chemikalien:mischen,sieben;Sterne:dragieren,trocknen;Zerlegerladung: aufdragieren,trocknen;Halbschalen mit Sternen und Zerlegerladung füllen;Bombe:bekleben,trocknen;Funktionsclip.Selbst beim Besuch einer Feuerwerkerei kann man diese Arbeitsschritte nicht aufeinmal sehen.
    Auf der oberen Leiste mit japanischen Charaktern das 4. Wort von rechts anklicken.Die Frontbilder der 9 Clips sind am Ende in einem Rahmen zu sehen.Durch anklicken dieses Rahmens laufen die 9 Clips hintereinander ab.
     
  2. Versuch einmal mit einem Rechtsklick auf das Bild und 'Ziel speichern Unter'

    Hoffe das Hilft :)

    Liebe Grüße

    PS: Die Videos sind super !
     
  3. http://www.ichiyama-hanabi.com/process/index.html
    Dort Rechtsklick auf das Bildermosaik mit den 9 Einzelbildern, dann "Speichern unter" und schon hat man alle Videos als eine Datei auf der Platte ;)

    Absoluter Wahnsinn, mit welcher Geschwindigkeit die so eine Bombe zusammenbauen!
     
  4. Schön, danke! Ich glaube, ich bin durch den Ort sogar schon mal durchgefahren (Tokushima-Präfektur, Komatsushima-Stadt, Ortsteil Tatsue).
     
  5. Superinteressante Videos - besten Dank!

    Was mich wundert ist, dass die Halbschalen nur sehr grob mit Sternen gefüllt wurden. Unten lagen bestimmt 2-3 Lagen Sterne, dafür gingen sie nicht bis zum Rand. Ist das für "kleinere" Kaliber verzeihlich?! Perfekt rund sahen die Explosionen ja auch nicht aus...

    /* Hey, ich sehe gerade: meine 3.000te Nachricht */
     
  6. @baMargera und @Mad-Onion,danke für eure Tips zur Lösung meines Computerproblems.Beim ausprobieren des gesetzten "Links"habe ich es dann schon geschafft alle Clips zu sehen.Zwischenzeitlich hattet ihr aber schon geantwortet.
    @Pyro:Bei der gezeigten Fertigung handelt es sich ja um kleine Kaliber.Ob die am Schluß gezeigten Effekte der Fertigung entsprechen wage ich zu bezweifeln.Aufgrund der gezeigten Bauweise stelle ich mir den aestethisch,eleganten Effekt von 2 an ihrer Apex verbundenen Fächern vor.Kiminaro Onazatu hat schöne Bilder davon gezeigt.Ich bin mir aber natürlich nicht sicher.Etwas anderes was ich nicht deuten kann sind die am Ende angeklebten Papphülsen,die leer zu sein schienen.Erst habe ich auf einen Aufstiegseffekt(Komet) getippt.Hat jemand eine andere Idee?
     
  7. Hallo Martin,

    vermutlich hast Du mit den beiden Fächern/Pilzen recht - wieder etwas gelernt.
    Ja, ich vermute auch, dass es sich bei den aufgeklebten Hülsen um einen Aufstiegskometen handelt, so ganz leer schienen sie nicht zu sein...

    Für Leute mit DSL: das Bildchen mit den 9 kleinen Vorschauen sind alle Videos am Stück, ca. 30MB - sehr komfortabel anzuschauen ;)
     
  8. Videos

    Die Diskussion über das Video läuft bei den US Kollegen zeitgleich.Der englische Namen für den 2 -Fächereffekt."Bowtie"Ein anderer Nutzen für die aufgeklebte LEERE Hülse,die für das Kaliber der Bombe sehr lang ist,wäre typisch japanisch:Ein Handgriff um die Bombe beim Zünden mittels heißer Spirale am Boden des Mörsers,sauber,senkrecht,punktgenau und schnell ins Rohr zu befördern .
    Gruß,
    Martin.
     
  9. Und wieder etwas gelernt - ein echtes Schulungsvideo. ;) Das würde erklären, warum die Arbeiterin so genau auf Sitz der Hülse gegenüber des Zünders geachtet hat... Ist das bewiesen oder eine fundierte Vermutung?
     
  10. Jap.Video

    Hallo Pyro,
    nein es ist nicht bewiesen,da wir ja alle den Arbeitern nicht über die Schulter geschaut haben,nur eine gute Erklärung.Auch die vorher erwähnte Schnelligkeit der Herstellung ist ja nur der vom Video vermittelte Eindruck.In Wirklichkeit dauert die Herstellung ja vielleicht Tage.Wenn einer von euch Kontakt zu einem japanischen Pyro hat würde mich interessieren wie der Effekt(englisch "Bowtie"was dem deutschen "Fliege"entspricht)in japanisch mit einer Wort zu Wort Übersetzung ins deutsche nun wirklich genannt wird.
     
  11. > Die Diskussion über das Video läuft bei den US Kollegen zeitgleich.

    Link?

    > würde mich interessieren wie der Effekt(englisch "Bowtie"was dem deutschen "Fliege"entspricht)
    > in japanisch mit einer Wort zu Wort Übersetzung ins deutsche nun wirklich genannt wird.

    Also "chou" (gesprochen tschoo) wäre Schmetterling/butterfly siehe Google Bilder.

    Bow tie auf Japanisch wäre entweder selbiges in katakana (boo tai), oder chounekutai (butterfly neck tie).

    Handgriff heißt "totte" (gesprochen tott-te) auf Japanisch, und die Kanjis dafür finden sich auf http://www.ichiyama-hanabi.com/process/index.html sowohl unten im Bomben-Schnittbild (dort ganz oben), wie auch in der Erklärung des siebten Arbeitsschrittes.

    P. S.: Interessant vielleicht auch die Sicherheitsabstände auf der Seite: http://www.ichiyama-hanabi.com/syusai/index.html . Die erste Spalte ist offenbar für hohe Dichte (dicht gepacktes Publikum in großer Zahl), die letzte für niedrige Dichte (nur wenige Zuschauer/Häuser), die mittlere irgendwo dazwischen (hohe Zahl für kurze Zeit oder so (?)).
     
  12. "Bowtie"

    Die Bezeichnung "Bowtie"ist eine amerikanische Namensgebung für den Effekt.Ich bin mir fast sicher das der Effekt in japanisch einen anderen Namen hat.Dort trägt man historisch ja auch keine "Fliegen".
     
  13. .... ich kann zwar kein Japanisch, aber in Thailand machen wir genau diese (unordentlich gefüllten) Bomben und nennen sie "Phisüa" = "Schmetterling". Dabei werden Chrysanthemen- und Wave-Sterne verwendet. Wenn man mag, legt man auf die Naht, ganz außen, noch zwei Sterne für den "Rüssel". Bei ganz großen Schmetterlingen legt mein Freund Saamroi oft noch ein paar kleine Bombetten in Kontrastfarbe mit zwischen die Sterne. Das wird dann ein Pfauenaugen-Schmetterling.
    Bei den zum Schluß geschossenen Bomben wurde leider dieser Effekt nicht gezeigt.
    Was die Geschwindigkeit der Produktion angeht, ist das schon real. Es wird zwar immer wieder von "tagelanger Kleinarbeit" bei der Produktion gefaselt aber da sind wahrscheinlich die Trockenzeiten bei den einzelnen Arbeitsschritten mit eingerechnet. ;) Vieleicht sogar während der Regenzeit.

    Fertigung.JPG
     
  14. Vielen Dank für die Beschreibung, Rainer!
    Ehrlich, endlich mal etwas - zwischen den 50.000 Silvesternachrichten ;) - was so richtig interessant ist und meine größte Neugier weckt. D.h. die Bow Tie und Schmetterlinge werden einfach so "unordentlich" hergestellt:

    [​IMG] [​IMG]

    Bei der Bow Tie dürfte demnach ein Ring Peony-Sterne entlang der Halbschalen-Naht liegen, beim Schmetterling sind es zwei einzelne Chrysanthemen-Sterne.

    Demnach ist der Hut nur eine einseitig gefüllte Bombe mit einem Ring Chrysanthemen-Sternen

    [​IMG]

    Wenn Du mir jetzt noch verraten kannst, wie die 8-10 pointed chrysanthemums gemacht werden, könnte ich endlich wieder ruhig schlafen:

    [​IMG]


    Sehr schön! Wenn Du noch mehr Infos, Bilder usw. hast - immer her damit! Gerne mache ich auch eine Specialseite: Großfeuerwerksproduktion bei Rainis :D
     
  15. Na wenn's Deinem Seelenfrieden dient.....
    Am einfachsten gehen 6-Pointed : Ein paar Sternchen in die Halbschale, gepuderte Reisspelzen (Zerleger) drauf und an den Umfang noch 4 mal ein paar Sterne. Die Gegenseite kriegt nur ein paar Sternchen unten rein. Mit Zerleger füllen. Hochzeit. Fertig.
    9-Pointed: Halbschale viertels Füllen, auf den Umfang verteilt 3x so 6 - 8 Sterne, dann komplett füllen und jeweils um ca 60° versetzt 3 Nester am Umfang gelegt. Die Gegenseite kriegt natürlich wieder nur eine Lage.
    Auf Deinem Bildchen sieht man nun noch ein bißchen "Gekrümpel" im Zentrum, wenn Du Japanese bist, dann bastelst Du noch eine kleine Bombe in die Mitte. Bist Du Chinese oder Siamese reicht es, wenn Du eine entsprechende Vertiefung in die Spelzen einarbeitest, mit etwas Seidenpapier stabilisierst und mit Sternen auslegst (Diesmal ordentlich!). Die Mitte wird dann auch noch mit Spelzen ausgefüllt. Ich hab mal ne Skizze angefügt, dürfte zu verstehen sein.
    Meint Raini, der Erklärbär

    Prinzip.jpg
     
  16. Klasse

    Jo, spitze - endlich wieder mal schlafen ;)

    Fast: was heißt bitte "ein paar Sterne"? Sind das wirklich ein paar lose Sterne, die man geschickt "an einer Stelle" hält und mit dem Reis-Zerleger fixiert? Oder sind diese Sterne, wie es in Deiner Zeichnung aussieht, irgendwie mit Anfeuerung/Schwarzpulver nach dem Rollen zusammengepappt, damit das Zusammensetzen der Bombe einfacher ist?

    SEHR interessant, mmmh, was könnte ich Dich denn jetzt noch fragen? ;)
    Ähhh, darf ich das Bildchen für das Lexikon verwenden? (gerne auch per PN).

    Besten Dank ersteinmal,
    wirklich interessant,

    Markus von FEUERWERK.net
     
  17. Sehr interessant! 2 Stunden downloaden hat sich gelohnt. Und meine ursprüngliche Frage wurde auch schon beantwortet, sodass ich sie nichtmal stellen brauche. Hab mich nämlich auch schon gewundert warum die Sterne da so "schlampig" in die Halbschalen gekippt wurden. Vielen Dank für das Video! Hat man mal wieder was dazu gelernt!

    Gruß Struppi
     
  18. Ja klar sind das lose Sterne. Sonst wäre ja der Streueffekt nicht vorhanden. Und damit die Sternchen schön liegen bleiben wo sie hingehören, muß man der Bombe schon ein paar leichte Stockschläge verpassen. Ist im Video gut zu sehen. Außerdem soll man Bomben ja auch nicht rumschmeißen ;)
    Mfg vom Erklärbär
    Soll ich Dir die Skizze als Coreldatei schicken? Wenn Ja, welche Version? Selbstverständlich kannst Du meine Schmierereien für's Lexikon verwenden.
     
  19. Ich dachte, wenn man die fertigen Sterne, mit Anfeuerung und vollständig getrocknet, einfach mit Schwarzpulver-Brei, ähnlich dem Zeugs zur Herstellung von Stoppinen, locker etwas zusammenleimt und wiederum trocknet, müssten sich diese Knödel bei der Zerlegung sehr schnell von einander lösen, wären aber deutlich einfacher in den Halbschalen zu positionieren. Nur so als Idee.

    Corel: prima, ja, spitze, gerne, alles was Du so hast ;) bis Version 11 möglich. Super, wenn Du den Schmetterling und Bow Tie auch noch hättest :D (sorry)...
     
  20. Gewiss nicht! Die Sterne da rein zu legen ist in etwa so schwierig wie nen Kirschkern auf den Tellerrand zu legen! Alles Geschmiere mit SP-Brei macht die Sache nur kompliziert.
    Probiers einfach aus: 2 Tassen oder Salatschälchen als Halbschale, eine Kelle Kleie aus der Trickkiste Deiner Frau und ein paar Erbsen. Schön verdichten! Bei der Hochzeit ist es wie im richtigen Leben: Die ersten paar Mal ist's am spannendsten.... Mit Lackiererband fixiert und dann im Kofferrraum die Biskaya simuliert. Wenn Du alles richtig gemacht hast müßten die Erbsen auch nach einer heftigen Überfahrt an ihrem Platz liegen(obwohl Kleie und Erbsen rutschiger sind !). Nun mußt Du nur noch mit der Kleie die Maske für die Schönheit der gnädigen Frau anrühren und die paar Erbsen so entsorgen daß Du Dir kein infiziertes Federvieh anlockst :D
    Die Skizzen male ich Dir noch mal schön und sende sie per PN zum einbasteln.
    Gute Nacht
    Raini
     
  21. ;)

    Ich probiere es aus :D
     
  22. Noch ne Frage, ist 8-10 pointed chrysanthemum identisch mit einer Kaleidoscope-Bombe?
     
  23. Der Name "Kaleidoscope" wurde von Kiminari Onozato für diesen Bomben-Typ verwendet. Ich weiß nicht, ob er international wirklich verwendet wird....
    Ich finde den Begriff "x-pointed chrysanthemum" deutlich sprechender. Allerdings sollte "x-pointed peony" auch erlaubt sein, wenn für die Strahlen Sterne ohne Schweif verwendet werden...
     
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