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Handhabung & Technik Zerstörung durch Feuchtigkeit?

Dieses Thema im Forum "Effekte, Feuerwerkskörper, Technik, Hilfsmittel" wurde erstellt von haxx0ry, 26. Nov. 2012.

  1. Ich hab ein paar Fragen an euch erfahrene "Zündler":

    Immer wieder höre ich, dass diverse Böller nass/feucht geliefert werden. (Selbst schon des Öfteren erlebt.)
    Wenn man diese Böller nun z.B. auf der Heizung trocknet, tut es dann der Qualität einen Abbruch? Ist der Knall leiser als wären sie direkt trocken geliefert worden?

    Ich erinnere mich an Silvester vor 3-4 Jahren, ich fand eine Packung Chinaböller im Schnee, sie waren leicht feucht. Ich hab sie ausgiebig getrocknet, die Visco zündete dann zwar, allerdings war das Schwarzpulver scheinbar zerstört worden durch die Nässe/Trocknung, denn es zündete kein einziger Böller.

    Danke für Antworten!
     
  2. Meine C-Böller im letzten Jahr waren etwas feucht und ich habe sie auch zum Trocknen auf die Heizung gelegt. Es zündeten soweit ich mich erinnern kann alle (wenn, dann war nur eine unerhebliche Zahl Blindgänger dabei) und der Knall war auch in Ordnung. Du musst bedenken, dass sie in China ja auch erstmal getrocknet werden. Ich denke, es macht keinen Unterschied ob sie nun in China oder zu Hause getrocknet werden. Bei völlig durchnässten Böllern würde ich mir aber keine Hoffnungen machen. Mütter drohen ja gerne damit, das Knallzeug ihrer Kinder zu ertränken :D Hat meine einmal gemacht und es war furchtbar :(
     
  3. kommt drauf.....

    ...an wie Feucht die Böller geworden sind und wie lange sie der Feuchtigkeit ausgesetzt waren.
    Das Problem dabei ist, das der Oxidator im Schwarzpulver wasserlöslich ist und durch Feuchtigkeit (Wasser) in Lösung geht und mit dem Wasser dann durch diverse Kräfte (Osmose, Kapillar-Kräfte, usw.) durch den Böller und auch nach draußen wandert...
    Schwarzpulver ohne Oxidator (Nitrat) zündet halt nicht....auch wenn es wieder trocken ist...:blintzel::joh:
     
  4. Ich könnte mir vorstellen, dass das aufgeweichte Böllerpapier nach dem Wiedertrocknen seine Konsistenz verändern haben kann, was sich negativ auf die Knallwirkung ausüben könnte. Und wenn die Feuchtigkeit derartig massiv bis zur Ladung durchgedrunge ist, dass das Nitrat des Schwarzpulvers angelöst oder gar herausgewaschen wurde, dann hat das sicher Auswirkungen. Problem ist ja, dass von den drei Bestandteilen des Schwarzpulvers (Kohlepulver, Schwefel, Kaliumnitrat) nur Letzteres wasserlöslich ist. Dadurch findet sicherlich eine Entmischung statt, bzw. das gelöste Kaliumnitrat sickert dann in die Pappe, und dem Brennstoff Kohle und Schwefel fehlt dann der Sauerstofflieferant.

    Weiterer mögliche Effekt: Weil aus der Papierhülse dann so eine Art "Salpeterpapier" geworden ist, schwelt der Böller nach einem müden "Plopp" noch eine Ewigkeit vor sich hin und kann schlimmstenfalls einen Brand auslösen. Und tatsächlich scheinen ja eher die schlechten Böller dazu zu neigen, letzgenanntes Verhalten zu zeigen.


    Grüsse:
    Thomas
     
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  5. #5 mondfeuer, 27. Nov. 2012
    Zuletzt bearbeitet: 27. Nov. 2012
    Nasse Feuerwerkskörper sollten so langsam wie möglich getrocknet werden, dann ist die Chance am größten, daß sie noch gut funktionieren. Allerdings gibt es dafür Grenzen, denn wenn wie Bilsom schon schrieb der Satz derart verwässert ist, so daß der Sauerstoffgeber der Mischung ausgewaschen wurde, nützt auch vorsichtiges Trocknen nichts mehr. Auch wenn das nicht der Fall ist, führt schnelles Trocknen eines feucht gewordenen Satzes u. U. zu Verdichtungen, der Satz verbatzt und zündet dann nicht mehr richtig oder gar nicht mehr.

    Bei Knallern, wo lediglich die Papierwicklung feucht geworden ist, ist eine Trocknung in der Nähe (oder wenn es schneller gehen soll auf) der Heizung möglich, dafür sollten ca. 3-4 Tage reichen. Der von Bilsom angesprochene Kapillareffekt ist zwar vorhanden, aber manchmal aufgr. zwischenliegener Leimschichten nicht so effektiv, daher kann sich so ein Teil schon nach wenigen Stunden trocken und relativ fest anfühlen, im Inneren ist es aber immer noch recht feucht. Darüber hinaus ist der zum Verschluß vieler Böller verwendete Ton leider ein guter Feuchtigkeitsspeicher, dehalb gilt: Je länger man die Knaller trocknen läßt, desto besser.
     
    Athlon 63, Bilsom und haxx0ry gefällt das.
  6. Ich habe vor drei Jahren ein älteres Bo Peep-Böllersortiment gekauft. Die enthaltenen Superböller waren zwar noch groß, aber datierten wohl schon um die Jahrtausendwende. Obwohl hart, war die Oberfläche sehr uneben, teils mit größeren Eindellungen. Das äußere Papier kraus. Einige davon sind verpufft, oder zündeten gar nicht, bei denen, die funktionierten, war der Knall lächerlich.

    Ich vermute stark, die Böller waren ursprünglich so feucht, dass selbst die jahrelange Lagerung sie nicht retten konnte. Die übrigen Böllergrößen in dem Sortiment waren OK.
     
  7. Genau so ist es!
    Von meinem feuchten Schinken PyroArt C-Böller habe ich bislang auch nur 4 Päckchen verwendet, ein Test im Urlaub (Spätsommer) hat schon deutlich bessere Resultate gezeigt, nun sind sie den C-Böllern von Lesli im Knalleffekt tatsächlich überlegen. :cool: Auch die patschnassen B-Böller von Keller, bei denen der aufgeweichte Kartonboden spontan durchriss, sind nunmehr Knallkörper und keine "Ploff-Körper" mehr. :) Diese erreichen nun knapp das Niveau der Cracker B von Diamond.